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Trichterbrust: Ein Loch in der Brust kann psychisch belastend sein

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Trichterbrust  

Eine Trichterbrust ist nicht nur ein kosmetisches Problem

29.11.2013, 08:43 Uhr | Stefanie Weyer

Trichterbrust: Ein Loch in der Brust kann psychisch belastend sein. Es sieht aus wie eine große Delle in der Brust: Die Rede ist von der sogenannten Trichterbrust, der häufigsten Fehlbildung der Brustwand. (Quelle: Charité Berlin/ Dr. med. Ronald Lützenberg)

Es sieht aus wie eine große Delle in der Brust: Die Rede ist von der sogenannten Trichterbrust, der häufigsten Fehlbildung der Brustwand. (Quelle: Charité Berlin/ Dr. med. Ronald Lützenberg)

Es sieht aus wie eine große Delle in der Brust: Die Rede ist von der sogenannten Trichterbrust, der häufigsten Fehlbildung der Brustwand. Sie entsteht durch die Verformung des Rippenknorpels. Dabei sind die Rippen nach innen gewölbt und bilden eine trichterförmige Vertiefung in der Brust. Wir haben mit dem Oberarzt Doktor Lützenberg von der Charité in Berlin gesprochen und interessante Fakten zum Thema erhalten.

Krankhafte Veränderung des Brustkorbs

Bei einer Trichterbrust ist der Rippenknorpel, der den knöchernen Teil der Rippe mit dem Brustbein verbindet, verformt. "Es handelt sich dabei um eine krankhafte Veränderung des Brustkorbes, die angeboren und auch vererbbar ist", sagt Dr. Lützenberg. Eine Trichterbrust ist meist schon unmittelbar nach der Geburt zu erkennen. In Phasen des schnellen Körperwachstums, wie der Pubertät, prägt sich die Trichterbrust oft weiter aus. Die Tiefe und Ausprägung des Trichters kann von unter einem Zentimeter bis zu über acht Zentimeter reichen. Laut Angaben der Charité Berlin tritt eine Trichterbrust mit einer Häufigkeit von 1: 300 bis 1.000 Kindern auf. Zudem sind Männer dreimal häufiger betroffen als Frauen. Die Ursache dafür ist bislang ungeklärt.

Patienten sind körperlich eingeschränkt

"Das Thema Trichterbrust wird viel zu oft bagatellisiert", sagt Lützenberg und betont, dass es sich dabei nicht nur um ein kosmetisches Problem handelt, sondern um ein komplexes Krankheitsbild. Durch die Einbuchtung des Brustbeines verringert sich der Platz im Brustkorb - Herz und Lunge haben unter Umständen nicht genügend Raum, so dass sich das Herz unter dem Druck verlagern kann.

Oft ist die Atemfunktion eingeschränkt

"Viele Patienten klagen über Luftnot und Herzrasen. Ihre Atemfunktion ist stark eingeschränkt und der Bewegungsablauf ist ein ganz anderer als bei gesunden Menschen", so der Experte. Beim Atmen kann sich der Brustkorb durch die Vertiefung nicht dehnen, dadurch müssen die Betroffenen durch den Bauch atmen. "Besonders beim Sport macht sich die eingeschränkte Lungenfunktion bemerkbar, die Patienten benötigen deutlich längere Erholungszeiten, fügt Lützenberg an.

Große psychische Belastung

Neben den körperlichen Beschwerden, leiden Menschen mit einer Trichterbrust vor allem unter psychischen Problemen. "Die Betroffenen haben ein ganz anderes Körperbewusstsein", erklärt der Experte. Viele ziehen sich zurück und meiden Orte und Aktivitäten, bei denen sie ihren Körper zeigen müssen, wie zum Beispiel beim Sport oder im Schwimmbad. Auch in der Partnerschaft kann es dadurch zu Problemen kommen, so Lützenberg.

Wann wird operiert?

"In den meisten Fällen ist, neben dem seelische Leidensdruck, eine Störung der Herz- und Lungenfunktion ausschlaggebend für eine operative Korrektur", erklärt der Experte. Reine kosmetische Eingriffe sind dagegen eher selten, denn viele Krankenkassen übernehmen diesen Eingriff nicht, fügt Lützenberg hinzu.

Verschiedene OP-Methoden sind möglich

Der operative Eingriff ist durch verschiedene Techniken möglich. Zu Beginn war die Ravitch-Methode besonders populär - eine knöcherne Korrektur, bei der die verformten Rippen vom Brustbein und die Knorpelanteile der Rippen entfernt, und das Brustbein mit Metallspangen fixiert wird. "Diese Methode hat aber viele Nachteile", betont Lützenberg. Zum einen bleiben große Narben zurück und zum anderen kann der Eingriff zu einer dauerhaften Störung der normalen Beweglichkeit und Elastizität der vorderen Brustwand führen.  

Nuss-Technik ist schonender

Seit 1998 ist die sogenannte Nuss-Technik, benannt nach ihrem amerikanischen Erfinder, dem Chirurgen Donald Nuss, weit verbreitet. Dabei handelt es sich um eine deutlich schonendere Methode zur Trichterbrust-Korrektur. "Die Schnitte sind sehr kurz und verlaufen seitlich an der Brustwand", erläutert der Experte. Bei der OP schiebt der Chirurg eine Metallspange unter das Brustbein und befestigt sie an den seitlichen Rippen. Die Spange drückt das Brustbein nach außen und formt so den Brustkorb. Nach etwa zwei bis vier Jahren kann die Spange entfernt werden - die neu geformte Brustwand ist dann stabil.

Silikonimplantate oder Saugglocke?

Wenn keine gesundheitlichen Beschwerden vorliegen, gibt es auch die Möglichkeit Silikonimplantate in die Vertiefung einzusetzen. Mit ihnen lassen sich leichte Verformungen in der Regel gut korrigieren, ohne dass die Knochen verschoben werden müssen. Das Implantat ist ein möglichst genauer Abguss der Trichterbrust. Dies gewährleistet eine optimale Passform und bestmöglichen Halt.

Auch die so genannte Saugglocken-Methode ist bei leichten Symptomen möglich, sagt Lützenberg. Dabei wird eine Glocke auf die Brust aufgesetzt und mit einem Saugball festgesaugt. Dabei entsteht ein Unterdruck in der Glocke und dieser hebt dann den zu korrigierenden Brustteil an. Mit dieser Methode werden die Muskeln, die sich unter der Brust verkürzt haben, Stück für Stück gedehnt. Allerdings ist bei dieser Methode sehr viel Disziplin gefragt. Die Behandlung erstreckt sich über mehrere Monate oder Jahre, je nach Ausprägung.

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