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Multiple Sklerose (MS): Die häufigsten Irrtümer und Vorurteile

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Die häufigsten MS-Irrtümer

01.06.2013, 08:55 Uhr | vdb, dpa-tmn

Multiple Sklerose (MS): Die häufigsten Irrtümer und Vorurteile. Multiple Sklerose: Bei MS ist das Nervensystem betroffen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Multiple Sklerose: Bei MS ist das Nervensystem betroffen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Multiple Sklerose (MS), das ist doch Muskelschwund", "Die Betroffenen sitzen immer im Rollstuhl". "Es ist eine tödliche Erkrankung" - so lauten die gängigsten Vorurteile gegenüber Multipler Sklerose (MS). "Vielen Menschen sagt MS etwas, aber meist ist es das Falsche", sagte Eva Koch, Leiterin der MS-Projekte der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Das sind die größten Irrtümer über Multiple Sklerose.

Irrtum 1: "Wer MS hat, landet im Rollstuhl"

Wer glaubt, dass MS-Kranke immer im Rollstuhl sitzen, liegt falsch. Schon ältere Studien haben gezeigt, dass 15 Jahre nach der Diagnose selbst ohne Behandlung die Hälfte der Patienten noch gehen kann. "Richtig ist: MS ist eine schwere chronische Erkrankung, mit der aber ein weitgehend normales Leben und Arbeiten möglich ist", sagt Koch. Das trifft jedoch nicht immer zu: Etwa 15 Prozent der Patienten mit der chronisch-entzündlichen Nervenerkrankung seien auf einen Rollstuhl angewiesen, so die Projekt-Leiterin.

Multiple Sklerose hat 1000 Gesichter

Viele Symptome von Multipler Sklerose sind für Außenstehende jedoch nicht sichtbar. Dazu gehören Depressionen, eine lähmende Müdigkeit, Seh- und Gleichgewichtsstörungen, Sexual- sowie Blasenentleerungsstörungen. "Die Krankheit muss nicht offensichtlich sein. Deshalb nennt man sie auch die Krankheit der 1000 Gesichter", erläuterte Koch. Kein Krankheitsverlauf gleiche dem anderen. "Das ist das Tückische." Am häufigsten sei ein schubartiger Verlauf, bei dem sich beschwerdefreie Phasen mit heftigen Krankheitszeiten abwechseln. Manche Patienten nehmen dauerhaft Medikamente, andere nur, sobald sie Beschwerden haben. Eines davon ist häufig Cortison.


Blasen- und Sexualstörungen sind Symptome von MS

MS zählt zu den sogenannten Autoimmunerkrankung. Das bedeutet auch, dass Multiple Sklerose nicht ansteckend ist. Abwehrzellen, die normalerweise Krankheitserreger bekämpfen, lösen dabei in bestimmten Bereichen des zentralen Nervensystems, also im Gehirn oder Rückenmark, Entzündungen aus. Die Folge: Die betroffenen Nerven fallen aus, es kommt unter anderem zu Lähmungserscheinungen. Warum die Nervenzellen kaputtgehen, ist bislang nicht vollständig geklärt. 


Irrtum 2: "MS äußert sich durch Schübe"

"Das Spektrum der Krankheit ist sehr breit, die Unvorhersehbarkeit auch", sagte die Medizinerin. Manche Menschen haben zum Beispiel Taubheitsgefühle im Arm, andere ein Kribbeln im Bein, wieder anderen fällt immer wieder etwas aus der Hand. Eine weitere häufige Begleiterscheinung sei eine schwere Müdigkeit, die es Patienten gelegentlich unmöglich mache, einem achtstündigen Job nachzugehen, da sie sich nur schwer lange konzentrieren können.

Nicht immer verläuft MS ausschließlich in Schüben. Meist beginnt die Erkrankung jedoch mit einem schubförmigen Verlauf. Eine Attacke kann dann einige Tage bis mehrere Wochen dauern. Besonders häufig werden Schübe durch Infektionen, psychischen Stress oder Belastungssituationen ausgelöst. Zudem gibt es einen chronisch-fortschreitenden Verlauf. Nach einer von Patient zu Patient unterschiedlich langen Zeit mit Schüben schreitet die Multiple Sklerose kontinuierlich fort. Häufig können die Patienten dann immer schlechter gehen und auch andere Symptome wie Blasenentleerungs- und Gleichgewichtsstörungen nehmen zu.


Irrtum 3: "Multiple Sklerose ist erblich bedingt"

Die meisten Patienten sind bei der Diagnose zwischen 20 und 40 Jahren alt, zwei Drittel von ihnen weiblich. Kinder zu bekommen, ist jedoch unproblematisch. Die Wissenschaft vermutet zwar, dass es eine erbliche Komponente gibt. Aber Multiple Sklerose ist keine klassische Erbkrankheit. Studien haben zudem belegt, dass die Wahrscheinlichkeit für Kinder und Geschwister von Betroffenen, auch an MS zu erkranken, nur um maximal drei bis fünf Prozent erhöht ist.

Neben der Sorge darum, wie der individuelle Verlauf der Krankheit sein wird, sei bei den Patienten die Angst vor Stigmatisierung oft groß. Das Umfeld der Betroffenen denke häufig, nach der Diagnose sei das Leben auf einmal aus den Fugen und der Patient nicht mehr belastbar. Das seien aber in vielen Fällen falsche Annahmen, betonte die Projektleiterin, die in der Stiftung wissenschaftliche und soziale MS-Projekte betreut. Ziel ist, die Erforschung der Ursachen voranzutreiben und Betroffene zu unterstützen. 

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