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Schmerzen und stechen in der Brust: diese Symptome beachten

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Brusterkrankungen  

Was Schmerzen in der Brust bedeuten

20.01.2012, 09:30 Uhr | akh

Schmerzen und stechen in der Brust: diese Symptome beachten. Brustkrebs: Brust abtasten als Methode zur Früherkennung. (Foto: imago)

Regelmäßiges Brustabtasten hilft bei der Früherkennung von Knoten. (Foto: imago)

Es zieht oder sticht in der Brust oder man verspürt einen Druckschmerz - das kennen viele Frauen. Oft sind diese Schmerzen harmlos, doch wenn sie wiederkehren, sollten Frauen einen Arzt aufsuchen. Es gibt zahlreiche Brusterkrankungen, die vielen Frauen nicht bekannt sind. Manche davon können sogar eine Vorstufe von Brustkrebs sein. Wir haben einen Experten gefragt, was die Schmerzen und andere Symptome in der Brust bedeuten können und klären über die häufigsten Erkrankungen auf.

Hormonelle Veränderungen sind meistens schuld

Frauen gehen häufig zum Arzt, um Schmerzen in der Brust abklären zu lassen. „Meistens spüren sie ein Stechen, klagen über Spannungsgefühle oder einen Druckschmerz“, erklärt Professor Christof Sohn, Leiter des Brustzentrums und Direktor der Universitätsfrauenklinik in Heidelberg. Daran sind oft hormonelle Veränderungen schuld. „Diese Symptome treten am meisten in der Zeit vor den Wechseljahren oder in der zweiten Zyklushälfte auf“, so der Experte. Hier seien die hormonellen Veränderung besonders groß und würden die Schmerzen bedingen. Schmerzen sind in erster Linie ein Warnsignal des Körpers. Leider ist das bei der Brust jedoch nicht ausschlaggebend: „Schmerz ist in diesem Fall kein Leitsymptom. Das Abtasten der Brust oder eine Mammografie sind die wichtigen Methoden, um Erkrankungen in der Brust zu erkennen“, mahnt Sohn.

Die Brustwarze sondert Flüssigkeiten ab

Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brustwarze treten immer wieder auf. Wenn dieses Problem hormonell bedingt ist, sondern beide Brustwarzen genau die gleiche Menge an Flüssigkeit ab, da die Brustdrüse hormonabhängig ist. Der Austritt der Flüssigkeit wird selten von Schmerzen begleitet. Frauen bemerken diese Absonderungen besonders häufig durch Flecken im BH. „Bedenklich wird es, wenn die Flüssigkeit nur aus einer Brustwarze austritt oder sogar Blut dabei ist. Dann muss man die Brust in einer Mammografie oder mit dem Ultraschall untersuchen“, so der Experte. Meist handelt es sich um ein Papillom. Dies ist ein kleines, gutartiges Gewächs im Milchdrüsengang. Es wächst meist am unteren Teil der Milchdrüse und ist sehr verletzlich, so dass es häufig anfängt zu bluten. Das Papillom kann operativ entfernt werden, indem man die Wucherung aus dem Milchdrüsengang entfernt. Bei regelmäßiger Kontrolle der Flüssigkeit auf eventuelle Veränderungen oder sogar Tumorzellen, kann das Papillom allerdings auch in der Brust bleiben.


Ein Knubbel ist nicht immer Brustkrebs

Häufig tasten Frauen einen Knoten in der Brust, der sich glücklicherweise nicht immer als Tumor herausstellt. In diesem Fall handelt es sich um eine Zyste im Brustgewebe. Eine Zyste ist ein Milchgang, der sich mit Flüssigkeit füllt und durch die Schwellung Probleme machen kann. Der Unterschied lässt sich für Frauen oft nicht ertasten, so dass nur der Besuch beim Arzt für Aufklärung sorgen kann. „Zysten  sind zwar schmerzhaft, allerdings völlig harmlos.  Ab einer gewissen Größe sollte man die Zyste punktieren und so die Flüssigkeit herausziehen, damit die Patientin wieder beschwerdefrei ist“, sagt der Brustspezialist. Auch bei einer Mastopathie ertastet man häufig feinknotige Brustveränderungen. Diese betrifft viele junge Frauen während dem Zyklus, da es hier im Körper zu großen hormonellen Veränderungen kommt. Daher treten diese kleinen Knubbel meist vermehrt und in beiden Brüsten auf. „Eine Mastopathie ist aber keine schlimme Erkrankung und auch kein Vorzeichen für eine Brustkrebserkrankung“, sagt Sohn. Bei besonders extremen Beschwerden besteht die Möglichkeit, mit einem Gel, das das Gegenhormon Gestagen enthält, die Schmerzen zu lindern.

Eine verkalkte Brust deutet auf Krebs hin

Schmerzen entstehen auch häufig durch Kalkablagerungen in der Brust. Das ist theoretisch in jedem Bereich der Brust möglich, in dem das Gewebe schnell wächst. Besonders oft betroffen sind die Milchdrüsengänge. „Kalkablagerungen sind nur in der Mammografie erkennbar. Es handelt sich meist um Mikroverkalkungen, die nicht tastbar sind und auch im Ultraschall werden keine ausreichenden Informationen geliefert“, berichtet der Experte. Die Früherkennung von Verkalkungen dient jedoch auch der Brustkrebsvorsorge. „Nicht selten sind Kalkablagerungen ein erster Hinweis auf einen nicht-invasiven Krebs. Bei einer frühen Diagnose können wir schnell handeln und dem Krebs entgegenwirken“, erklärt Sohn. Weitere Anzeichen für eine Brustkrebserkrankung sind in erster Linie Hautveränderungen. „Brustkrebs verursacht keine Schmerzen. Deshalb wird er häufig erst so spät erkannt. Außer dem Tastbefund sollten Frauen jedoch unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn sich eine Brustwarze, die ganze Brust oder einzelne Hautflächen zurückziehen“, warnt der Heidelberger Spezialist. Auch einfache Brustentzündungen, die sich durch Rötungen und Schwellungen äußern, können Krebs bedeuten. Dies ist jedoch eher selten der Fall.

Viele junge Frauen leben mit einem gutartigen Tumor

Vor allem Frauen zwischen 15 und 35 Jahren und Frauen zwischen 45 und 55 Jahren haben ein Fibroadenom in der Brust. Das ist ein gutartiger Tumor, der an mehreren Stellen in der Brust entstehen kann. Das Wachstum wird durch das weibliche Hormon Östrogen begünstigt, das während dem Zyklus stark produziert wird. Ein Fibroadenom macht in der Regel keine Beschwerden und wird von Frauen meist beim Abtasten der Brust entdeckt. Um sicherzugehen, dass es sich um keinen bösartigen Tumor handelt, sollte der Arzt eine Gewebeprobe entnehmen. Bestätigt sich die Diagnose, muss ein Fibroadenom nicht zwangsläufig entfernt werden. Nur in einem von 1000 Fällen entartet das Fibroadenom zu einer bösartigen Krebszelle. Hier hilft eine regelmäßige Kontrolle, um einen möglichen Brustkrebs frühzeitig zu entdecken.

Eine Mammografie ist lebenswichtig

Viele Frauen gehen viel zu selten zu Vorsorgeuntersuchungen. „Dabei ist eine Mammografie das wichtigste Instrument zur Früherkennung und zur Behandlung von Brustkrebs“, ermahnt der Experte. Vor allem bei Frauen über 40 sollte regelmäßig eine Mammografie durchgeführt werden. Die Strahlenbelastung ist entgegen vieler Annahmen gering: „Die Röntgenstrahlen sind sehr gering. Eine vergleichbare Strahlung haben wir beim Skifahren oder in einem Flugzeug“, erklärt Sohn. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren wird alle zwei Jahre kostenlos ein Mammografie-Screening angeboten. „Dabei lässt sich das Brustgewebe wunderbar untersuchen und Veränderungen sofort erkennen. Wir würden dieses Screening bevorzugt gerne bei Frauen ab 40 Jahren durchführen“, sagt der Spezialist. Bei Frauen unter 40 Jahren ist eine Mammografie aufgrund des dichten Brustgewebes schwierig. „In diesem Fall ist eine Ultraschall-Untersuchung die bessere Variante“, sagt Sohn.

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