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Lauftraining: Zu viel Training kann schaden

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Lauftraining  

Ausdauertraining kann schaden

27.03.2013, 15:17 Uhr | dpa

Lauftraining: Zu viel Training kann schaden. Ausdauertraining kann auch schaden - wenn man es übertreibt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ausdauertraining kann auch schaden - wenn man es übertreibt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Laufschuhe an und losrennen: So starten viele in den Frühling und sind so motiviert, dass sie Warnzeichen ihres Körpers einfach ausblenden. Schnell wieder fit sein, das ist das Ziel. Doch Vorsicht: Ausdauertraining kann auch schaden. Ein Ex-Weltklasse-Leichtathlet klärt über die größten Fehler auf.

Sport als Zwang ist ungesund

Besonders bei Anfängern und Wiedereinsteigern ist die Gefahr groß, sich zu überfordern. Zwar gilt Laufen grundsätzlich als gesundheitsfördernd. Aber: "Sport nur aus Schuldbewusstsein zu machen, ist sehr ungünstig. Teilweise werden die Leute sogar krank, weil sie das Gefühl haben, Sport treiben zu müssen", sagt Professor Jens Kleinert, Psychologe an der Deutschen Sporthochschule Köln. "Man hat also ein schlechtes Gewissen, wenn man nicht sportlich ist."

Rückenschmerzen und Herz-Kreislauf-Kollaps drohen

Die Folgen falschen oder zu exzessiven Laufens können mehr oder weniger stark sein: Langfristige Schäden betreffen eher den Bewegungsapparat, führen also etwa zu Rückenproblemen, erklärt Professor Thomas Wessinghage, Ärztlicher Direktor dreier Rehakliniken in Bad Wiessee und Ex-Weltklasse-Leichtathlet. Akute Überlastungssymptome seien meist internistischer oder neurologischer Natur, sagt der 5000-Meter-Europameister von 1982.

Er nennt Orientierungsstörungen, Bewusstseinstrübungen, Kopfschmerzen oder Herz-Kreislauf-Kollaps. Im Extremfall kann es zum Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod kommen, wie es bei verschiedenen Marathonveranstaltungen geschehen ist.

Warnsignale des Körpers ernst nehmen

Wessinghage empfiehlt daher nicht nur Laufanfängern, stets auf die Signale des Körpers zu hören. Der Körper sage einem, "wann es zu viel ist und wann es vielleicht ein bisschen mehr sein darf". Doch genau da fangen die Probleme an. "Menschen sind es nicht gewohnt, sich physisch zu hinterfragen", sagt Kleinert. "Wir achten eigentlich nicht besonders auf unseren Körper. Viele Menschen laufen mit der Fokussierung, beispielsweise fünf Kilometer zu schaffen und versuchen nicht, über ihr Körpergefühl nachzudenken."

Wohlfühltempo herausfinden

Wessinghage rät: "Richtig wäre zu sagen: Ich laufe erstmal in einem Wohlfühltempo los und schaue, welche Rückmeldung mein Körper mir gibt." Und auch Kleinert empfiehlt, dass man zuerst eine eher geringe und intervallartige Belastung wählen und auf Regeneration achten sollte. Denn Belastung könne nur wirken, wenn auch die Regeneration funktioniere.

Kritisch kann es bei dem werden, was Mediziner "Dissimulation" nennen: Beschwerden herunterspielen und einfach weiterlaufen. Ignoriere man gar Krankheiten oder Infekte, könne Leib und Leben in Gefahr sein, sagt Wessinghage. "Das ist einfach dumm."

Hohe Ziele können überfordern

Überfordern würden sich Menschen gerade in Lebensphasen, in denen sie besonders verletzlich sind, zum Beispiel wenn sie sich umorientieren, sagt Kleinert. Das können Jugendliche sein, aber auch Männer oder Frauen um die 40 oder 50, die neue Ziele suchen. In diesen "empfindsamen" Phasen komme es eher vor, dass man sich äußeren Zwängen unterordne, weil man selbst nicht stabil ist. Wessinghage sieht auch den Mittvierziger gefährdet, der erstmals merke, dass es biologisch ein bisschen abwärtsgehe und der sich dem entgegenstemme.

Ab 35 Jahren vor dem Sporteinstieg zum Arzt

Ab einem Alter von 35 Jahren oder nach einer Pause von zwei Jahren und mehr sollte man sich vor dem Einstieg sportmedizinisch untersuchen lassen, rät Christian Venter. Er kommt aus der Sportmedizin der Universität Tübingen und behandelt nun in Reutlingen als niedergelassener Facharzt Breiten- und Leistungssportler. Er rät zu einem umfassenden Ansatz inklusive einer ausführlichen Anamnese, also dem Abklopfen früherer Beschwerden oder des Familienhintergrunds. "Das kommt in der heutigen Medizin viel zu kurz", sagt Venter.

Fragebogen soll Todesfälle vorbeugen

Außerdem wird bei allen großen Straßenläufen auf einen Fragebogen der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) in Frankfurt und der Deutschen Sporthochschule hingewiesen, mit dem die Teilnehmer ihre gesundheitlichen Voraussetzungen testen können. Nach einigen Todesfällen bei Marathonläufen habe man damit vorsorgen wollen, erläutert DGSP-Ehrenpräsident Prof. Herbert Löllgen.

Prinzipiell aber ist Bewegung Medizin, betont Venter. Doch ob man zehn Kilometer oder einen Marathon läuft: Einsteiger sollten vor der Teilnahme ein bis zwei Jahre trainieren, empfehlen die Experten. Wichtig dabei: nicht zu viel, nicht zu weit, nicht zu schnell.

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