Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben >

Multiresistente Keime: So schützen Sie sich

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Ein "gravierendes Problem"  

Multiresistente Keime: So schützen Sie sich

07.05.2017, 14:23 Uhr | dpa-AFX, sah

Multiresistente Keime: So schützen Sie sich. Eine Probe mit Bakterien (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/solarseven)

Multiresistente Keime sind ein großes Problem (Quelle: solarseven/Thinkstock by Getty-Images)

In Europa sterben jährlich etwa 25.000 Menschen an den Folgen einer von resistenten Bakterien ausgelösten Infektion. Welche Gefahr stellen multiresistente Keime dar und wie können Sie sich schützen?

Was sind multiresistente Keime?

Die meisten Infektionen durch Bakterien lassen sich mit Antibiotika bekämpfen. Keime, gegen die mehrere Antibiotika nichts mehr ausrichten können, werden multiresistente Erreger genannt.

Wie gefährlich ist sind die Keime?

"Die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen gegen Antibiotika hat sich weltweit zu einem gravierenden Problem der öffentlichen Gesundheit entwickelt", heißt es beim Robert Koch-Institut (RKI). Zur Häufigkeit gibt es unterschiedliche Angaben. Etwa 30.000 bis 35.000 Patienten stecken sich in Kliniken mit einem multiresistenten Erreger an (MRE). Wie viele daran in Deutschland sterben, dafür gibt es laut RKI keine belastbaren Daten. "Nach derzeit bestmöglicher Schätzung dürfte diese Zahl zwischen 1.000 und 4.000 liegen."

So können Sie sich schützen

Vor allem kranke, alte und geschwächte Menschen sind gefährdet, Infektionen durch multiresistente Erreger zu entwickeln. Für gesunde Menschen mit einem guten Abwehrsystem sind sie in der Regel harmlos. Allerdings können sie die Bakterien übertragen. Damit das nicht passiert, sollte Folgendes beachtet werden:

  • Regelmäßig und gründlich Hände waschen
  • Wohnung mit Reinigungsmitteln sauber halten
  • Wäsche und Geschirr bei 60 Grad waschen

Besonders in Krankenhäusern ein Problem

Ein Erreger namens Klebsiella pneumoniae 4-MRGN hat beispielsweise große Teile der Intensivstation des Frankfurter Universitätsklinikums lahm gelegt. Klebsiella pneumoniae ist ein Keim, der beim gesunden Menschen zu den normalen Bewohnern des Magen-Darm-Trakts zählt. Anderswo, zum Beispiel in der Lunge, ist er gefährlich.

Am gefährlichsten sind die der Klasse 4-MRGN (die Abkürzung steht für "multiresistent gramnegativ"). Sie sind gegen alle vier üblichen, gegen das Bakterium zugelassenen Antibiotikagruppen immun. Dann besteht nur noch Hoffnung auf Reserve-Antibiotika.

Wie kam der Keim in die Uni-Klinik?

Ende März wurde ein Patient aufgenommen, der ihn mitbrachte. Die Klinik hatte ihn von einem anderen Krankenhaus übernommen. Der Mann war bereits todkrank und starb bald. Dass er resistente Klebsiella-Keime in sich trug, war bekannt – allerdings wusste man nur von 3-MRGN, wie Uni-Klinik-Direktor Jürgen Graf berichtet. Die vierfach resistente Variante wurde erst später entdeckt.

Wo kam der Keim her?

Am häufigsten bringen Patienten solche Keime aus dem Ausland mit, vor allem wenn sie dort im Krankenhaus waren, wie Ursel Heudorf vom Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt erklärt. In diesem Fall sei der Patient aber nicht verreist gewesen. Medienberichten zufolge ist der Mann erkrankt, nachdem er betrunken in einen Bach gefallen war. Denkbar ist, dass der Keim aus dem Wasser stammt. In einer ersten Probe habe man allerdings nichts gefunden, sagt der Krankenhaushygiene-Fachmann Martin Exner.

Wie konnte der Keim sich im Krankenhaus ausbreiten?

Das ist die entscheidende Frage, auf die es derzeit allerdings keine Antwort gibt. Der Keim wurde an fünf Patienten nachgewiesen. Der Infizierte lag auf der Intensivstation "isoliert in einem Einzelzimmer mit Schleuse und Druckkammer", wie der Leiter der Intensivmedizin, Kai Zacharowski, beteuert. "Wir wissen nicht, wie die Übertragung stattfinden konnte." Denkbar ist, dass Personal den Keim übertrug oder dass er an Geräten klebte, die das Zimmer verließen.

Was wird dagegen getan?

Das Gesundheitsministerium hat eine "Antibiotika Resistenzstrategie" entwickelt. In einer Datenbank werden Antibiotika-Verbrauch und Resistenzen erfasst, "um auf der Basis verlässlicher und repräsentativer Daten Maßnahmen zur Begrenzung des Problems ergreifen zu können", wie es in der Projektbeschreibung heißt. Auch jeder Einzelne kann mithelfen, betont das RKI: "Wenn Patienten unnötig Antibiotika einnehmen oder eine Behandlung vorzeitig abbrechen, kann das dazu führen, dass die Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren und dann, wenn es wirklich darauf ankommt, nicht mehr helfen."

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Weiße Westen für Jederman: Bauknecht Haushaltsgeräte
OTTO.de
Shopping
Die neuen Prepaid-Tarife der Telekom entdecken
zur Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Meistgesuchte Themen A bis Z
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesund leben

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017