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Schwitzen: Was gegen Schweiß am Körper am besten hilft

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Peinliche Schweißflecken  

Experte: Was wirklich gegen Schweiß am Körper hilft

23.06.2014, 13:36 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Schwitzen: Was gegen Schweiß am Körper am besten hilft. Starkes Schwitzen belastet viele Menschen sehr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Starkes Schwitzen belastet viele Menschen sehr. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Hose klebt am Hintern, der Rücken ist klatschnass und jeder Händedruck wird zur unangenehmen Prozedur: Wer stark schwitzt, hat nicht nur an heißen Tagen mit feuchter Kleidung und unangenehmem Geruch zu kämpfen. Oft reichen Helfer wie Salbeitee, luftige Kleidung und schweißhemmende Deos einfach nicht mehr aus. Doch was kann den Schweiß wirklich stoppen? Wir haben einen Experten gefragt.

Eigentlich ist es gut, dass wir schwitzen. Denn verdunstet der Schweiß auf unserer Haut, kühlt er uns wie eine kleine Klimaanlage. "Schwitzen ist eine lebenswichtige Funktion", betont Professor Christian Raulin, Facharzt für Dermatologie und Mitglied im Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD). "So wird unser Körper vor Überhitzung geschützt." Doch geraten die Schweißdrüsen aus dem Takt, wird es unangenehm. Die Überfunktion der Drüsen wird von Medizinern als Hyperhidrose bezeichnet. Dann wird das Schwitzen zum Dauerzustand und die Betroffenen leiden erheblich unter ihren feuchten Körperregionen.

Schwitzen kann verschiedene Ursachen haben

Unser gesamter Körper besitzt zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen. Diese sind in besonders großer Zahl an Händen, Füßen und Achseln zu finden. Fangen sie an, übermäßig viel Schweiß zu produzieren, kann das verschiedene Ursachen haben. "Es liegt in unseren Genen, wie stark wir schwitzen", erklärt Raulin. "Der Schweißausbruch selbst kann dann unterschiedliche Auslöser haben."

Zum einen können Hitze und der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel wie beispielsweise scharfe Gewürze ihn in Gang setzen. Zum anderen regt körperliche Betätigung den Schweißfluss an. Auch fettleibige Personen schwitzen vermehrt. Frauen leiden meist in der Zeit der Wechseljahre unter starken Schwitzattacken. Eine Schilddrüsenüberfunktion kommt ebenfalls als Auslöser in Frage. Aber auch Stress und Angst können eine Rolle spielen.

Das Hauptproblem ist Achselschweiß

"Die Stelle, an der die Deutschen am meisten schwitzen, ist die Achsel", erklärt der Dermatologe. Schwitzt der gesamte Körper, sind meist Frauen in den Wechseljahren betroffen. Aber auch Hände, Füße sowie der Kopf zählen zu den typischen Problemzonen. Einige Betroffene schwitzen besonders stark an Rücken, Brust und Po. "Rund zehn Prozent der deutschen Bevölkerung haben definitiv ein Problem mit einer zu starken Schweißbildung", sagt Raulin. "20 Prozent machen sich vermehrt Gedanken über ihr Schwitzen."

Aluminiumchlorid hemmt den Schweißfluss

Wer trockene Körperbereiche haben möchte, sollte auf schweißhemmende Mittel, sogenannte Antitranspirantien, mit dem Wirkstoff Aluminiumchlorid zurückgreifen, rät Raulin. Am besten seien Produkte geeignet, bei denen der Anteil der Aluminiumsalze unter 15 Prozent liegt. Zudem sollten sie weder Duft-, Farb- noch Konservierungsstoffe enthalten. Am besten lässt man sich in der Apotheke beraten.

Der Experte empfiehlt zudem, zu Produkten zu greifen, die man nur ein bis zwei Mal in der Woche anwenden muss. "Das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt, die Aufnahme von Aluminiumchlorid möglichst gering zu halten. Da ist es natürlich besser, wenn man die Salze nicht täglich auf die Haut aufträgt."

Aluminiumsalze nicht zu oft anwenden

Laut Raulin ist man mit zwei Anwendungen in der Woche auf der sicheren Seite. Wichtig sei zudem, dass man das Aluminiumdeo nicht auf die frisch rasierte Haut gebe. Am besten wende man es abends vor dem Schlafengehen an, dann wirke es am besten. Mit der Zeit verringere der Körper dann die Schweißproduktion an der behandelten Stelle, sodass der Wirkstoff nur noch selten verwendet werden müsse. "Über 95 Prozent meiner Patienten sind mit dieser Behandlungsmethode zufrieden", sagt Raulin.

Produkte mit Aluminiumchlorid können an so ziemlich allen Körperstellen angewendet werden, die von der peinlichen Feuchtigkeit betroffen sind, weiß der Dermatologe. "Die Aufnahme von Aluminiumchlorid über die Haut ist außerordentlich gering, wie eine Studie belegt, die bislang als einzige am Menschen und nicht im Reagenzglas durchgeführt wurde. Bei sachgerechter Anwendung tragen Antitranspirantien daher nur einen kleinen Prozentsatz zur Aluminiumzufuhr bei, die täglich über die Nahrung oder Trinkwasser aufgenommen wird", so die Erklärung des Experten.

Analysen des Bundesinstituts für Risikobewertung hätten ergeben, dass es keine wissenschaftlich gesicherten Zusammenhänge zwischen aluminiumhaltigen Antitranspirantien und Brustkrebs oder der Alzheimer-Erkrankung gebe, so Raulin. Laut dem Experten sei die Angst vor aluminiumchloridhaltigen Antitranspirantien oder Deos bei normaler Anwendung unbegründet.

Reizstrom bei nassen Händen und Füßen

Bei schweißig nassen Händen und Füßen versage allerdings die Wirkung von Aluminiumchlorid, so der Experte. Doch von krankhaft schwitzenden Händen sind zum Glück nicht viele betroffen: "Einige meiner Patienten haben allerdings so stark mit nassen Händen zu kämpfen, dass der Schweiß innerhalb von Sekunden von den Händen tropft. Der Leidensdruck bei ihnen ist enorm", berichtet der Dermatologe.

An diesen Körperstellen sei die Behandlung mit niedrig dosiertem Gleichstrom am besten geeignet. Die Behandlungsmethode nennt sich Leitungswasser-Iontophorese. "Hände und Füße werden für 20 Minuten in ein Wasserbad getaucht, durch das Strom fließt. Nach ungefähr fünf Behandlungen merken die Patienten meist, dass sie kaum noch schwitzen." Wie genau der Strom aber auf die Schweißdrüsen wirke, sei nicht bekannt. In vielen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für solche Heimgeräte. Die Anwendung muss allerdings dauerhaft erfolgen, sonst kommt der Schweiß zurück.

Trockene Shirts mit Botox

Auch Botulinumtoxin A, umgangssprachlich unter dem Begriff Botox bekannt, wird gegen übermäßige Schweißausschüttung eingesetzt. Botox ist ein Gift, das die Signalübertragung von den Nervenzellen hemmt. "Die Wirkung hält ungefähr sechs Monate an und die Behandlung kostet etwa 700 bis 1000 Euro. Das ist nicht billig", sagt Raulin. "Einem Großteil der Patienten ist bereits mit der günstigeren Aluminiumvariante geholfen. Wer sich dennoch für Botulinumtoxin A entscheidet, sollte die Behandlung nur bei einem Experten durchführen lassen, der genügend Erfahrung auf dem Gebiet hat", so die Empfehlung.

Schweißdrüsen absaugen wie Fett

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist, die Schweißdrüsen mit Hilfe eines Lasers entfernen zu lassen. Alternativ können die Drüsen auch mit einem Skalpell weggeschnitten oder mittels einer Saugnadel abgesaugt werden. Doch bei diesen Behandlungsmethoden können Narben zurückbleiben und es ist zudem nicht garantiert, dass der Betroffene nach dem Eingriff wirklich beschwerdefrei ist. "Zudem kann der Körper ausweichen und an anderer Stelle vermehrt schwitzen", gibt Raulin zu bedenken. "Dieses Risiko gibt es aber bei allen Behandlungsansätzen und trifft bei etwa zehn Prozent der Patienten zu."

Finger weg von ETS

Bei der endoskopisch transthoralen Sympathektomie, kurz ETS, werden die an der Wirbelsäule entlang laufenden Nerven, welche die Sekretion der Schweißdrüsen steuern, durchtrennt oder abgebunden. Doch der Erfolg scheint eher mäßig zu sein: "Ein Teil der Patienten ist am Oberkörper komplett trocken und schwitzt dafür am Unterkörper extrem stark. Viele schwitzen mehr als vorher und bereuen, dass sie sich für diesen Eingriff entschieden haben. Ich kenne nur einen Patienten, der mit dem Ergebnis zufrieden ist, 40 weitere sind nicht überzeugt", berichtet Raulin.

Auch bei der Einnahme sogenannter Anticholinergika ist Vorsicht angesagt. "Diese Tabletten haben Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Harnverhalt oder Sehstörungen. Sie dürfen nur unter Aufsicht eines Arztes eingenommen werden. Ich rate meinen Patienten, es zuerst mit Aluminiumchlorid zu versuchen. Wichtig ist, dass sich jeder Betroffene ausreichend über die verschiedenen Behandlungsansätze informiert, bevor er sich für einen entscheidet."

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