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So schaden Medikamente der Leber

31.10.2011, 12:54 Uhr | cme

Arzneimittel: So schaden Medikamente der Leber. Lebererkrankungen: Auch Medikamente können die Ursache sein.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lebererkrankungen: Auch Medikamente können die Ursache sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Leberschäden denken viele an Alkohol. Dass auch Alltagsmedikamente wie Schmerzmittel der Leber schaden, wird oft vergessen. Wer die Mittel über einen langen Zeitraum zu sorglos schluckt, riskiert Schäden an dem wichtigen Stoffwechselorgan. Professor Heiner Wedemeyer, Gastroenterologe an der Medizinischen Hochschule Hannover erklärt, worauf man bei der Medikamenteneinnahme achten sollte.

Jedes Medikament belastet die Leber

Fast jedes Medikament schadet der Leber. Der Grund ist, dass die Wirkstoffe von Arzneimitteln durch die Leber abgebaut werden. Im Normalfall kann sich das Organ gut erholen. "Die Leber verzeiht viel", sagt Heiner Wedemeyer. Kritisch wird es allerdings, wenn entweder zu viele Medikamente geschluckt werden, der Körper gegen ein Medikament überempfindlich reagiert oder die Leber bereits vorgeschädigt ist. Der Mediziner schätzt, dass bei bis zu zehn Prozent der Lebererkrankungen Medikamente eine Rolle spielen könnten.

Akutes Leberversagen durch Schmerzmittel

Vor allem bei akutem Leberversagen sind häufig Medikamente im Spiel. Dieses tritt vor allem bei Überdosierung zum Beispiel von Schmerzmitteln auf. Daher sollte man bei der Einnahme von Tabletten unbedingt die empfohlene Dosierung beachten. Zudem gilt bei frei verkäuflichen Schmerzmitteln die Regel, sie nicht mehr als drei Tage hintereinander und maximal zehn Tage im Monat einzunehmen. Glücklicherweise sei in Deutschland das Bewusstsein für Nebenwirkungen recht hoch, sagt Wedemeyer. In den USA und Großbritannien hingegen seien Medikamente sogar die häufigste Ursache für Leberversagen.

Warnzeichen für Lebererkrankungen

Aber auch eine vorgeschädigte Leber kann durch die Einnahme von Arzneimitteln schlapp machen. Zudem gefährdet die Kombination mehrerer Medikamente das Organ. "Das wird selbst von Hausärzten manchmal unterschätzt", sagt Wedemeyer. Er empfiehlt Patienten, die in der Vergangenheit bereits erhöhte Leberwerte oder eine Hepatitis hatten, den behandelnden Arzt darauf hinzuweisen. "Wer zur Risikogruppe gehört und über einen langen Zeitraum Medikamente nimmt, sollte auf die typischen Anzeichen einer Lebererkrankung achten", empfiehlt Wedemeyer. Dies seien neben einer Gelbfärbung von Haut oder Augen auch ungewöhnlicher Juckreiz oder Schmerzen im rechten Oberbauch.

Wer die Leberwerte messen lassen sollte

Um Leberschäden vorzubeugen, sollten Menschen, die über einen langen Zeitraum Medikamente einnehmen, regelmäßig ihre Leberwerte messen lassen. Dies gilt auch für Patienten mit einem erhöhten Risiko für Leberschäden. Dazu zählen Diabetiker, Patienten mit akuter oder chronischer Hepatitis sowie Menschen mit hohem Alkoholkonsum.

Pflanzliche Präparate sind nicht immer harmlos

Nicht nur Medikamente der Schulmedizin schaden unserem größten Stoffwechselorgan. Auch der Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln können der Leber schaden. Mittel mit Johanniskraut-Extrakt sollte man beispielsweise nicht zu oft einnehmen. Auch bei dem als gesund und heilend angepriesenen Noni-Saft ist Vorsicht geboten. Präparate aus der Pfefferpflanze Kava Kava hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wegen seiner leberschädigenden Wirkung sogar verboten.

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