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Aqua-Fitness: So hält Sport im Wasser richtig fit

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So hält Sport im Wasser richtig fit

22.05.2017, 16:01 Uhr | dpa/tmn

Aqua-Fitness: So hält Sport im Wasser richtig fit. Eine Frau beim Aqua-Jogging. (Quelle: BECO-Beermann GmbH/dpa-tmn)

Mit Wassersport kann jeder anfangen. Aqua-Jogging eignet sich beispielsweise auch für stark Übergewichtige (Quelle: BECO-Beermann GmbH/dpa-tmn)

Bei dem Wort Aqua-Fitness denken viele wahrscheinlich an ältere Menschen, die mit Poolnudel im Wasser herumhüpfen. Weit gefehlt, denn im Wasser halten sich Sportler mittlerweile mit Fahrrädern und Trampolinen fit. Dieser Sport bringt Sie im Wasser ins Schwitzen.

Training auf der schwimmenden Fitnessmatte

Auf der stabilen, luftgefüllten Fitnessmatte, die auf dem Wasser liegt, lässt sich von Yoga- und Pilatesübungen bis zu Elementen aus dem Crossfit fast alles ausführen, was auch an Land geht – nur, dass der Untergrund ziemlich wackelig ist. Diese Tatsache erschwert das Training, und das ständige Ausbalancieren spricht Muskelpartien an, die sonst schwer zu erreichen sind wie die kleinen Muskelgruppen im Rücken.

Wassersport auf einer schwimmenden Gymnastikmatte. (Quelle: Henning Kaiser/dpa-tmn)Auf einer schwimmenden Gymnastikmatte das Gleichgewicht zu halten, fordert fast alle Muskeln im Körper (Quelle: Henning Kaiser/dpa-tmn)

Aqua-Cycling

Vom Kreuzfahrtschiff über das städtische Schwimmbad bis zum Fitnessstudio – in immer mehr Pools werden Kurse auf speziellen Fahrrad-Ergometern angeboten, die im Nichtschwimmerbereich eines Schwimmbades stehen. Idealerweise ist das Wasser dort etwas tiefer als 1,30 Meter. Es sollte nicht zu kalt sein: 28 bis 30 Grad sind optimal.

Während Cycling an Land vor allem die Ausdauer trainiert, wird es im brusttiefen Wasser mit Kraftübungen kombiniert. Die Teilnehmer stehen beispielsweise mit je einem ausgestreckten Arm auf und setzen sich wieder. Oder sie radeln, während sie mit dem Oberkörper hinter dem Fahrrad im Wasser hängen.

H.I.I.T im Wasser

In den Kursräumen der Fitnessstudios hat es sich längst etabliert: hochintensives Training, bei dem sich kurze Intervalle mit maximaler Belastung abwechseln mit Phasen, die für eine vollständige Regeneration zu kurz sind. So wird der Körper richtig gefordert. Unter Wasser wechseln sich Teilnehmer eines High Intensity Interval Trainings (H.I.I.T) zum Beispiel auf einem weich bespannten Trampolin und Fahrrad-Ergometern ab.

"Wasser hat einen 14 Mal größeren Widerstand als Luft", erklärt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Der Widerstand wird zudem stärker, je schneller man sich bewegt. Unter Wasser Trampolin zu springen fühlt sich deshalb in etwa so an, wie man sich Bankdrücken mit den Füßen vorstellt. Dafür massiert das Wasser beim Cool Down – der Auslaufphase am Ende des Trainings – quasi im Vorbeigehen das Bindegewebe.

Teilnehmer auf dem Trampolin und dem Fahrradergometer. (Quelle: Henning Kaiser/dpa-tmn)Beim High Intensity Interval Training im Pool wechseln sich die Teilnehmer auf dem Trampolin und dem Fahrradergometer ab (Quelle: Henning Kaiser/dpa-tmn)

Joggen im Tiefwasser

Was an Land fit hält, tut es unter Wasser erst recht. Beim Aqua-Jogging laufen die Teilnehmer ausgerüstet mit Auftriebsgürteln in unterschiedlichem Tempo durchs tiefe Wasser. Mit Aqua-Jogging kann jeder anfangen – vom stark Übergewichtigen bis zu Menschen, die zum Beispiel eine erfolgreiche Gelenkoperation hinter sich haben.

"Wasser hilft dem Körper, stabil zu bleiben und gibt Sicherheit", erklärt Ingo Froböse. Deshalb sei Sport im Wasser auch in der Therapie sehr beliebt. Intensivieren lässt sich das Lauftraining unter Wasser mit kleinen Geräten. Spezielle Sandalen zum Beispiel erhöhen den Wasserwiderstand beim Laufen und kräftigen Beine und Po.

Klassisches Aqua-Fitness – mehr als Wassergymnastik

"Aqua-Fitness bedeutet nicht einfach einen Gymnastikkurs ins Schwimmbad zu verlegen", stellt Wolfgang Lehmann, Referent für Gesundheitssport beim Deutschen Schwimmverband (DSV) klar. "Das Wasser wird ganz bewusst als Trainingsgerät eingesetzt." Vor allem in Schwimmbädern mit weniger als 30 Grad Wassertemperatur sei es ratsam, sich dabei ordentlich auszupowern, damit man nicht auskühlt.

Das Gute: Im Wasser erholt sich der Organismus auch schnell wieder. Bei jeder Unterwasser-Sportart kann, wer fit ist, deshalb durchaus an seine Grenzen gehen. "Atmet man danach mit vollständig eingetauchtem Gesicht aktiv ins Wasser aus, beruhigt sich der Puls umgehend", verspricht Lehmann.

Aqua-Zumba

Lateinamerikanische Klänge, ein anständiger Hüftschwung, forderndes Ausdauertraining: Das sind die Zutaten, die Zumba zu einer Erfolgsgeschichte gemacht haben. Die Erfinder wollten auch ein wenig Urlaubsfeeling in die Studios bringen. Also bot es sich an, Zumba im Pool anzubieten. "Überall, wo Wasser ist, sollte man Zumba tanzen", findet Jaromir Cremers, der unter anderem in städtischen Schwimmbädern Zumba-Kurse anbietet.

Er wechselt große, langsamere Bewegungen mit kleinen schnellen ab. "Auf diese Weise kombinieren wir Ausdauer- und Muskeltraining", sagt Cremers. Die Musik ist dabei genauso flott wie an Land. Die Teilnehmer sollen die gleiche Energie spüren – auch, wenn sie sich im Wasser wegen des Widerstands etwas langsamer bewegen. Pro Work-out verbrennt, wer sich ordentlich verausgabt, rund 600 Kalorien. "Im Fokus steht beim Aqua-Zumba aber der Spaß", stellt Cremers klar.

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