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Piercing: Soll Ohrloch-Stechen bei Kleinkindern verboten werden?

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Ohrringe  

Piercing: Soll Ohrloch-Stechen bei Kleinkindern verboten werden?

24.08.2012, 17:30 Uhr | mmh, t-online.de

Piercing: Soll Ohrloch-Stechen bei Kleinkindern verboten werden? .  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ohrlöcher - hübsch, aber nicht ganz ohne Risiko. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie funkeln, glitzern und sind so hübsch, jedes kleine Mädchen will sie haben: Ohrringe. Doch ist der Traum vielleicht bald ausgeträumt? Ein Berliner Gericht muss sich jetzt mit der Frage beschäftigen, ob das Ohrlöcher-Stechen bei Kleinkindern den Strafbestand der Körperverletzung darstellt und verboten werden muss. Das sind die Risiken beim Ohrlochstechen.

Was meinen Sie? Stimmen Sie ab: Sollte das Ohrloch-Stechen bei Kleinkindern verboten werden?

Ist Ohrlochstechen eine Körperverletzung?

Ganz Deutschland diskutiert darüber, ob die Beschneidung kleiner Jungen aus religiösen Gründen erlaubt sein soll oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit damit verletzt wird. In Berlin dagegen zerbricht sich Richter am Amtsgericht Lichtenberg den Kopf darüber, ob Ohrlöcher eine Körperverletzung darstellen und wer eigentlich dann der Täter ist?

Der Fall: Die Berliner Zeitung BZ berichtet, dass Eltern aus Lichtenberg ihrer dreijährigen Tochter in einem Tattoo-Studio Ohrlöcher stechen ließen. Hinterher allerdings plagten das Töchterchen starke Schmerzen, außerdem saßen die Löcher nicht an der gewünschten Stelle. Also verklagten die Eltern das Tattoo-Studio auf Schadensersatz.

Wer ist eigentlich der Täter?

Laut BZ prüft das Amtsgericht Lichtenberg nicht nur die Strafbarkeit des Studios, sondern die aller Beteiligter. Es sei, so der Richter, zweifelhaft, ob die Einwilligung der Eltern zum Ohrlochstechen dem Wohl des Kindes gedient habe. Außerdem solle überprüft werden, warum das Tattoo-Studio das Ohrlochstechen bei einem so jungen Kind nicht generell ablehne.

Dabei ist doch oft zu hören, bei kleinen Kindern gebe es am wenigsten Probleme, Dermatologen dagegen sagen: Wenn überhaupt Ohrlöcher, dann so spät wie möglich, nicht vor dem siebten Lebensjahr, am besten erst nach der Pubertät.

Wandernde Ohrlöcher

Bei Kleinkindern kommt auch noch die Gefahr dazu, dass sie Kleinteile verschlucken könnten, wenn sie an den Ohrringen herumspielen und die sich lösen. Am besten sollte man Kleinkindern nur flache Stecker, nicht hängende Ringe oder baumelnden Ohrschmuck geben. Außerdem wandern die Löcher, wenn das Kind wächst, verändert sich auch das Ohr und damit der Sitz der Ohrlöcher, das kann später als unschön empfunden werden.

Im Außenohr verlaufen wichtige Energiebahnen, die gerade bei der Akupunktur eine wichtige Rolle spielen. Ärzte weisen daraufhin, dass durch das Ohrlochschießen auch diese Bahnen verletzt werden können.

Das ist die Rechtslage

In Deutschland gibt es kein Mindestalter für das Ohrlochstechen, anders als bei Tattoos. Es herrscht eine Art Grauzone bei der Frage, ob es nun Körperverletzung ist oder nicht. Fakt ist: Juweliere, die Ohrlöcher stechen, verlangen von den Eltern eine Einwilligungserklärung. Die Erziehungsberechtigten müssen mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass sie einverstanden sind, dass dem Kind ein Loch in das Ohr gestochen wird und es dabei begleiten.

Jugendliche müssen ihren Ausweis vorlegen, um die Volljährigkeit zu belegen und damit die Entscheidungsfähigkeit. Meist werden die Löcher beim Juwelier gestochen, aber auch in Tattoo-Studios, Kosmetikstudios oder sogar bei Ärzten.

Das sind die Risiken

Ohrlochstechen wird landläufig als harmlos betrachtet. Doch bestehen tatsächlich einige Risiken.

  • Nickel-Allergie: Seit 1998 dürfen die ersten Stecker, die in der frischen Wunde verbleiben, nicht mehr als 0,05 Prozent Nickel enthalten. Immer wieder ergeben Messungen, dass Ohrstecker weit mehr Nickel enthalten. Entwickelt sich eine Allergie, bleibt die erst einmal. Allerdings ist es äußerst schwierig, im Alltag Nickel zu vermeiden, da der Allergieauslöser in so vielen Gegenständen enthalten ist: Beispielsweise in Schmuck (Gold und Silber), Armbanduhren, Türklinken, Reißverschlüssen, Knöpfen, Scheren, Münzen, Implantaten aus Chirurgenstahl. Achtung: Der Hinweis "Oberfläche nickelfrei" bedeutet meist nichts anderes, als, dass das nickelhaltige Schmuckstück nur mit einer Lackierung überzogen ist, die sich auflösen kann.
  • Das Schießen: Meist wird eine sogenannte Ohrlochpistole verwandt. Diese Methode ist verbreitet, aber nicht empfehlenswert. Der stumpfe Erststecker wird mit Druck durch das Gewebe gepresst und zerfetzt es gleichsam, es wird geschädigt und heilt langsamer. Die schonendere Methode ist das Stechen mit einer sterilen Einmalnadel von einem Arzt oder in einem seriösen Piercingstudio.
  • Sterilisieren. Ein weiteres Problem der Ohrlochpistolen ist, dass sie nicht medizinisch einwandfrei sterilisiert werden können. Sie könnten also auch Krankheitserreger in die offene Wunde einbringen.

Die richtige Pflege

  • Für die Erststecker eignet sich am besten Titan, der nickelfrei ist. Diese Erstecker verbleiben mehrere Wochen im Ohr. Ist das Ohr abgeheilt, kann auch Gold- und Silberschmuck getragen werden.
  • Juweliere empfehlen zwar häufig noch, die ersten Stecker täglich im Ohrloch zu drehen, das ist aber nicht nötig, verletzt sogar den Heilprozess im Hautkanal. Verkrustungen und festsitzende Stecker lösen sich von selbst wieder.
  • Diese Erststecker müssen auch beim Sport getragen werden. Dann wegen der Verletzungsgefahr unbedingt mit Pflaster abkleben. Später müssen Ohrringe beim Sport - vor allem bei Mannschaftssportarten mit Körperkontakt - entfernt werden.
  • Reizung meiden: Nicht an den Steckern herumspielen, nicht sofort Haare waschen, zwei Wochen nicht baden gehen, nur mit sauber gewaschenen Händen an das Ohr fassen, täglich Desinfektionslösung an das Loch tröpfeln.
  • Das Einsetzen und Herausnehmen so üben, dass der Stecker nicht verloren gehen kann.

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