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Fettleibigkeit: Magen-OP ist für Fettleibige oft der letzte Ausweg

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Notbremse OP  

Magen-OP ist für Fettleibige oft der letzte Ausweg

01.03.2016, 11:47 Uhr | dpa-tmn, t-online.de

Fettleibigkeit: Magen-OP ist für Fettleibige oft der letzte Ausweg. Fettleibigkeit: Die Zahl der Adipositas-Operationen steigt stetig. (Quelle: picture-alliance / ANP XTRA)

Die Zahl der Adipositas-Operationen steigt stetig. (Quelle: picture-alliance / ANP XTRA)

Immer mehr Menschen mit Fettleibigkeit legen sich für eine Gewichtsreduktion unter das Messer. Nur ein teurer Trend oder sinnvolle Therapie? Für viele Betroffene ist eine Magenoperation der letzte Ausweg. Wann sie sinnvoll ist und für wen sie sich eignet.

Magen-Operationen bei Fettleibigen nehmen zu

Nach Angaben der Krankenkasse DAK haben sich die Ausgaben für Magen-Operationen bei stark übergewichtigen Patienten seit dem Jahr 2008 mehr als verdoppelt. "Die Adipositas ist eine tödliche Erkrankung, die im Schlepptau schwerwiegende Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt mit sich führt", sagt Prof. Jürgen Ordemann, Leiter des Zentrums für Adipositas und Metabolische Chirurgie an der Charité in Berlin.

Erfolgreiche Therapie bei extremem Übergewicht

"Es gibt kaum eine Möglichkeit, sich mit herkömmlichen Therapien von dieser Erkrankung zu befreien", stellt er klar. Die Zahl der Adipositas-Operationen steige nicht nur, weil es immer mehr stark Übergewichtige gibt und konservative Therapien bei extrem fettleibigen Menschen versagen. Sie steige auch, weil diese Operationen sehr erfolgreich seien.

Stoffwechsel wird positiv beeinflusst

Bei der Schlauchmagen- und der Magenbypass-Operation wird der Magen verkleinert. Bei der Magenbypass-OP wird zusätzlich ein Bereich des Darms umgangen, so dass weniger Nahrung in den Körper aufgenommen werden kann. Beide Verfahren verändern nicht nur das Vermögen der Nahrungsaufnahme, sondern beeinflussen auch die Stoffwechselsituation positiv.

Lebenslange Nachsorge nötig

"Bestimmte Hormone, die Hunger und Sättigung steuern, werden im Magen selbst gebildet und verringern sich durch die teilweise Entfernung", erläutert Ordemann. "Somit verändern sich Hunger- und Sättigungsmechanismen, was dazu führt, dass adipöse Menschen weniger essen." Allerdings ist die lebenslange Nachsorge und Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Mineralstoffen erforderlich. "Es gibt keine pauschale Empfehlung für ein bestimmtes Verfahren."

Wann die Kasse den Eingriff bezahlt

Die Krankenkasse kann die Kosten grundsätzlich übernehmen ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 40 beziehungsweise von 35, wenn zusätzlich Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes bestehen. Voraussetzung ist zudem ein vorangegangener, ärztlich begleiteter, erfolgloser konservativer Abnehmversuch im Rahmen einer multimodalen Therapie aus Bewegung, Diät und Verhaltenstraining.

OP in Adipositaszentrum vornehmen lassen

Ebenso muss mit Stellungnahmen des Hausarztes, des Chirurgen, gegebenenfalls eines Hormonspezialisten (Facharzt für Endokrinologie) sowie eines Psychotherapeuten nachgewiesen werden, dass die Operation erfolgversprechend ist. Darauf weist Prof. Stephan Herpertz, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, hin. Patienten mit Operationswunsch sollten sich immer an ein qualifiziertes Adipositaszentrum wenden. "Hier wird am besten sichergestellt, dass Patienten die umfassende Vor- und Nachbehandlung erhalten, die im Rahmen einer solchen Operation erforderlich ist", erklärt Herpertz.

Nach Magen-OP das Essverhalten ändern

Eine Magenoperation birgt allerdings auch Risiken. Für viele übergewichtige Menschen dienen Fressattacken zum Frustabbau, für den nach einer OP ein anderer Weg gesucht werden muss. Die Problematik, dass sie weniger essen können, sehen viele vorher nicht. Nach der Operation müssen die Patienten viel Disziplin aufbringen und ein Leben lang bestimmte Essenspläne einhalten. Ansonsten kann es zu Komplikationen kommen und weitere Operationen folgen.

Letzter Ausweg nach zahlreichen Diäten

Viele behandelnde Zentren fordern einen leichteren Zugang für Adipositas-Patienten zu einer Operation. "Die meisten Patienten, die kommen, haben schon unzählige Diäten hinter sich", betont Christine Stier vom Exzellenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie am Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt am Main. Sie kämen, weil sie gesundheitliche Probleme haben. 

Eingriff erfordert im Nachhinein Disziplin

"Adipositas-Operationen sind keine Lifestyle-Operationen, sondern eine glasklare Therapie, deren Wirksamkeit durch Studien gut belegt ist", unterstreicht die Expertin. Gefährliche Folgeerkrankungen der Adipositas lassen sich dadurch erheblich senken. "Mit Sicherheit ist das keine 100-prozentige Lösung, und es ist auch kein Knopfdruck, mit dem man die Patienten schlank macht", betont sie. "Es ist ein lebensverändernder Eingriff, der viel Disziplin erfordert von den Patienten." Die Vorteile überwögen jedoch ganz klar. 

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