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Herzinfarkt bei Frauen: Anzeichen werden oft missdeutet

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Untypische Warnzeichen  

Herzinfarkt kündigt sich bei Frauen anders an

23.08.2015, 13:18 Uhr | ag/stw

Herzinfarkt bei Frauen: Anzeichen werden oft missdeutet. Bei Frauen äußert sich ein Herzinfarkt anders als bei Männern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei Frauen äußert sich ein Herzinfarkt anders als bei Männern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Vorstellung, dass Herzinfarkt eine typische Männersache sei, sitzt noch immer fest in vielen Köpfen verankert. Dabei ist er bei Frauen mit Abstand die häufigste Todesursache. Dennoch sind sich viele nicht bewusst, dass sie ein erhöhtes Infarktrisiko haben. Auch Warnsignale werden oft falsch gedeutet oder heruntergespielt. Dabei treten erste Symptome häufig schon Monate vor dem eigentlichen Infarkt auf. Diese Alarmzeichen sollten Frauen kennen.

Allein in Deutschland erleiden jedes Jahr über 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. 65.000 sterben daran. Über die Hälfte (55 Prozent) sind weiblichen Geschlechts. Die Hauptrisikofaktoren, wie etwa Rauchen und zu fettes Essen, sind bei Frauen und Männern weitgehend gleich. Unterschiede jedoch gibt es bei den Warnzeichen, mit denen sich ein Herzinfarkt ankündigt. ´

Symptome werden oft falsch gedeutet

Studien aus den USA, Kanada und Norwegen haben gezeigt, dass bei Frauen erste Symptome knapp ein Jahr vor dem Herzinfarkt auftraten. Dem Infarkt gingen anhaltende Müdigkeit, Schlafstörungen und Kurzatmigkeit, voraus. Daneben hatten viel Frauen mit Verdauungsstörungen, Taubheitsgefühl in den Armen sowie Schmerzen im Rücken oder Beinen zu kämpfen. Allerdings denken viele Frauen nicht gleich an einen Infarkt. Sie führen die Beschwerden auf andere Ursachen zurück und zögern länger, bevor sie ärztliche Hilfe suchen.

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Erschwerend kommt hinzu, dass selbst Ärzte die Symptome oft missdeuten und nicht unbedingt als Notfall erkennen. Denn dem weiblichen Herzinfarkt gehen oft unspezifische Anzeichen voraus. Sie machen es dem behandelnden Arzt oft nicht leicht, die richtige Diagnose zu stellen. Neben den genannten Symptomen gehören hierzu auch auch Übelkeit, Erbrechen oder Schmerzen im Oberbauch. Insbesondere wenn solche Zeichen gehäuft und heftig auftreten, sei es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, rät die Deutsche Herzstiftung.

Druckgefühl statt starker Schmerzen

Eine weitere Besonderheit betrifft bei Frauen die Symptome im Brustbereich. Statt starker Schmerzen handelt es sich dabei, anders als bei Männern, häufig um ein Druck- oder Engegefühl, das aber genauso ernst genommen werden muss.

Ein weiterer Grund, warum Ärzte die Herzkrankheiten bei Frauen nicht erkennen ist, dass Patientinnen ihre Beschwerden anders schildern als Männer. So klagen sie häufiger über Stress und reden mehr über Ängste und Gefühle, statt auf körperliche Symptome hinzuweisen. Dies wiederum verleitet die Ärzte zu Fehldiagnosen wie psychischen Krankheiten.

Infarktgefahr steigt nach den Wechseljahren

Einen Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht auch beim Alter, in dem ein Herzinfarkt auftritt. Laut der Deutschen Herzstiftung sind Frauen bis zu der Zeit der Wechseljahre gut geschützt. Denn die weiblichen Hormone mindern bei Frauen in ihrer fruchtbaren Lebensphase das Risiko für Gefäß- und Arterienverkalkung und deren Folgen. Nimmt die Hormonproduktion ab, sinkt parallel dazu auch der Schutz. Daher trifft eine koronare Herzkrankheit viele Frauen erst ab einem Alter von etwa 50 Jahren. Männer sind hingegen schon deutlich früher betroffen.

Rauchen für Frauen schädlicher

Auch Frauen, die an Diabetes mellitus leiden, haben verglichen mit zuckerkranken Männern ein dreifach erhöhtes Risiko, eine Herzkreislauferkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, berichtet die Deutsche Herzstiftung. Zudem vertragen Frauenherzen das Rauchen überhaupt nicht gut. Das Risiko weiblicher Raucherinnen für einen Herzinfarkt ist um 25 Prozent höher als bei männlichen Rauchern. Verhüten Frauen zusätzlich noch mit der Pille, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Herzkollaps weiter.

Ständige Belastungen und seelischer Stress belasten außerdem das Herz. Hierzu gehören beispielsweise die Doppelbelastung von Job und Familie und das Versorgen pflegebedürftiger Angehöriger, für das Frauen sehr viel häufiger als Männer Berantwortung übernehmen.

Gesunder Lebensweise beugt vor

Mithilfe eines gesunden Lebensstils lässt sich das Risiko eines tödlichen Herzinfarkts deutlich verringern. So gehört beispielsweise Übergewicht zu den größten Risikofaktoren, denn es begünstigt sowohl Bluthochdruck als auch einen erhöhten Cholesterinspiegel – beide können einen Herzinfarkt hervorrufen. Meist sind ungesunde, fettreiche Ernährung und Bewegungsmangel an Übergewicht schuld.

Dagegen helfen körperliche Aktivität und sportliche Betätigung. Das fängt schon im Alltag an: So sollte man öfter mal die Treppe statt den Fahrstuhl nehmen und aufs Auto verzichten. Ausdauersportarten wie JoggenWalking  Radfahren oder Schwimmen stärken außerdem Herz und Kreislauf.

Mit Ernährung das Herzinfarktrisiko senken

Ein weiterer wichtiger Schritt, um einem Herzinfarkt vorbeugen zu können, ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Wichtiger Tipp: Der Konsum von kalorienhaltigen Genussmitteln wie Süßigkeiten und Knabbereien sollte besser reduziert werden. Obst und Gemüse sollten zudem wichtiger Bestandteil des Speiseplans sein. Dabei kann man zwischen unterschiedlichen Sorten variieren, um verschiedenste gesunde Mineralstoffe und Vitamine zu sich zu nehmen. Fettarme Kost verringert das Risiko ebenso wie der Verzicht oder zumindest ein reduzierter Konsum von Alkohol.

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