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Parkinson-Krankheit: Arten, Ursachen, Symptome und Therapie

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Nervenkrankheit  

Was ist Parkinson? Arten, Ursachen, Symptome, Therapie

19.09.2017, 11:30 Uhr | om, t-online.de

Parkinson-Krankheit: Arten, Ursachen, Symptome und Therapie. Bei der neurologischen Erkrankung Parkinson sterben nach und nach Nervenzellen in einem bestimmten Hirnareal ab. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Obencem)

Bei der neurologischen Erkrankung Parkinson sterben nach und nach Nervenzellen in einem bestimmten Hirnareal ab. (Quelle: Obencem/Thinkstock by Getty-Images)

Parkinson ist nicht gleich Parkinson: Neben der Nervenkrankheit Morbus Parkinson gibt es verschiedene Syndrome, die ähnliche Beschwerden verursachen, aber andere Ursachen haben. Hier erfahren Sie, welche Ursachen jede einzelne Parkinson-Krankheit haben kann, welche Symptome auftreten und ob es Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Parkinson kommt schleichend. Denn bei dieser neurologischen Erkrankung – auch bekannt als Schüttellähmung – sterben nach und nach Nervenzellen in einem bestimmten Hirnareal ab. Je früher das erkannt wird, desto größer sind die Chancen, den Verlauf zu verlangsamen, eine gänzliche Heilung ist jedoch nicht möglich.

Parkinson Syndrome: Mehr als eine einzige Krankheit

Wenn Laien von der Parkinson-Krankheit sprechen, meinen sie meist Morbus Parkinson – eine Nervenkrankheit, die üblicherweise mit Symptomen wie Bewegungsarmut und zuckenden Gliedmaßen einhergeht. Es handelt sich um ein sogenanntes idiopathisches Parkinson-Syndrom. Zusätzlich gibt es drei weitere Parkinson-Syndrome, die unterschiedliche Ursachen haben:

  • die atypischen Parkinson-Syndrome,
  • die symptomatischen Parkinson-Syndrome und
  • Syndrome, die genetisch bedingt auftreten.

Morbus Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. In Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die an Parkinson leiden. Rund 280.000 Menschen sind betroffen. Die Krankheit bricht erst im höheren Alter aus – der Großteil ist älter als 55 Jahre. Vor dem 40. Lebensjahr treten hingegen nur bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen Symptome auf.

Atypische Parkinson-Syndrome können andere Erkrankungen begleiten, bei denen, ähnlich wie bei Morbus Parkinson, Nervenzellen absterben. Dazu gehört zum Beispiel die Lewy-Körperchen-Demenz. Es sind mehrere Hirnbereiche betroffen, daher sprechen Experten in diesem Zusammenhang auch von Parkinson-Plus.

Symptomatische Parkinson-Syndrome können aufgrund verschiedener Umwelteinflüsse oder durch andere Krankheiten auftreten. So sind Vergiftungen durch Kohlenmonoxid ebenso mögliche Auslöser wie verschiedene Stoffwechselstörungen oder Gehirntumore.

Bei familiären Parkinson-Syndromen wird ein genetischer Defekt vererbt. Hierbei kann Parkinson schon im jungen Erwachsenenalter auftreten. Es handelt sich aber um eine seltene Form der Erkrankung. 

Morbus Parkinson: Nervenkrankheit mit ungeklärter Ursache

Bei idiopathischen Parkinson-Syndromen ist nach wie vor nicht geklärt, was genau die Ursache ist. Eindeutig ist jedoch der Ausgangspunkt der Krankheit: Im Gehirn sterben Nervenzellen ab – hier ist gerade die Region namens "Substantia nigra" betroffen, von der Körperbewegungen gesteuert werden.

Die absterbenden Nervenzellen enthalten Dopamin, einen Botenstoff, der maßgeblich daran beteiligt ist, diese Bewegungen zu koordinieren. Durch den Mangel an Dopamin entstehen Symptome wie langsamere Bewegungen oder vollständige Bewegungslosigkeit, die häufig mit Morbus Parkinson einhergehen. Ist Dopamin nicht in ausreichender Menge in den Nervenzellen vorhanden, wird das Gleichgewicht anderer Botenstoffe durcheinandergebracht. Somit entstehen die typischen Beschwerden der Parkinson-Krankheit wie steife Muskeln und zitternde Gliedmaßen.

Unterschiedliche Symptome von Morbus Parkinson 

Zu den Symptomen der Nervenkrankheit zählen unter anderem

  • Rhythmisches Zittern verschiedener Körperteile (Tremor),
  • Gleichgewichtsstörungen,
  • Veränderung der Gangart und
  • verlangsamte Bewegungsabläufe.

Das Zittern ist eines der häufigsten Symptome. Im frühen Stadium der Krankheit zittern die Gliedmaßen vor allem im Ruhezustand, später häufig dauerhaft. Betroffen ist davon zunächst oft eine Hand. Auch Muskelverspannungen oder Schmerzen in den Schultern sowie Depressionen und Müdigkeit können Anzeichen für die Schüttellähmung sein. Dadurch treten zunächst kleine Veränderungen in den Bewegungen und dem Verhalten eines Betroffenen auf, die meist nur vom Ehepartner oder engeren Freunden erkannt werden – beispielsweise ein leicht verändertes Schriftbild, starre Gesichtszüge oder unruhiger Schlaf.

Je weiter die Erkrankung voranschreitet, desto größer sind die körperlichen Beeinträchtigungen. Auffällig ist dabei, dass die motorischen Beeinträchtigungen typischerweise zunächst nur eine Hälfte des Körpers betreffen, im weiteren Verlauf aber meist in abgeschwächter Form auch auf die andere Körperhälfte übergreifen. Daraus resultieren oftmals Gleichgewichtsstörungen: Viele Patienten haben Schwierigkeiten, sich stabil zu halten und stürzen deshalb sehr leicht. Zudem machen Betroffene sehr kleine Schritte und gehen vornübergebeugt.

Die genannten Symptome weisen jedoch nicht zwangsläufig auf eine Parkinson-Erkrankung hin. Einige sind Zeichen für normale Alterungsprozesse im Körper. Andere wiederum können Begleiter rheumatischer Beschwerden sein.

Unspezifische Begleiterscheinungen von Parkinson

Viele Symptome von Morbus Parkinson sind besonders unspezifisch – sie werden deshalb häufig nicht mit der Erkrankung in Verbindung gebracht und müssen gleichzeitig nicht zwangsläufig auf Parkinson hinweisen. Dazu gehören:

  • Sehstörungen,
  • beeinträchtigter Geruchssinn,
  • Rücken- und Muskelschmerzen und 
  • ein träger Darm. 

Viele Patienten leiden schon im Frühstadium der Krankheit unter einem verschlechterten Geruchssinn sowie unter Sehstörungen.

Auch Rückenschmerzen gehen oft mit Morbus Parkinson einher. Häufig werden sie durch die eingeschränkte Beweglichkeit der Muskeln begünstigt. Neben einem schmerzenden Rücken können auch Schmerzen in den Muskeln und Gelenken ein Symptom darstellen.

Auch ein träger Darm, der sich beispielsweise in häufiger Verstopfung äußert, wird bei Betroffenen regelmäßig beobachtet. Schließlich leiden viele Patienten im Verlauf der Krankheit unter Gedächtnisstörungen sowie Demenz und Depressionen.

Diagnose von Parkinson

Aufgrund der unspezifischen Symptome lässt sich Parkinson nicht hundertprozentig diagnostizieren. Medikamente helfen bei der Diagnose, so das "Kompetenznetz Parkinson". Verbessert sich die Symptomatik nicht durch eine Medikamenttherapie, spricht dies meist gegen eine Parkinson-Erkrankung.

Beim sogenannten L-Dopa Test bekommen Patienten 300 Milligramm L-Dopa pro Tag, um den für Morbus Parkinson typischen Mangel an Dopamin auszugleichen. Verringern sich die Symptome, leiden sie höchstwahrscheinlich an Parkinson und bekommen bei Bedarf ein höher dosiertes Medikament.

Parkinson lässt sich durch eine Ansammlung von Klumpen des Proteins Alpha-Synuclein im Gehirn nachweisen. Solch eine Untersuchung des Gehirns kann allerdings erst nach dem Tod durchgeführt werden. Daher ist eine sichere Diagnose bisher auch nur nach dem Ableben des Patienten möglich. Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg haben jedoch herausgefunden, dass sich das Protein bei etwa der Hälfte der Patienten auch in Nervenfasern der Haut nachweisen lässt. Diese Erkenntnis kann dabei helfen, Parkinson bereits im Frühstadium zu diagnostizieren.

Verlauf von Morbus Parkinson

Zu Beginn sind es nur kleine Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten wie Hemden Zuknöpfen, Zähneputzen oder Schuhe binden. Leicht zitternde Hände sind hier das Problem. Dies kann sich mit fortgeschrittener Erkrankung auf beide Körperhälften ausbreiten. Dann nehmen auch die Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen zu.

Das Risiko der Parkinsonpatienten, an Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Etwa 40 Prozent sind laut dem Alzheimer-Therapiezentrum der Röpersbergklinik Ratzeburg davon betroffen. Meist tritt sie erst im späteren Verlauf auf, oft können Jahre zwischen dem Ausbruch von Parkinson und dem Auftreten der Parkinson-Demenz vergehen. Üblicherweise erfordert sie eine gesonderte Form der Behandlung, da eine reine medikamentöse Behandlung der Parkinson-Erkrankung oft nicht ausreicht.

 Mit dem fortschreitenden Verlauf von Parkinson steigt das Risiko für Komplikationen, die zum Tode führen: Häufig handelt es sich hierbei um Infektionen der Atemwege, doch auch die Folgen von schweren Stürzen oder Schluckstörungen werden im späteren Verlauf zu einer Gefahr.

Behandlung: Medikamente oder operativer Eingriff

Parkinson ist nicht heilbar, aber heute gut zu behandeln. In den letzten Jahren gab es erhebliche medizinische Fortschritte hinsichtlich der Heilung der Nervenkrankheit. Das Absterben von Nervenzellen im Gehirn kann nicht verhindert werden – die Medikamente können jedoch verschiedene Symptome verhindern oder abmildern, sodass der Patient weitgehend beschwerdefrei ist.

Parkinson schreitet langsam aber sicher voran. Daher müssen die Medikamente dem Bedarf des Patienten immer wieder aufs Neue angepasst werden, um die Symptome zu kontrollieren. Häufig wird der Botenstoff Dopamin künstlich zugeführt. Verschiedene Beschwerden, beispielsweise Bewegungseinschränkungen oder steife Muskeln und Gelenke, lassen sich so verhindern. Mit der richtigen Behandlung kann der Zeitpunkt, bis eine betroffene Person pflegebedürftig wird, um bis zu 20 Jahre hinausgezögert werden.

Neben Medikamenten wird bei einigen Patienten als Teil der Parkinson-Therapie ein chirurgischer Eingriff vorgenommen. Die sogenannte tiefe Hirnstimulation kann die Medikamente entweder ergänzen oder sie sogar ganz ersetzen. Bei dem Eingriff werden Elektroden im Gehirn implantiert, die Nervenzellen in ihrer Aktivität beeinflussen.

Weitere Möglichkeiten der Behandlung bei Parkinson

Häufig wird Patienten als Teil einer Parkinson-Therapie eine Physiotherapie angeboten, um motorische Probleme zu verbessern. Auch eine Ergotherapie kann sinnvoll sein, da sie Betroffene darin unterstützen kann, trotz Krankheit und verschiedener Einschränkungen ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Eine Logopädie kann helfen, wenn Patienten unter eingeschränktem Sprechvermögen leiden.

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