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Wenn Blutdruckmedikamente nicht mehr wirken

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Blutdruck  

Eingriff an der Niere kann Blutdruck senken

20.06.2012, 16:58 Uhr | akl

Wenn Blutdruckmedikamente nicht mehr wirken. Bluthochdruck erhöht das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bluthochdruck erhöht das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei hohem Blutdruck verschreiben Ärzte Medikamente. Doch was kann man tun, wenn selbst diese nicht mehr helfen? Ärzte berichten, wie ein kleiner Eingriff an der Niere, den Blutdruck dauerhaft senken kann.

Eingriff an der Niere kann bei Bluthochdruck helfen

Schlaganfälle, Herzinfarkte, Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Diese Erkrankungen drohen, wenn Bluthochdruck nicht behandelt wird. Helfen selbst Blutdruck senkende Mittel nicht mehr oder vertragen die Patienten die Präparate nicht, kann Ärzten zufolge ein kleiner Eingriff an der Niere helfen. Hierbei werden Nervenbahnen an der Nierenarterie verödet. So könne der Blutdruck deutlich und langfristig gesenkt werden, berichten Vertreter der österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie gegenüber Pressetext. Erste Auswertungen der sogenannten "renalen Denervierung" lassen die Experten hoffen.

Niere bildet Schnittstelle für Blutdruck-Hormone

Doch warum hilft ein Eingriff an der Niere? Die Nervenfasern der Niere sind deshalb ein interessanter therapeutischer Angriffspunkt, da in der Niere Blutdruck-Hormone gebildet werden. Zudem leitet die Niere Signale zum Gehirn, die bei Stress den Blutdruck steigen lassen. Die noch neue Methode setzt am Nervengewebe der Nierenarterie an, über die diese Signale laufen.

Dazu wird unter Narkose eine kleine Sonde von der Leistenarterie bis in die Nierenarterie geschoben und für je zwei Minuten auf bis zu 70 Grad erhitzt. "Die Nervenenden an der äußeren Gefäßwand werden dabei zerstört, während die Innenwand jedoch unversehrt bleibt", erklärt der Internist Franz Leisch vom AKH Linz gegenüber Pressetext. Jeweils vier bis sechs Punkte an beiden Nieren würden unter Röntgensicht auf diese Weise behandelt. Der Eingriff dauere ungefähr eine Stunde.

Ärzte beobachten Langzeiteffekte

Erste Langzeit-Auswertungen dieses Eingriffes liegen nun vor: Nach einem Jahr war der Blutdruck der Behandelten um durchschnittlich 28/10 mmHg gesunken, nach drei Jahren sogar um 33/19 mmHg, so das Ergebnis der Studie "Symplicity HTN-2". Gefäßverletzungen oder andere Nebeneffekte seien ausgeblieben. "Je länger die Beobachtungsdauer, desto besser die Ansprechrate, die nach drei Jahren bereits 100 Prozent beträgt", erklärt Helmut Brussee, Kardiologe an der MedUni Graz gegenüber Pressetext. Für Patienten mit Nierenstents oder zu dünnen Gefäße ist dieser Eingriff allerdings nicht geeignet.

Weltweit bereits 5000 Eingriffe

Die Ärzte sehen den großen Vorteil darin, dass der Eingriff von sehr hohen Blutdruckbelastungen befreit und somit auch vor Begleiterkrankungen schützen kann. "Oft kann auch die Medikamentenzahl reduziert werden, jedoch nicht immer", erklärt Hochdruckliga-Präsident Bruno Watschinger. Weltweit wurden bisher 5000 Patienten behandelt. "Erste Studien zeigen auch Positiveffekte bei Herzschwäche und Diabetes", berichtet Martin Engleder von der Firma Medtronic, der Erfinderin der Simplicity-Denervierungsmethode, gegenüber Pressetext.

Bluthochdruck-Patienten sollten sich bei ihrem Arzt ausführlich beraten lassen, bevor sie sich für solch einem Eingriff entscheiden. Zudem muss der Arzt mit Hilfe verschiedener Untersuchungen erst herausfinden, ob der Eingriff für den Betroffenen geeignet ist.

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