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Zungenbelag: Wann man zum Arzt muss

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Bewährtes Warnsignal  

Das verrät Ihre Zunge über Ihre Gesundheit

20.07.2017, 10:53 Uhr | lac, dpa-tmn, t-online.de

Zungenbelag: Wann man zum Arzt muss. Herausgestreckte Zunge (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Wavebreakmedia)

Eine belegte Zunge kann ein Warnsignal sein. (Symbolbild) (Quelle: Wavebreakmedia/Thinkstock by Getty-Images)

Beim morgendlichen Zähneputzen macht mancher eine unappetitliche Entdeckung: Auf der Zunge hat sich ein dicker Belag gebildet. Keine Sorge – in den meisten Fällen ist das harmlos. Manchmal aber kann eine Veränderung der Zunge auch auf Krankheiten hinweisen. Was die Zunge aussagt.

Bewährtes Warnsignal

Mund auf, Zunge raus: In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist das eine der gängigen Untersuchungen. Über das Aussehen der Zunge werden seit Jahrtausenden Erkrankungen diagnostiziert. Noch immer kommen selbst Schulmediziner über den Zustand der Zunge Krankheiten auf die Spur. Die Zunge ist über Nervenbahnen bestens mit dem Gehirn und den Organen vernetzt. Wenn irgendetwas im Körper nicht stimmt, zeigt sich das deshalb auch an der Zunge. 

Der Normalzustand

Normalerweise ist die Zunge blassrosa, leicht belegt und an der Oberfläche etwas rau. Sieht sie deutlich anders aus und das nicht nur für ein paar Stunden, kann das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Eine nicht nur zeitweise schwarz-gefärbte Zunge etwa kann auf Leukämie hindeuten. Hat die Zunge dauerhaft einen kräftig gelben Belag, steckt möglicherweise eine Erkrankung im Leber-Gallen-Bereich dahinter. Ist die Zunge braun, gibt es eventuell Probleme im Verdauungstrakt. Eine gräulich gefärbte Zunge kann auf Blutarmut hindeuten, eine blau gefärbte auf eine Lungenkrankheit. Eine Erkältung oder eine Magen-Darm-Störung zeigt sich häufig an einem dicken weißen Belag der Zunge.

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Mehr Ballaststoffe, weniger Belag

Zungenbelag besteht aus alten Hautzellen, Speiseresten sowie Bakterien und Pilzen, die in der Mundhöhle angesiedelt sind. Wie ausgeprägt der Belag ist, hängt zum Teil mit der Ernährung zusammen, erklärt Zahnarzt Dr. Wolfgang Bengel, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Wer vorwiegend "weiche", also ballaststoffarme Lebensmittel zu sich nimmt, hat weniger Abrieb an der Zunge – folglich kann sich mehr Belag ausbilden. Gefährlich ist das nicht.

Schwarze Zunge durch Antibiotikum

"Allerdings kann der Belag eine Ursache für Mundgeruch sein", sagt Bengel. Deshalb sei eine regelmäßige Zungenreinigung wichtig. "Das kann man auch einfach mit der Zahnbürste machen", erklärt der Experte. Manche Beläge sehen zwar ungesund aus, sind aber völlig harmlos. So kann sich zum Beispiel durch die Einnahme von Antibiotika die Zunge schwarz verfärben. "Das liegt daran, dass das Medikament die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringt", sagt der Zahnarzt. Auch eine so genannte Landkartenzunge mit unregelmäßigen Flecken sei ungefährlich. Die Ursachen der Landkartenzunge sind unbekannt.

Dunkelrote Farbe bei kranker Leber

In manchen Fällen ist ein Belag oder eine verfärbte Zunge aber ein Krankheitssymptom. Ein Pilzbefall der Mundschleimhaut (Mundsoor) führt zum Beispiel zu cremig weißem Belag auf der Zunge. Eine bläulich gefärbte Zunge kann auf Sauerstoffmangel im Blut hindeuten. Eine dunkelrote Zunge ist möglicherweise ein Zeichen für eine Lebererkrankung. Bei Scharlach ist die Zunge oft entzündlich gerötet – man spricht dann auch von einer Himbeerzunge – und weist einen dicken Belag auf. Wenn man eine ungewöhnliche Veränderung an der Zunge bemerkt, sollte man sicherheitshalber einen Arzt um Rat fragen, rät Bengel.

Die Lackzunge

Von einer "Lackzunge" ist die Rede, wenn das Organ an der Oberfläche glänzend und glatt ist. "Das tritt bei Mangelerscheinungen von Vitaminen oder Mineralstoffen auf", erläutert Prof. Andreas Filippi, Fachzahnarzt für Oralchirurgie am Universitären Zentrum für Zahnmedizin in Basel. Auch ein brennendes Gefühl oder Entzündungen auf der Zunge können auf einen Vitaminmangel hindeuten. Ist die Zunge dauerhaft rotgefärbt ("Himbeer"- oder "Erdbeerzunge"), dann ist der Mensch wahrscheinlich an Scharlach erkrankt.

Einseitiger Belag bei Nervenerkrankung

Auch ein einseitiger Belag auf nur einer Zungenhälfte kommt vor. Er kann mit einer Nervenerkrankung oder Mittelohrentzündung zusammenhängen. Eine geschwollene, braun verfärbte Zunge deutet eventuell auf eine Nierenschwäche hin. Die sogenannte "Landkartenzunge" – ein ungleichmäßiger Belag, auf dem Zahnabdrücke zu sehen sind, – weist auf Störungen im Verdauungstrakt hin, erklärt Gräber.

Kein Grund zur Sorge ist dagegen in der Regel ein kurzzeitig sichtbarer Belag. Heidelbeeren zum Beispiel verfärben die Zunge blau, ohne dass irgendeine Erkrankung dahintersteckt. Ein Belag auf der Zunge kann also – muss aber nicht – auf eine Krankheit hindeuten.

Täglicher Selbstcheck

Ein täglicher Zungencheck zu Hause vor dem Spiegel hilft, Hinweise auf mögliche Krankheiten zu finden. Jeder sollte das Aussehen seiner Zunge regelmäßig beobachten, rät Eßer. Am besten geschieht das bei Tageslicht, idealerweise gleich nach dem Aufstehen. Dann ist die Zunge noch nicht durch Speisen oder Getränke verfärbt. Fällt etwas auf, dann sollte dies am besten zunächst beim Hausarzt thematisiert werden.

Mitunter kann die Zunge auch von Pilzen befallen sein. Betroffen sind meist Menschen, deren Abwehr geschwächt ist. Auch während einer Antibiotika-Therapie treten manchmal Pilzerkrankungen auf. Behandeln lässt sich das mit Lutschtabletten. Auch bestimmte Mundspülungen, die in der Apotheke erhältlich sind, können helfen, wie Eßer erklärt.

Filippi empfiehlt, die Zunge regelmäßig zu reinigen: "Das geht am besten mit einer Zungenbürste und nicht mit einem Zungenschaber." Da sich die meisten Bakterien in der Mundhöhle auf der Zunge befinden, hilft eine Reinigung, Karies und Mundgeruch vorzubeugen. Die Zungenbürste sollte mit einer speziellen Paste oder der Zahnpasta verwendet werden. Gräber gibt einen weiteren Tipp für die Zungenreinigung: das Ölziehen. Dabei werden für eine Mundspülung je ein Teelöffel Kokos- und Sesamöl vermengt. "Das schont die Mundflora und hilft bei Entzündungen in der Mundhöhle."

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