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Problemzone Po: Hämorriden werden oft verwechselt

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Problemzone Po  

Hämorriden werden oft verwechselt

12.03.2014, 17:06 Uhr | T-Online.de , stw

Problemzone Po: Hämorriden werden oft verwechselt . Problemzone Po: Hämorriden werden oft verwechselt.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schmerzen am After werden schnell auf Hämorriden geschoben, doch es können auch andere Beschwerden dahinterstecken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es juckt, es blutet und brennt. Schmerzen am Po sind für die meisten Betroffenen nicht nur unangenehm, sondern vor allem peinlich. Doch das Problem auszusitzen oder selbst mit Salben aus der Apotheke zu behandeln, ist oft nicht die beste Lösung. Denn nicht alle Beschwerden sind harmlos.

Schmerzen am After werden schnell auf Hämorrhoiden geschoben. Doch es gibt auch noch andere Ursachen für quälenden Juckreiz und unangenehme Schmerzen. Zu der häufigsten Erkrankung am Enddarm gehört das Analekzem. Darunter versteht man eine akute oder chronische Entzündung der Analregion. Charakteristisch für dieses Ekzem ist ein Juckreiz. Im schlimmsten Fall kann die Haut wie rohes Fleisch aussehen, nässen und bluten. Treten diese Symptome auf, sollten Betroffene nicht lange zögern und den Weg zum Arzt suchen.

Sitzbäder und Cremes helfen

Auslöser für ein Analekzem sind nach Angaben des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands e.V. (BCD) eine Schädigung der Haut durch Sekrete aus dem After beispielsweise bei einer Fistel oder einer Stuhlinkontinenz. Aber auch eine falsche Körperhygiene, Hyperhidrose (starkes Schwitzen) und anatomische Fehlbildungen lösen die Erkrankung aus.

UMFRAGE
Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie ein "peinliches Problem" wie Hämorriden haben?

Für die Behandlung klärt der Arzt zunächst ab, was das Ekzem ausgelöst hat. Häufig empfehlen Ärzte Sitzbädern oder Cremes. Diese führen schnell zum Rückgang des Ekzems. Bei einer allergischen Ursache sind laut Angaben des BCD jedoch Hauttests zur Klärung der Ursache nötig

Analfissur ist äußerst schmerzhaft

Eine Analfissur zählt zu den schmerzhaftesten Erkrankungen im Bereich des Enddarms. Die Schmerzen treten vor allem bei der Stuhlentleerung auf und halten oft noch lange danach an. Auslöser dafür ist meist ein sichtbarer Schleimhauteinriss im Bereich des Aftereingangs, der sich auch durch Blutungen bemerkbar macht. Auf jeden Fall sollte dann ein Arzt aufgesucht werden, damit sich die Symptome nicht weiter verstärken.

Das Leiden entsteht durch ein Überdehnen der Analhaut. Dafür kann harter Stuhl verantwortlich sein, aber auch Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Auch chronischer Durchfall und eine sitzende Tätigkeit begünstigen die Krankheit. Mediziner unterscheiden zwischen einer akuten und einer chronischen Analfissur. Die akute Form heilt nach Angaben des BCD durch Salben oder Analtampons nach wenigen Tagen wieder ab. Ist das nicht der Fall, kann eine chronische Fissur entstehen, bei der sich Vernarbungen und Verdickungen am After ausbilden und sich immer wieder entzünden. Häufig muss dann operiert werden. Dabei wird das gesamte Narbengewebe abgetragen. Die Wunde bleibt anschließend offen und heilt innerhalb einiger Wochen wieder aus, berichtet der BCD.

Analthrombose und Hämorriden: So unterscheiden sie sich

Verspüren Betroffene nach dem Stuhlgang einen plötzlichen Schmerz am After, der sich bis zur Gehunfähigkeit behindert, könnte es sich auch um eine Thrombose in den Analvenen handeln. Die Ursache dafür ist ein Blutstau am Darmausgang. Dabei handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das eine Vene im Anus oder an dessen Rand verstopft.

Die Analthrombose wird häufig mit Hämorriden verwechselt. Doch beide Enddarmerkrankungen können deutlich voneinander unterschieden werden: Eine Analthrombose liegt immer am Rand des Anus, ist schmerzhaft und blutet nicht. Hämorrhoiden dagegen verursachen, zumindest im Anfangsstadium, keine Schmerzen und bluten. Zudem treten sie nur innerhalb des Anus auf und sind im Gegensatz zu den Knoten der Analthrombose nicht mit normaler Haut, sondern mit Schleimhaut bedeckt.

Wann ein Chirurgischer Eingriff nötig ist

Wie die Analthrombose behandelt wird, richtet sich nach der Größe der Knoten und den Beschwerden. Bei leichten Schmerzen oder Druckgefühl kann der Arzt ein Schmerzmittel oder eine örtlich betäubende Salbe verordnen. In den meisten Fällen können abschwellende Maßnahmen in Form von Zäpfchen und Sitzbäder Abhilfe bringen. Bei starken Schmerzen und wenn der Thrombus zu platzen droht, ist dagegen ein chirurgischer Eingriff nötig. Er erfolgt meist in Lokalanästhesie. Dabei entfernt der Chirurg entweder die Analvenenthrombose als Ganzes, oder schneidet den Knoten ein, sodass sich der Thrombus entleeren kann.

Nicht zu lange warten

Generell gilt, wenn Blutungen am After, trotz Behandlung mit Cremes oder Salben, nach zwei bis drei Tagen nicht verschwinden oder sogar schlimmer werden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch bei mehrtägigem Durchfall oder Blähungen oder bei größeren Hämorriden, die aus dem After ragen, ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich.

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