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Zecken: Womit man die Blutsauger am besten entfernt

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Womit entfernt man Zecken am besten?

10.05.2011, 09:44 Uhr | tze

Zecken: Womit man die Blutsauger am besten entfernt. Zecken: Nicht mit jeder Zeckenzange kann man die Blutsauger gut entfernen. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Nicht mit jeder Zeckenzange kann man die Blutsauger gut entfernen. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Zecken gelten mittlerweile als die gefährlichsten Tiere Deutschlands. Hat man sich einen Blutsauger eingefangen, geht es darum, ihn so schnell wie möglich zu entfernen. Je länger die Zecke in der Haut bleibt, umso größer ist das Risiko, sich mit Borreliose zu infizieren.

Experten gehen davon aus, dass hierzulande etwa jede dritte Zecke mit Borrelien infiziert ist. Borreliose ist eine Krankheit, gegen die man sich nicht impfen kann. Umso wichtiger ist es, eine Zecke schnell zu entfernen. Denn die Bakterien wandern erst zwölf bis vierundzwanzig Stunden nach dem Stich in den menschlichen Körper.

Tipps zur Zeckenentfernung gibt es zuhauf. Am besten lassen sich Zecken mit einer spitzen Kunststoff-Pinzette entfernen. Normale Kosmetik-Pinzetten sind wegen ihrer breiten Enden weniger gut geeignet. Die Zecke sollte vorsichtig möglichst nahe am Kopf gepackt und dann vorsichtig herausgezogen werden. Dabei ist es wichtig, mit Ruhe vorzugehen, um das Tier nicht zu quetschen. Sonst sondert es vermehrt Speichel ab. Aus demselben Grund ist dringend davon abzuraten, Öl oder Klebstoff auf die Zecke zu träufeln. Recht gut funktionieren auch Zeckenkarten oder Zeckenhaken

Womit entfernt man Zecken? Es gibt mechanische und elektrische Zeckenzangen, Zeckenkarte, Zeckenschlinge, Zeckenhaken, Zeckenpinzette mit Lämpchen und Lupe - die Hilfsmittel zur Entfernung der gefürchteten Blutsauger werden immer vielfältiger und ausgeklügelter. Aber was taugen die verschiedenen Geräte, die in der Apotheke oder im Versandhandel angeboten werden? Wir haben eine Expertin gefragt.

Warum muss die Zecke schnell raus?

Zecken können gefährliche Krankheitserreger übertragen. Wenn man eine Zecke am Körper entdeckt, sollte man sie deshalb so schnell wie möglich entfernen. Vor der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) kann man sich zwar dadurch nicht schützen, wohl aber das Borreliose-Risiko senken. FSME-Erreger gelangen sofort nach dem Stich in den menschlichen Körper, weil sie in der Speicheldrüse der Zecke angesiedelt sind. Borrelien werden dagegen erst nach etwa zwölf Stunden übertragen, weil sie in der Mitteldarmdrüse sitzen, wie die Molekularbiologin Astrid Kirch vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg erklärt.

Nicht quetschen und kein Öl auf die Zecke

Finger weg von der vollgesogenen Zecke auf der Haut, denn allzu schnell wird das Tier zwischen den Fingerkuppen zerquetscht. Dann scheidet sie ihren Darminhalt und möglicherweise vorhandene Krankheitserreger in die Stichwunde aus. Das erhöht das Infektionsrisiko. Aus dem gleichen Grund sollte man Zecken nie mit Öl, Klebstoff oder anderen Chemikalien abtöten, um sie leichter entfernen zu können. Also ist das richtige Hilfsmittel gefragt.

Zeckenzangen sind meistens zu grob

Weit verbreitet sind mechanische Zeckenzangen, die es von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Varianten gibt. Die meisten sind wie ein dicker Stift geformt und haben am Ende einen Druckknopf, mit dem man die Greifarme öffnen und zusammenziehen kann. "Viele Zangen sind zu grob. Selbst große Zecken kann man damit oft nicht gut greifen. Für Nymphen sind sie definitiv zu wuchtig, dabei besteht die Gefahr, dass man sie beim Entfernen zerdrückt", sagt Kirch. Nymphen nennt man Zecken im zweiten Entwicklungsstadium, vor der Geschlechtsreife. Sie sind nur ein bis drei Millimeter groß - etwa halb so groß wie eine erwachsene Zecke.

Gut funktionieren Pinzette, Karte und Haken

Recht gut funktionieren Zeckenkarten mit Schlitzen in zwei Größen. Damit erwischt man sowohl ausgewachsene Tiere als auch Nymphen. Man schiebt die Karte dicht auf der Haut unter die Zecke und hebt sie langsam ab. Auch Zeckenhaken sind nach Einschätzung der Expertin gut, weil man dicht an der Haut an die Zecke herankommt. "Aber am besten geht es mit einer spitze Pinzette, zum Beispiel mit einer Feinpinzette oder Uhrmacherpinzette," rät Kirch. Die Enden müssen spitz zulaufen. Pinzetten aus dem Kosmetikset sind jedoch wegen ihrer breiten Enden ungeeignet. Auch damit kann man die Zecke leicht zerdrücken.

Bloß nicht ruckartig ziehen

Ein typischer Anwendungsfehler bei allen Hilfsmitteln: Mit dem Gedanken, die Zecke schnellstmöglich loszuwerden, verfallen viele Menschen in Hektik. Ein Fehler mit Folgen: "Man darf nie ruckartig ziehen, sonst reißt man die Zecke auseinander und ihre Mundwerkzeuge bleiben in der Haut stecken", warnt Kirch. Dann kann sich die Wunde entzünden. "Man muss ganz langsam und vorsichtig ziehen, die Haut hebt sich dann ein bisschen mit."

Der Zecke eine Schlinge um den Hals legen?

Neuerdings werden in Apotheken vermehrt Zeckenschlingen angeboten. Es handelt sich um einen Stift, an dessen unterem Ende eine kleine Schlinge angebracht ist. Damit soll die Zecke laut Gebrauchsanweisung herausgedreht werden. "Man kommt damit zwar gut unter den Körper des Tieres, kann sie aber nicht gerade nach oben ziehen. Die Handhabung wirkt eher schwierig", so die Einschätzung der Expertin.

Die Zecke schockfrosten

Im Handel gibt es eine weitere technische Raffinesse: Ein Zeckenentfernungssystem, dass die Blutsauger mit Vereisungsspray tötet. Das Spray in der Kartusche reicht für etwa 50 Anwendungen. Damit kann man die Zecke zunächst vereisen und dann per Knopfdruck entfernen. "Ich kann nicht nachvollziehen, wie man die vereiste Zecke richtig aus der Haut bekommt. Außerdem beträgt der Preis etwa 18 Euro. Das finde ich etwas übertrieben," sagt Kirch.

Stromstoß gegen Blutsauger

Elektrische Zeckenzangen sollen den Blutsauger per Knopfdruck entfernen und dann mit einem leichten Stromimpuls töten. Die Geräte werden für Haustiere und Menschen angeboten und kosten zwischen 5 und 17 Euro. 2003 urteilte die Stiftung Warentest: "klobig, schwierig zu handhaben und teuer".

Anti-Zeckenmittel schützen nur kurzfristig

Wäre es nicht am besten, Zecken abzuwehren, ehe sie sich in die Haut bohren? Allerdings ist auf handelsübliche Anti-Zeckenmittel kaum Verlass. Bei den meisten Sprays und Lotionen sei der von den Herstellern versprochene lang anhaltende Schutz nicht garantiert, urteilte die Stiftung Warentest im April 2008. Der wirksamste Schutz ist lange Kleidung, wenn man sich in Garten, Wald und Wiese aufhält. Nach einem Aufenthalt im Grünen sollte man sich gründlich nach Zecken absuchen und insbesondere Achselhöhlen, Kniekehlen, Zehenzwischenräume und Kopfhaut kontrollieren.

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