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WG-Zimmer gegen Sex: Protest-Anzeige gegen Wohnungsnot in München

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WG-Zimmer gegen Sex: Protest-Anzeige gegen Wohnungsnot

24.05.2013, 13:18 Uhr | dpa, dpa-AFX, t-online.de

WG-Zimmer gegen Sex: Protest-Anzeige gegen Wohnungsnot in München. In vielen Städten sind bezahlbare Wohnungen knapp (Quelle: imago)

In vielen Städten sind bezahlbare Wohnungen knapp (Quelle: imago)

Die Mieten in der bayrischen Landeshauptstadt München gehören bekanntlich zu den höchsten in ganz Deutschland. Doch wie weit gehen verzweifelte Wohnungssuchende um einen der seltenen bezahlbaren Wohnräume zu bekommen? Anfang des Jahres machte ein vermeintlich unmoralisches Angebot die Runde durch die sozialen Netzwerke.

Zwei junge Männer boten auf einem Immobilienportal angeblich ein WG-Zimmer im begehrten Münchner Stadtteil Schwabing an - für schlappe 125 Euro im Monat. Die Bedingung: Sex. "Du sollst mit jedem von uns (getrennt!) mindestens zweimal in der Woche Liebe machen", hieß es in der Annonce, die das Portal jedoch alsbald von seiner Homepage löschte.

Protest einer Pendlerin

Ein paar Tage später kam heraus: Die Anzeige war nicht echt. Die Münchner "Abendzeitung" (AZ) berichtete von einer jungen Studentin, die das unmoralische Angebot aus Protest gegen die absurde Situation auf dem Münchner Mietmarkt online gestellt hatte. "Ich pendele jeden Tag 100 Kilometer nach München, weil ich einfach keine bezahlbare Wohnung finde", zitierte die "AZ" die junge Frau. "Am Anfang habe ich ein paar Monate gecampt, aber das ist im Winter natürlich nicht möglich."

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist für Leute mit wenig Einkommen, besonders für Studenten, ein Glücksspiel mit ungewissem Ausgang. München ist für Mieter die teuerste Stadt in Deutschland. Die Durchschnittsmiete liegt dort über 12,00 Euro pro Quadratmeter.

"Mietenhauptstadt" der Republik

"München ist ein Zentrum der problematischen Wohnungsmarktentwicklung in Deutschland", sagt der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips. Es sei fraglich, ob sich in Zukunft alle Bevölkerungsgruppen das Leben in den Städten leisten können, sagt Verbandsvorstand Xaver Kroner. Das Problem ist zwar kein rein münchnerisches - so drastisch wie hier zeigt es sich aber nirgends.

Die Wohnungsnot in deutschen Großstädten kann nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes (DMB) den sozialen Frieden in Deutschland gefährden. "Es gibt schon erste Tendenzen, dass Mieter aus Städten vertrieben werden", sagte Franz-Georg Rips in München bei einer Kundgebung zum 65. Mietertag. Menschen mit einem Nettoeinkommen von 1000 bis 1300 Euro müssten in Städten inzwischen fast die Hälfte ihres Gehaltes für ihre Wohnung ausgeben. "Das ist schlichtweg unerträglich", kritisierte Rips.

Nach Angaben des Mieterbundes fehlen in den zehn deutschen Städten mit dem stärksten Wohnungsmangel insgesamt 100.000 Mietwohnungen - allein 31.000 davon in in der bayrischen Landeshauptstadt. Mit einigem Abstand folgen Frankfurt (17.500) und Hamburg (15.000) auf den Plätzen zwei und drei. Grund sei auch die hohe Zahl an Single-Haushalten. Nebenbei bemerkt: München gilt auch als "Single-Hauptstadt" Deutschlands.

Mieterbund fordert Handlungen der Regierung

Nur 0,6 Prozent der Wohnungen stehen nach Angaben des Mieterbundes frei - Wohnungsexperten halten einen Leerstand von drei Prozent für notwendig, um die normale Fluktuation zu bewerkstelligen. Die Rathauschefs der fünf größten Städte Deutschlands haben den Bund erst kürzlich aufgefordert, die Mittel für den Wohnungsbau auf eine Milliarde Euro pro Jahr zu verdoppeln und auch der Mieterbund erhebt Forderungen an die Bundesregierung.

Promis gegen Luxus-Sanierungen

In München aber wollen nicht alle auf Hilfe aus Berlin warten. Mit Hammer und Farbe haben Promis dort im Frühjahr eine Wohnung in einem leerstehenden städtischen Haus renoviert. Ein Youtube-Video zeigt, wie die Sportfreunde Stiller, die Kabarettisten Dieter Hildebrandt und Luise Kinseher, Regisseur Marcus Rosenmüller und Ex-Fußballer Mehmet Scholl als Gorillas verkleidet die Wohnung stürmen und verschönern. Die Botschaft: Renovieren und billig vermieten statt abreißen und Luxuswohnungen bauen.

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