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Mehr Studienabbrecher – viele finden trotzdem Job

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"Kein Scheitern der beruflichen Karriere"  

Mehr Studienabbrecher – trotzdem finden viele einen Job

01.06.2017, 14:24 Uhr | Werner Herpell, dpa

Mehr Studienabbrecher – viele finden trotzdem Job. Studenten in einem Hörsaal während einer Vorlesung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Wavebreakmedia)

Knapp die Hälfte aller Studienabbrecher verlassen in den ersten beiden Semestern die Hochschule (Quelle: Wavebreakmedia/Thinkstock by Getty-Images)

Studienabbruch ist in Deutschland ein Massenphänomen, die Quote steigt sogar. Eine breit angelegte wissenschaftliche Untersuchung zeigt aber auch: Die meisten finden nach ihrem Abschied von der Uni schnell Alternativen.

An deutschen Hochschulen bricht fast jeder Dritte in der Frühphase sein Studium ab und muss sich neu orientieren. Nach einer bundesweiten, repräsentativen Studie stieg die Abbruchquote bei Bachelor-Studenten im Vergleich zu früheren Untersuchungen von 28 auf 29 Prozent. Während die Quote an Universitäten leicht von 33 auf 32 Prozent sank, stieg sie an Fachhochschulen deutlich von 23 auf 27 Prozent.

Viele Studienabbrecher bei Mathe, Physik und Co

Besonders gravierend wirkt sich das Massenphänomen Studienabbruch in mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen mit Quoten von 39 Prozent an Universitäten und 42 Prozent an Fachhochschulen aus. Knapp die Hälfte aller Abbrecher verlassen in den ersten beiden Semestern die Hochschule, weitere 29 Prozent im dritten oder vierten Semester.

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Die Mehrheit findet nach Abbruch des Studiums einen Job

Die überwiegende Mehrheit der Studienabbrecher finde nach dem Verlassen der Hochschule schnell eine Bildungs- oder Berufsalternative, heißt es in dem Report. Ein halbes Jahr nach dem Abschied von der Uni hätten 43 Prozent eine Berufsausbildung aufgenommen, 31 Prozent seien erwerbstätig.

Die vom Bundesforschungsministerium geförderte, repräsentative Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) nennt auch Motive von Studienabbrechern. Unter denjenigen, die ein Bachelor-Studium ohne Abschluss beendeten, seien "unbewältigte Leistungsanforderungen" der Hauptgrund (30 Prozent) vor mangelnder Motivation (17 Prozent). Für 15 Prozent ist der Wunsch nach mehr Praxis entscheidend. Finanzielle Engpässe und die schwierige Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Studium spielen der Untersuchung zufolge eine nachrangige Rolle.

Handschlag bei einem Einstellungsgespräch (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Antonio Guillem)Ein Studienabbruch muss kein Scheitern der beruflichen Karriere bedeuten (Quelle: Antonio Guillem/Thinkstock by Getty-Images)

Junge Menschen brauchen eine gute Berufsorientierung

"Der frühe Zeitpunkt eines Studienabbruchs und der schnelle Wechsel in eine Ausbildung weisen darauf hin, dass viele junge Menschen noch nicht genau wissen, welchen Berufsweg sie einschlagen möchten", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) bei der Präsentation der DZHW-Studie. "Das zeigt, wie wichtig eine gute Berufsorientierung bereits in der Schulzeit ist." Hier habe der Bund seine Angebote massiv ausgebaut. "Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass ein Studienabbruch kein Scheitern der beruflichen Karriere bedeutet."

In der bislang breitesten Untersuchung zu dem Thema wurde die Studienabbruchquote auf Basis des Absolventenjahrgangs 2014 berechnet. Um das Phänomen umfassend zu durchleuchten, wurden nicht nur gut 6000 Exmatrikulierte befragt, sondern auch Fakultätsleitungen ausgewählter Fachbereiche und Beratungseinrichtungen. Das Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesministeriums begann Anfang 2014 und endete Mitte 2016.

Einbezogen wurden 32 Universitäten und 28 Fachhochschulen.
Eine von der Stiftung Mercator geförderte Teilstudie ergab, dass die Abbruchquote von sogenannten Bildungsinländern – der einzigen bislang statistisch erfassbaren Gruppe von Studierenden mit Migrationshintergrund – im Bachelor-Studium sogar bei 43 Prozent liegt. "Die Studie hat verdeutlicht, dass die Bewältigung eines Studiums für Menschen aus Zuwanderungsfamilien eine besondere Herausforderung darstellt", sagte Wolfgang Rohe von der Stiftung.

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