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Trauer erhöht das Risiko für Herzinfarkt

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Trauer erhöht das Risiko für Herzinfarkt

15.11.2010, 11:48 Uhr | dapd

Trauer erhöht das Risiko für Herzinfarkt. Herzinfarkt: Trauer erhöht das Herzinfarktrisiko. (Foto: imago). (Foto: imago)

Trauer schlägt aufs Herz und erhöht das Herzinfarktrisiko. (Foto: imago)

Der Tod eines nahen Angehörigen - etwa eines Kindes oder Ehepartners - schlägt den Hinterbliebenen buchstäblich aufs Herz: Noch eine geraume Zeit nach dem Verlust ist ihr Herzschlag messbar erhöht. Auch das Herzinfarkt-Risiko steigt. Das haben australische Wissenschaftler herausgefunden.

Trauer bringt das Herz aus dem Takt

Die Mediziner untersuchten 78 Personen sowohl zwei Wochen als auch sechs Monate nach einem solchen Schicksalsschlag. In der Frühphase schlugen die Herzen der Hinterbliebenen im Durchschnitt etwa 75 Mal pro Minute, ein Anstieg um fünf Schläge im Vergleich zur Kontrollgruppe. Nach sechs Monaten erreichte der Herzschlag jedoch wieder seine Normalwerte von 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Fazit der Forscher: Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verlust eines geliebten Menschen und veränderten Herzfunktionen - und damit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt. Betroffene sollen während der Trauerzeit intensiver auf ihr Herz achten und Vorsorge betreiben, empfahl Studienleiter Thomas Buckley von der University of Sydney auf einem Treffen der American Heart Association in Chicago.

Herzfrequenz und Neigung zu Depressionen untersucht

Mediziner hatten in verschiedenen Studien bereits festgestellt, dass Herzinfarkte und plötzlicher Herztod bei Hinterbliebenen nach dem Tod eines Angehörigen deutlich häufiger auftreten als im Durchschnitt. Die genauen Ursachen für dieses erhöhte Risiko waren bislang allerdings noch nicht erforscht. Ebenfalls unbekannt war, ob sich dieses Risiko mit der Zeit wieder verringert. Nun hat das Forscherteam um Buckley in seiner Studie die Herzdaten von 78 Hinterbliebenen im Alter von 33 bis 91 Jahren untersucht und sie mit den Werten von Freiwilligen verglichen, die zuvor keine geliebte Person verloren hatten. Für die Analyse verwendeten die Wissenschaftler 24-Stunden-Herzfrequenzmessgeräte. Neben der Anzahl der Herzschläge pro Minute prüften sie auch die Anfälligkeit der Probanden für Angstattacken und Depressionen.

Zeit heilt alle Wunden - gilt das auch fürs Herz?

Die Auswertung ergab, dass Hinterbliebene zwei Wochen nach dem Schicksalsschlag im Vergleich zur Kontrollgruppe fast doppelt so häufig Phasen mit einem sehr schnellem Herzschlag von mehr als 100 Schlägen pro Minute hatten. Ihr Durchschnittspuls war ebenfalls erhöht: Er betrug bei den Trauernden 75,1 Schläge pro Minute und in der Vergleichsgruppe 70,7. Bei weiteren Untersuchungen nach sechs Monaten hatten sich die Werte dagegen wieder normalisiert. Auch die Häufigkeit von Angstattacken und klinischen Depressionen war bei den Menschen, die Kind oder Ehegatten verloren hatten, zunächst deutlich erhöht. Dieser Unterschied verringerte sich nach sechs Monaten zwar ebenfalls wieder, blieb jedoch deutlich höher als bei denen, die keinen Verlust erlitten hatten.

Forscher wollen gezielte Vorsorge entwickeln

Aus den Ergebnissen der Studie schließen die Wissenschaftler, dass Herzprobleme durch psychologische Umstände ausgelöst werden können. Nun müssten die genauen Zusammenhänge weiter untersucht werden, um daraus effektive Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln.

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