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Hämorrhoiden: Symptome, Ursachen und Behandlung auf einen Blick

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Wichtiges auf einen Blick  

Hämorrhoiden besser nicht aussitzen

27.02.2015, 17:37 Uhr | t-online.de, dpa-tmn

Hämorrhoiden: Symptome, Ursachen und Behandlung auf einen Blick. Hämorrhoiden: Lange Toilettensitzungen schaden mehr als sie nutzen.  (Quelle: dpa/tmn)

Hämorrhoiden: Lange Toilettensitzungen schaden mehr als sie nutzen. (Quelle: dpa/tmn)

Am Po juckt es schon längere Zeit, und jetzt auch das noch: Der Stuhlgang ist hart, und auf dem Toilettenpapier zeigen sich hellrote Blutspuren. "Ist zwar unangenehm, aber bloß niemandem davon erzählen!", denken sich viele. Schließlich sind Hämorrhoiden für viele ein peinliches Tabuthema.

UMFRAGE
Leiden Sie an Hämorrhoiden?

Dabei ist laut Schätzungen fast jeder Dritte über 30 Jahren und sogar jeder Zweite über 50 Jahren von Hämorrhoidalleiden betroffen.

Bei Hämorrhoiden sind die ringförmigen Blutgefäßpolster am After krankhaft vergrößert. "Jeder Mensch hat diese Polster. Sie dichten den Enddarm nach außen ab und verhindern, dass Stuhlreste austreten", erklärt Prof. Alexander Herold vom End- und Dickdarm-Zentrum in Mannheim.

"Wenn auf die Blutgefäße längere Zeit Druck ausgeübt wird, kann das Blut nicht mehr abfließen, die Adern erweitern sich, und ihr zartes Bindegewebe leiert aus." In der Folge dringt Flüssigkeit aus dem unteren Mastdarm nach außen, so dass die Haut am After juckt, brennt und blutet.

Symptome

Diese Anzeichen deuten auf Hämorrhoiden hin

  • Spuren von hellrotem Blut auf dem Stuhl oder dem Toilettenpapier
  • Brennende Schmerzen
  • Juckreiz am After
  • Nässe im Analbereich
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Druckgefühl
  • Nachschmieren von Stuhl

Bei Blut im Stuhl zum Proktologen gehen

Bei Blut im Stuhl sollten Sie einen Proktologen (Facharzt für Enddarmerkrankungen) aufsuchen. "Allein schon deshalb, um rechtzeitig andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen", sagt Bernhard Lenhard von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). "Darmkrebs zum Beispiel verursacht ganz ähnliche Beschwerden."

Untersuchung

Keine Angst vor dem Arztbesuch - die Untersuchung ist schmerzfrei

Viele Betroffene haben Angst vor der Untersuchung. "Dabei ist sie in aller Regel schmerzfrei, weil Hämorrhoiden von Darmschleimhaut überzogen sind, die keine Schmerznerven hat", erklärt Lenhard. Zunächst tastet der Arzt den Enddarm vorsichtig mit einem Finger aus. "So kann man knotige Veränderungen oder Einengungen fühlen sowie Druck und Spannung des Schließmuskels überprüfen", sagt Bernhard Strittmatter, Vorsitzender des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands (Spezialisten für Dick- und Enddarmleiden). "Das weiche Gewebe der Hämorrhoiden kann man meist aber nicht tasten."
Deshalb wird im Anschluss ein Proktoskop in den Analkanal eingeführt. Das ist ein dünnes Metallrohr mit einer Beleuchtung an der Spitze, mit dem der Arzt das Innere des Enddarms genau betrachten kann. "Bei Blutungen, die sich nicht durch den Befund im Enddarm erklären lassen, sollte vorsichtshalber auch der dahinterliegende Mastdarm und gegebenenfalls der gesamte Dickdarm untersucht werden.

Ursachen

Gründe für die Entstehung von Hämorrhoiden sind vielfältig

  • Heftiges Pressen beim Stuhlgang ist einer der häufigsten Gründe für Hämorrhoidalleiden. "Man sollte nur dann auf Toilette gehen, wenn man auch wirklich muss", so der Experte.
  • Langes Verweilen auf dem Klo belastet den Beckenboden. Ausgiebiges Zeitunglesen auf der Toilette Sie deshalb vermeiden.
  • Verstopfungen - häufig die Folge einer ballaststoffarmen Ernährung
  • Genetisch bedingte Bindegewebsschwäche
  • Schwangerschaft
  • Dauerhafter Druck auf das Gefäßgeflecht im Enddarm. Menschen, die einer sitzenden Tätigkeit nachgehen, sind besonders betroffen.

Behandlung und Hausmittel

So lindern Sie die Beschwerden

Was tun bei Hämorrhoiden? Professor Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover rät eindringlich: Suchen Sie besser schon den ersten Anzeichen einen Arzt auf. Er warnt: "All diese Hausmittel eignen sich sehr gut zur Behandlung der Symptome, sie beseitigen aber häufig nicht die eigentliche Ursache.
Zur Linderung empfehlen Therapeuten:

  • Warme Sitzbäder

Kamille, Eichenrinde, Rosskastanie oder Hamamelis als Zusatz sorgen dafür, das sich die Schleimhautoberfläche zusammenzieht und die Schmerzen nachlassen.

  • Cremes, Salben oder Zäpfchen

Einen endzündungshemmenden, abschwellenden Effekt haben Salben und Zäpfchen aus der Apotheke.

  • Feuchte Umschläge

Gegen den Hautausschlag und die Rötung empfehlen Therapeuten Kamille- oder Quarkauflagen.

  • Ballaststoffreiche Ernährung

Ist Verstopfung die Ursache für die Beschwerden, dann hilft eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit. Das führt zu einer gleichmäßigen Verdauung und weichem Stuhl.

  • Richtiges Toilettenverhalten

Pressen und lange Sitzungen sollten Sie vermeiden. Breitbeiniges sitzen auf der Toilette reduziert den Druck auf die Gefäßpolster.

  • Reinigung nach dem Stuhlgang

Verwenden Sie dafür lauwarmes Wasser oder feuchtes Toilettenpapier ohne Chemikalien.

  • Hämorrhoiden-Kissen

Die meist aufblasbaren Ringe nehmen den Druck auf die entzündete Region.

Ausführlich: Hausmittel bei Hämorrhoiden

Gesunde Ernährung

Ballaststoffreiches Essen hilft bei Hämorrhoiden-Leiden

Wer an Hämorrhoiden leidet, sollte ballaststoffreiche Ernährung bevorzugen. Ballaststoffe quellen im Darm auf und fördern so dessen Bewegung. Die Nahrung kann schnell transportiert werden - das wirkt einer Obstipation (Verstopfung) entgegen. Reduzieren Sie den Verzehr von Weißbrot, Schokolade aber auch schwarzem Tee. Essen Sie Müsli, Vollkornnudeln oder Naturreis, frisches Gemüse und Obst mit Schale. Rohkostsalate, Buttermilch, Joghurt, Käse und Hülsenfrüchte wirken sich ebenfalls positiv aus. Meiden Sie tierische Fette, diese begünstigen einen harten Stuhl. Greifen Sie stattdessen zu hochwertigen Ölen wie Oliven- oder Rapsöl. Mit ausreichend Flüssigkeit bringen Sie Ihre Verdauung in Schwung. Trinken mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag. Dazu zählen Wasser, leichte Fruchtschorlen oder Tee.

Ausführlich: Gesunde Ernährung beugt Hämorrhoiden vor
Zu wenig getrunken? Sieben Anzeichen für Flüssigkeitsmangel


Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Darum leiden Schwangere häufiger

Durch die Gewichtszunahme und den veränderten Hormonhaushalt während der Schwangerschaft entsteht eine stärkere Belastung des Bindegewebes. Aber auch Verstopfungen, und ein damit zusammenhängendes verstärktes Pressen beim Stuhlgang, kann Ursache eines Hämorrhoidalleidens bei Schwangeren sein.
Ausführlich: Hilfe bei Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Hämorrhoiden-Stadien

Mediziner unterteilen Hämorrhoiden in vier Schweregrade

Warten macht alles nur schlimmer - denn bleiben Hämorrhoiden unbehandelt, werden sie im Laufe der Zeit größer. Mediziner wie Bernhard Lenhard unterscheiden vier Stadien der Erkrankung.

  • Hämorrhoiden ersten Grades

Zu Beginn sind die vergrößerten Gefäßpolster von außen nicht sichtbar und zeigen nur wenige Symptome, etwa Blutungen oder Hautreizungen.

  • Hämorrhoiden zweiten Grades
Im zweiten Stadium treten sie beim Stuhlgang aus dem After heraus, ziehen sich danach aber wieder von selbst zurück.
  • Hämorrhoiden dritten Grades

Im dritten Stadium können die Hämorrhoiden auch bei schwerer körperlicher Arbeit und längerem Laufen aus dem After herausrutschen. Sie ziehen sich dann nicht mehr von alleine zurück, so dass Betroffene sie mit der Hand zurückschieben müssen.

  • Hämorrhoiden vierten Grades

Im vierten Stadium ist das Zurückschieben nicht mehr möglich.

Verödung

In frühen Stadien ist eine Verödung möglich

Als mögliche Behandlung bei Hämorrhoiden kommt im ersten Stadium die sogenannte Verödung zum Einsatz. "Dabei werden in die leicht vergrößerten Gefäßpolster geringe Mengen einer alkoholischen Lösung eingespritzt", sagt Strittmatter. "In der Folge schrumpfen die Hämorrhoiden und der Enddarm erlangt wieder den Feinverschluss." Oft sind drei bis vier Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen nötig. Begleitend kann eine Behandlung mit Cremes und Analtampons hilfreich sein. "Diese lindern aber nur die Symptome. An der Größe der Hämorrhoiden ändern sie nichts."

Operation oder Gummiband

Bei fortgeschrittener Erkrankung helfen ein Gummiband oder eine OP

Haben die Hämorrhoiden bereits das zweite Stadium erreicht, wird die sogenannte Gummibandligatur angewendet. "Der Arzt stülpt einen winzigen Gummiring über die Hämorrhoiden. Das überschüssige Gewebe bekommt dann kein Blut mehr und fällt innerhalb der nächsten zwei Wochen mit dem Stuhl ab", erklärt Strittmatter. Dabei kann es aber zu einer Blutung kommen. "Deshalb sollte das Verfahren nicht bei Patienten eingesetzt werden, die gerinnungshemmende Medikamente wie Aspirin einnehmen." Auch längere Reisen, bei denen eine ärztliche Blutstillung nicht möglich ist, sollten in den ersten Wochen nach dem Eingriff unterbleiben.

Bei Hämorrhoiden dritten und vierten Grades ist die Wiederherstellung des ursprünglichen Gefäßpolsters oft nur noch mit einer Operation möglich.

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