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Multiple Sklerose: Zehn Warnzeichen

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Multiple Sklerose  

Kribbeln in den Beinen kann auf Multiple Sklerose hinweisen

03.09.2012, 16:03 Uhr | dapd/ vdb, dapd

Multiple Sklerose: Zehn Warnzeichen. Multiple Sklerose zeigt sich früh durch Kribbeln im Bein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Multiple Sklerose zeigt sich früh durch Kribbeln im Bein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Multiple Sklerose ist im Frühstadium meist schwer zu erkennen, da die ersten Symptome eher unspezifisch sind. Welche Frühsymptome zuerst auftreten, hängt davon ab, welche Bereiche im Nervensystem von der chronischen Entzündung betroffen sind. Die gefürchtete Krankheit beginnt oft mit Empfindungsstörungen wie Kribbeln im Bein. Wir stellen zehn Warnzeichen für Multiple Sklerose vor.

Warnzeichen für Multiple Sklerose

Es fühlt sich an, als ob immer wieder eine Horde Ameisen die Beine hinaufläuft. Aber auch Überempfindlichkeit auf Wärme und Kälte an verschiedenen Körperstellen sowie Taubheitsgefühle in Beinen und Armen gehören zu den möglichen Gefühlsstörungen bei MS. "Einige Betroffene weisen dadurch auch einen unsicheren Gang auf und stolpern vermehrt. Schwindel, lokale Schmerzen, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen und häufige Erschöpfungszustände zählen ebenfalls zu den möglichen MS-Warnzeichen", erläutert Heinz Wiendl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Sprecher des Kompetenznetzwerks MS (KKNMS).

Blasenstörungen, Depressionen, Müdigkeit

Ein weiteres Warnzeichen für MS können auch Sehstörungen sein. Betroffene sehen plötzlich verschwommen oder nehmen Farben nicht mehr richtig wahr. Auch Depressionen gehören zu den typischen Merkmalen der Krankheit. Bei vielen Patienten kommt es außerdem im frühen Stadium vor, dass die Nervenleitung zwischen Blase und Gehirn nicht mehr richtig funktioniert. Schwierigkeiten beim Wasserhalten und -lassen sind dann die Folge. Bei vielem MS-Kranken kommt es im Laufe der Zeit dazu, dass sie den Urin mit einem Katheter ablassen müssen. Auch Spastiken und Muskelkrämpfe können mit der Krankheit einher gehen.

Symptome häufig als peinlich empfunden

Besonders für MS-Kranke, die noch berufstätig sind, sind diese Symptome unangenehm. Ihnen fällt es nicht leicht, ihrem Umfeld von der Krankheit und ihren Symptomen zu erzählen. Häufig werden diese als peinlich empfunden oder man fürchtet, dass "Müdigkeit" nicht als ernstes Problem und schweres Symptom einer Krankheit akzeptiert wird.

Häufig junge Männer betroffen

Meist treten die ersten MS-Symptome im Alter von 20 bis 40 Jahren auf, besonders häufig ist dies bei jungen Männern der Fall. Lassen sich die Beschwerden wiederholt beobachten, sollte rasch ein Neurologe aufgesucht werden. "Bestätigt sich die Diagnose Multiple Sklerose, kann eine frühe Therapie die Beschwerden lindern und den Verlauf verlangsamen. Das Ziel der Therapie ist die Kontrolle der Entzündungsaktivität", betont Wiendl. Betroffene sollten die therapeutischen Möglichkeiten, die sich in den vergangenen Jahren immens verbessert hätten, frühzeitig nutzen.

Multiple Sklerose ist bislang unheilbar

Bei einer schwer verlaufenden MS bleibt es häufig nicht bei den unsichtbaren Symptomen. Ein Schub hat dann die Folge, dass schlagartig Arme oder Beine nicht mehr bewegt werden können. Auch ist es möglich, dass die Funktion der Beine dauerhaft beeinträchtigt bleibt und der Patient einen Rollstuhl braucht. Man geht davon aus, dass eine Fehlfunktion des Immunsystems für die Entstehung der Multiplen Sklerose verantwortlich ist. Doch auch genetische Ursachen werden vermutet und von Forschern untersucht. Bis heute gibt es kein Medikament, das Multiple Sklerose heilen kann. Bei Krankheitsschüben werden häufig Kortikosteroide wie Cortison verabreicht. Auch eine Immuntherapie kann die Beschwerden lindern. Die oben beschriebenen Symptome wie Spastiken oder Depressionen können ebenfalls behandelt werden. Allerdings können die hier angewendeten Medikamente erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen.

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