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Uveitis  

Hinter roten Augen kann Uveitis stecken

01.10.2012, 13:33 Uhr | nho

Hinter roten Augen kann Uveitis stecken. Uveitis: Rote Augen weisen auf eine Entzündung der Gefäßhaut hin. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Uveitis: Rote Augen weisen auf eine Entzündung der Gefäßhaut hin. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele scheuen den Gang zum Augenarzt. Dabei raten Fachleute zu regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen ab einem Alter von 40 Jahren. Denn es gibt einige Augenkrankheiten die sogar zur Erblindung führen können. So auch die relativ unbekannte Augenentzündung Uveitis. Auf diese Symptome sollten Sie achten.

Rote Augen und empfindlich gegen Licht

Das Auge ist etwas gerötet oder die Pupillen erscheinen ungleich groß und Betroffene fühlen sich leicht geblendet: "Auf den ersten Blick mögen das Kleinigkeiten sein", sagt Dr. med. Dietlind Friedrich vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Doch die Expertin rät, bei solchen Symptomen sofort einen Augenarzt aufzusuchen. Denn dahinter könnte sich eine gefährliche Augenkrankheit, eine sogenannte Uveitis verbergen. Wird die Erkrankung chronisch, kann sie im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. Deshalb ist die augenfachärztliche Diagnose besonders wichtig.

Oft bleibt die Krankheit unerkannt

Die Uvea ist die Gefäßhaut des Auges. Zu ihr gehören die Regenbogenhaut (Iris), der Strahlenkörper und die Aderhaut am Augenhintergrund. Mit Uveitis werden eine Reihe von Entzündungen im Inneren des Auges bezeichnet, an denen diese Gefäßhaut beteiligt ist. Obwohl laut Schätzungen etwa eine halbe Million Deutsche an solchen Entzündungen leiden, ist Uveitis relativ unbekannt. Erkennungszeichen sind neben einem geröteten Auge, ein unangenehmes Druckgefühl, vermehrter Tränenfluss und eingeschränkte Sicht. Die Uveitis kann ein- oder beidseitig, akut oder chronisch verlaufen, sie kann einmalig auftreten oder sich in Schüben wiederholen. In manchen Fällen verläuft die Entzündung jedoch nur mit einer Sehverschlechterung und ohne schmerzhafte Symptome. Dann bleibt sie meist über einen längeren Zeitraum unerkannt.

Vorsicht bei diesen Vorerkrankungen

Manche Uveitis-Formen werden durch Bakterien und Viren, wie zum Beispiel Tuberkulose oder Herpes, durch Pilze oder Parasiten ausgelöst. Die Entzündung kann auch durch eine immunologische Reaktion im Anschluss an eine bereits abgeklungene Infektion entstehen, beispielsweise nach einer Durchfallerkrankung. Eine autoimmun bedingte Uveitis kann auch im Rahmen von bestimmten Vorerkrankungen auftreten, die alle Altersgruppen treffen. Dazu zählen beispielsweise Rheuma, Schuppenflechte, chronische Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), Morbus Bechterew und Sarkoidose.  Ein "Rotes Auge" darf gerade im Zusammenhang mit diesen Vorerkrankungen nicht verharmlost werden. "Dann sind regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt Pflicht", sagt Dietlind Friedrich. "Häufig ist bei Rheuma auch ohne äußere Anzeichen die Entzündung aktiv und das Augenlicht damit unmerklich bedroht", erklärt die Augenärztin. Bei 80 Prozent allerdings bleibt die Ursache unbekannt. Wissenschaftler vermuten in diesen Fällen, dass das Immunsystem körpereigene Eiweißstrukturen im Auge fälschlicherweise als fremd erkennt und bekämpft.

Behandlung mit Antibiotika oder Kortison

Da eine Gefäßhautentzündung eine typische Begleiterkrankung entzündlicher Wirbelsäulenerkrankungen ist, sollten bei der Behandlung einer Uveitis bestimmte Fachrichtungen in der Medizin zusammenarbeiten, zum Beispiel Internisten, Rheumatologen und Augenärzte. Kann eine infektiöse Ursache für die Uveitis ausgemacht werden, wird spezifisch, z.B. mit einem Antibiotikum, behandelt und durch gleichzeitige lokale Verabreichung von Kortison die Entzündung reduziert. Ist die Ursache unklar, wird Kortison eingesetzt, um die Entzündung zu reduzieren und Komplikationen zu vermeiden.

Komplikationen können zur Erblindung führen

Bei vielen Patienten klingt die Uveitis durch die Kortison-Therapie ab, und die Betroffenen sind anhaltend beschwerdefrei. Bei einem Teil der Patienten lässt sich die Entzündung aber nicht ausreichend kontrollieren, oder die benötigte Kortisondosis würde das Auge auf Dauer schädigen. Besonders bei einem chronischen Krankheitsverlauf treten dann häufiger Komplikationen auf, die zu gefährlichen Folgeschäden führen können. Dazu gehören Verklebungen zwischen Regenbogenhaut und Linse, ein erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) oder eingetrübte Augenlinsen (Katarakt). Auch die Einlagerung von Kalzium in die Hornhaut (Bandkeratopathie) und die Entwicklung eines sogenannten Makulaödems (Wassereinlagerung an der Stelle des schärfsten Sehens) können Folge einer Uveitis sein. Diese Komplikationen führen letztendlich auch zur Erblindung.

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