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Hygiene: Händewaschen wichtiger als die tägliche Dusche

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Körperpflege  

Händewaschen wichtiger als Dusche

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Hygiene: Händewaschen wichtiger als die tägliche Dusche. Hygiene: Nur jeder Dritte wäscht sich die Hände mit Wasser und Seife.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nur jeder Dritte wäscht sich die Hände mit Wasser und Seife. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die tägliche Dusche gehört für viele Menschen zur Körperpflege dazu. Dabei ist sie aus hygienischen Gründen gar nicht nötig. Gefährliche Keime lauern nicht Zuhause, sondern im öffentlichen Bereich. Und dort sieht es mit der Hygiene katastrophal aus: Nur jeder Dritte wäscht sich nach dem Besuch einer öffentlichen Toilette die Hände mit Wasser und Seife. Dr. Ernst Tabori, Facharzt für Hygiene, erklärt, wo Hygiene wichtig ist und wo sie eher schadet.

Tägliche Dusche überflüssig

"Dass wir uns täglich duschen, hat nichts mit besserer Hygiene zu tun, es dient vor allem unserem Wohlbefinden," erklärt der ärztliche Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene in Freiburg, Dr. Ernst Tabori. Für die Haut ist die tägliche Dusche eher eine Belastung, sie trocknet bei jedem Duschen aus - insbesondere, wenn wir lange und heiß duschen. Zwei- bis dreimal die Woche duschen sei deshalb völlig ausreichend für jemanden, der keine schwere körperliche Arbeit verrichte, so Tabori. "Das heißt ja nicht, dass man sich nicht zwischendurch wäscht."

Keimgefahr in öffentlichen Toiletten

"Händewaschen ist das Allerwichtigste, was man machen kann, um sich und andere vor Infektionen zu schützen", weiß Tabori. Dies gilt für allem für öffentliche Toiletten. Dort übertragen sich Bakterien und Viren, die beispielsweise wie Noroviren Magen-Darm-Infektionen auslösen können. "Wenn sie dort beispielsweise eine Türklinke anfassen und sich anschließend ein Eis kaufen, bekommen Sie die infektiöse Fracht von der Toilette direkt in den Mund. Den weiteren Verlauf kann man sich vorstellen," so der Facharzt für Hygiene. "Mit dem Händewaschen unterbrechen Sie diese Kette."

Nur jeder Dritte benutzt Wasser und Seife

Erschreckend ist für Tabori die Tatsache, dass jeder Dritte sich nach dem Besuch einer öffentlichen Toilette gar nicht die Hände wäscht. Ein Drittel benutze nur Wasser und lediglich ein Drittel aller Toilettenbesucher wasche sich die Hände richtig mit Wasser und Seife. "Das ist erschreckend und unverständlich, wenn man an die vielen Durchfallerkrankungen denkt," so Tabori. "Da müssen Sie sich nicht wundern, wenn Sie abends Bauchgrimmen bekommen." Auf öffentlichen Toiletten sollte man möglichst nur Seifenspender und Einwegpapierhandtücher benutzen und keine Stückseifen und Baumwollhandtücher anfassen, die von allen benutzt werden.

Handtücher regelmäßig tauschen

Anders sieht es zuhause aus. Zwar sollte man beispielsweise Handtücher wechseln, sobald sie schmutzig sind. Doch dafür gibt es keine feste Regel. "Jemand, der selten zuhause ist, muss dies seltener machen als eine sechsköpfige Familie", sagt Tabori. "Allerdings muss man im häuslichen Umfeld im allgemeinen keine Angst vor Infektionen haben." Dort tauschen wir unsere Keime ohnehin ständig aus. Deshalb genüge es auch, Körperwäsche und Handtücher bei 40 bis 60 Grad zu waschen. "Entscheidend ist, dass die Wäsche sauber ist," so der Hygieneexperte. Und das erreichen moderne Maschinen auch mit niedrigen Temperaturen.

Auf Mundhygiene achten

Eine gute Mundhygiene ist hingegen ausgesprochen wichtig. Zweimal täglich Zähneputzen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Mundspülungen haben mit Zahnpflege wenig zu tun, sie machen lediglich einen frischen Geschmack. "Im Mund eines gesunden Menschen befinden sich viele Keime - aber die gehören da auch hin" so Tabori. "Desinfizierende Mundspülungen sind daher überflüssig."

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