Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Depressionen: Wie Angehörige erste Warnzeichen richtig deuten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Depressionen  

Diese Warnzeichen deuten auf eine Depression hin

14.11.2013, 15:43 Uhr | akl

Depressionen: Wie Angehörige erste Warnzeichen richtig deuten. Depression: Die Krankheit äußert sich bei Männern oft andres als bei Frauen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bis eine Depression ausbricht, durchläuft der Patient mehrere Stadien. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Erschöpfung, Traurigkeit und Gefühllosigkeit: Eine Depression ist viel mehr als das. Die Erkrankung hat so viele verschiedene Erscheinungsformen, dass selbst enge Angehörige die Warnzeichen oft übersehen. Doch das schnelle Erkennen der Erkrankung ist wichtig, denn mit dem weiteren Fortschreiten der Depression wird es immer schwieriger, die Betroffenen zu erreichen. Viele verweigern jede Hilfe, versperren sich vor der Diagnose, ziehen sich zurück und haben am Ende oft nur einen Wunsch: Sie möchten sterben. Diese Signale sollten Angehörige ernst nehmen.

Wenn Traurigkeit und Ängste überwiegen

Depressiv zu sein, heißt, eine tiefe, innere Leere und Traurigkeit zu spüren. Die Betroffenen sind verzweifelt. Existenzängste, Selbstvorwürfe und das Gefühl, nicht geliebt zu werden, bestimmen ihre Gedanken. Sie befinden sich in einem Strudel der Hoffnungslosigkeit und schaffen es von selbst nicht aus ihm heraus. Sie fühlen sich wertlos, sehnen sich nach Zuneigung und schaffen es doch oft nicht, diese anzunehmen. Sie stoßen andere von sich, obwohl sie deren Hilfe eigentlich brauchen.

Jeder Sechste einmal im Leben betroffen

Nach Angaben der Barmer/GEK Gesundheitskasse leidet jede sechste Person einmal in ihrem Leben unter einer depressiven Störung. Frauen seien etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Eine echte Depression würden etwa 19 Prozent der Frauen und zwölf Prozent der Männer bekommen. Das heißt, dass auch wenn man nicht selbst betroffen ist, die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, jemanden mit dieser Krankheit zu kennen.

Das Depressionsrisiko steigt mit dem Alter: Rund 20 Prozent der Menschen über 65 sind depressiv, so die Barmer/GEK. Das Schlimme: Die Symptome der Erkrankung schleichen sich Stück für Stück in das Leben und bleiben zuerst unbemerkt. Die Grenze zwischen einer reinen Befindlichkeitsstörung zu einer Depression sind fließend.

Depression frühzeitig erkennen - und heilen

Wichtig ist, dass eine Depression so früh wie möglich erkannt wird. Etwa die Hälfte der Betroffenen wird innerhalb der ersten drei Monate wieder gesund, bei einem Viertel kann es über ein Jahr dauern, so die Gesundheitskasse. 70 Prozent der Neuerkrankten würden im späteren Leben immer wieder Phasen mit Depressionen durchleben. Betroffen sind unter anderem oft Menschen mit einem pessimistischem Weltbild oder alleinlebende Personen. Aber auch sehr leistungsorientierte und verantwortungsbewusste Menschen, die sich selbst streng gegenüber stehen, haben ein erhöhtes Risiko.

Warnzeichen nicht ignorieren

Neben erblichen Faktoren können auch belastende Lebensereignisse wie Arbeitslosigkeit, Trennungen und Todesfälle eine Depression auslösen. Aber auch Über- und Unterforderung sowie psychische Konflikte können den Weg in die Erkrankung ebnen. Wer jemanden kennt, der eine schwierige Lebensphase durchmacht, sollte aufmerksam bleiben: Verändert sich das Denken, das Fühlen und das Handeln beim anderen? Wie ist es um seine körperliche Gesundheit bestellt? Tut er sich schwer, Entscheidungen zu treffen? Wirkt er passiv, abwesend oder weint er viel? Kommt er nur schwer aus dem Bett?

Viele zeigen zudem Sprachschwierigkeiten, können sich nur noch schwer an Ereignisse erinnern. Oftmals verändern sich auch Stimme und Mimik. Auch die Sprache kann leiser werden. Betroffene haben kein Interesse mehr an ihrer Umwelt und ziehen sich zurück. Sie fürchten sich plötzlich vor Situationen, die sie früher noch gut meistern konnten und auch die Zukunft bereitet Sorgen. Schlafstörungen können ebenso auftreten wie Verdauungsprobleme, Mundtrockenheit, Schwindel, Herzrasen, Rücken- oder Kopfschmerzen. Hinzu kann eine gebeugte Körperhaltung kommen. Viele beschreiben ein Gefühl von Druck im Kopf. Häufig besteht auch die Angst, andere Krankheiten zu haben. Viele fürchten sich vor dem finanziellen Ruin. Die Lust auf Sex lässt ebenfalls nach. Manche Betroffene fühlen sich bei Dunkelheit wohler als am Tag.

Wann ein Arzt helfen muss

Nach Angaben der Barmer/GEK raten Mediziner zu handeln, sobald die gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen anhält und mehrere der folgenden Symptome erkennbar sind:

  • Die Verstimmung nimmt zu, verschwindet praktisch nicht mehr und wird auch durch äußere Umstände kaum beeinflusst.
  • Es fällt schwer, "in die Gänge" zu kommen. Die Betroffenen fühlen sich kraftlos und müde. Viele verlassen das Bett nicht mehr.
  • Das Interesse an Aktivitäten, die sonst Spaß gemacht haben, lässt nach. Nichts macht mehr Freude.
  • Es fällt schwer, sich zu konzentrieren, sich zu erinnern oder Entscheidungen treffen.
  • Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl schwinden.
  • Selbstvorwürfe oder unangemessene Schuldgefühle schleichen sich in das Denken.
  • Die Betroffenen sind entweder unruhig und nervös oder sie bewegen sich kaum.
  • Schlafstörungen treten auf.
  • Man hat keinen Hunger mehr oder isst plötzlich sehr viel.
  • Depressive Männer äußern ihre Depressionen im Unterschied zu Frauen öfter in starker Reizbarkeit und Aggressivität, viele gestehen sich die Erkrankung nicht ein.
  • Die Gedanken kreisen immer wieder um den Tod. Vielen denken an Selbstmord.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE
Anhaltende Traurigkeit, Erschöpfung, Ängste und Hoffnungslosigkeit: Kennen Sie diese Gefühle?
Video des Tages
Ähnliche Themen im Web

Shopping
Shopping
congstar „Smart Aktion“: 300 Min, 100 SMS und 1000 MB
zu congstar.de
Shopping
Portable Bluetooth-Speaker für alle Gelegenheiten
online unter www.teufel.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017