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Parkinson kündigt sich schleichend an

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Parkinson-Warnzeichen  

Ein schlurfender Gang kann auf Parkinson hindeuten

15.08.2014, 11:37 Uhr | dpa/tmn

Parkinson kündigt sich schleichend an. Schmerzende Verspannungen der Nacken- und Schultermuskeln auf einer Körperseite können Anzeichen für Parkinson sein.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schmerzende Verspannungen der Nacken- und Schultermuskeln auf einer Körperseite können Anzeichen für Parkinson sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Diagnose Parkinson trifft immer mehr Menschen: Deutschlandweit leiden etwa 150.000 bis 200.000 Menschen an der neurologischen Bewegungsstörung. Parkinson setzt schleichend und mit unspezifischen Symptomen ein. Dennoch lässt sich die Krankheit an vielen Kleinigkeiten erkennen: Wer auf einmal nur noch schlurfend gehen kann, schlecht schläft oder einseitige Nackenschmerzen hat, leidet möglicherweise an Parkinson.

Zittern und Steifheit sind oft Vorboten

Im Frühjahr vor acht Jahren fing es an: Morgens beim Aufstehen fühlte sich Ulrike Braatz immer für ein paar Sekunden merkwürdig steif. Wenn sie beim Anziehen auf einem Bein stand, um in eine Hose zu schlüpfen, fiel sie um. Und wenn sie bei der Arbeit den Telefonhörer in der linken Hand hielt, um mit rechts zu schreiben, zitterte der ganze linke Arm. "Das habe ich darauf geschoben, dass ich nie im Leben Sport gemacht habe", erzählt die heute 63-Jährige. Doch daran lag es nicht. Nach ein paar Test bei einem Neurologen stand fest: Ulrike Braatz hat Parkinson.

Bei Parkinson zerfallen Zellen im Gehirn

Die Parkinsonschen Krankheit (Morbus Parkinson) ist die häufigste neurologische Bewegungsstörung bei älteren Menschen. Die Diagnose wird meist im Alter von 60 Jahren gestellt. Von Parkinson spricht man, wenn die Bewegungen auf einer Seite verlangsamt sind, zusätzlich ein Zittern (Tremor) im Ruhezustand und Muskelsteifheit auftreten, erläutert Prof. Wolfgang Oertel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Siegen.

Bei der Erkrankung zerfallen Zellen des Mittelhirns. Sie produzieren dann kein Dopamin mehr, mit dessen Hilfe der Körper normalerweise Bewegungen steuert. Zahlreiche Störungen, die sich mit dem Fortschreiten des Leidens verstärken, sind die Folge. Dazu kann auch eine leise und monotone Sprache sowie eine Verlangsamung der willkürlichen Bewegungen gehören. Viele Patienten leiden unter Muskelzittern, haben Schwierigkeiten beim Schnürsenkelbinden und Knöpfeschließen. An der Krankheit selbst sterben die wenigsten. Vielmehr sind es Folgeleiden wie eine Lungenentzündung, die für Betroffene tödlich enden.

Gestörtes Schlafverhalten ist deutliches Warnzeichen

Ein eindeutiges erstes Vorzeichen der Erkrankung ist die REM-Schlaf-Verhaltensstörung, bei der der Traumschlaf gestört ist. "Dabei kämpfen die Betroffenen im Schlaf gegen einen Angreifer, sprechen und schlagen um sich, verletzen sich oder den Partner", sagt Oertel. Er rät, in solchen Fällen zu einem auf Schlafstörungen spezialisierten Neurologen zu gehen oder sich an ein Schlafmedizinisches Zentrum zu wenden. "Bei mehr als 65 Prozent der Menschen mit einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist es wahrscheinlich, dass sie in den kommenden 10 bis 20 Jahren an Parkinson erkranken."

Viele Symptome sind unspezifisch

Doch auch weniger spezifische Symptome können die Erkrankung ankündigen. Dazu gehören Verstopfungen und Störungen des Geruchssinns sowie Depressionen. Betroffene, die sich plötzlich nur noch sehr langsam bewegen können und eine andere Körperhaltung als zuvor einnehmen, sollten diese Warnzeichen erst nehmen. Auch schmerzende Verspannungen der Nacken- und Schultermuskeln auf einer Körperseite sind frühe Anzeichen der Erkrankung, erläutert Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld. Wenn sich die Schmerzen nicht lindern lassen und die Verspannungen nicht bessern, sollte der Verdacht auf Parkinson abgeklärt werden.

Medikamente so früh wie möglich nehmen

Das einzige, was Betroffenen nach der Diagnose bleibt, ist die Krankheit zu akzeptieren, körperlich und mental aktiv zu bleiben - und so früh wie möglich Medikamente zu nehmen. Diese können die Krankheit zwar nicht aufhalten, aber den Prozess deutlich verlangsamen. Ulrike Braatz hat gelernt mit der Erkrankung umzugehen. Die Krankheit sei zwar oft lästig, aber weitgehend schmerzfrei und an guten Tagen merkt man sie ihr fast nicht an.

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