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Blasenentzündung lässt sich natürlich behandeln

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Natürlich heilen  

Bei Blasenentzündung nicht vorschnell zu Antibiotika greifen

09.09.2015, 11:38 Uhr | Andrea Goesch

Blasenentzündung lässt sich natürlich behandeln. Cranberrys gelten als bewährtes Mittel gegen Blasenentzündung. Doch es gibt noch viel mehr natürliche Heilmittel, die helfen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Cranberrys gelten als bewährtes Mittel gegen Blasenentzündung. Doch es gibt noch viel mehr natürliche Heilmittel, die helfen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ständiger Harndrang und Brennen beim Wasserlassen: Eine Blasenentzündung kann mit heftigen Beschwerden einhergehen. Häufig verschreiben Ärzte Antibiotika gegen die Entzündung. "Oft zu früh", sagt Dr. Andrea Flemmer. In ihrem Ratgeber "Blasenprobleme natürlich behandeln" (humboldt, 2015) erklärt die Autorin, welche Alternativen es gibt.

Pflanzliche Stoffe zeigen bei Blasenproblemen eine starke Wirkung. Sofern die Nieren nicht von der Entzündung betroffen sind und kein Blut im Urin auftaucht, ist in vielen Fällen eine Behandlung mit pflanzlichen Antibiotika erfolgversprechend, sagt Flemmer. Diese natürlichen Stoffe töten Bakterien ab und sind beispielsweise in Cranberrys, Senfölen und Mannose, einer Zuckerart, die mit Traubenzucker verwandt ist, enthalten.

Cranberrys - natürliche Wunderwaffe bei Blasenschmerzen

Cranberrys werden hauptsächlich in Nordamerika angebaut und können als Saft oder in Tablettenform eingenommen werden. Die Früchte sind mit der europäischen Preiselbeere und Heidelbeere verwandt und enthalten natürliche Farbstoffe. Diese verhindern, dass Bakterien wie Escherichia Coli an der Blasenwand andocken.

"Bereits zwei Stunden nach der Aufnahme der Inhaltsstoffe beginnen sie zu wirken", schreibt Flemmer. Zeigt sich jedoch nach einem Tag keine Linderung der Beschwerden, sollten die Betroffenen unbedingt einen Arzt aufsuchen, rät die Expertin.

Bei wiederkehrenden Harnweginfekten helfen Senföle

Ein weiteres natürliches Heilmittel gegen Blasenentzündung ist Senföl. Es kommt in verschiedenen Kohlarten sowie in Rettich, Senf, Raps und Kresse vor. Über das Blut gelangen sie in den Kreislauf und lagern sich schließlich in der Harnblase ab. Dort töten sie die Krankheitserreger ab. "Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit der Senföle ist in zahlreichen Studien belegt", sagt Flemmer. Resistenzen seien bislang nicht bekannt. Besonders Patienten mit immer wiederkehrenden Harninfekten profitierten von den natürlichen Wirkstoffen.

Allerdings ist es nicht möglich, eine wirksame Menge an Senföl über Lebensmittel einzunehmen. Flemmer empfiehlt daher, Meerettich und Kapuzinerkressekraut in Kapselform einzunehmen. Entsprechende Produkte sind rezeptfrei in Apotheken und Drogerien erhältlich.

Dieser Zucker hilft Blasenproblemen vorzubeugen

Auch mit Hilfe eines speziellen Zuckers, der so genannten D-Mannose, lässt sich Blasenbeschwerden vorbeugen. Flemmer verweist auf Studien, nach denen der Einfachzucker bei Patientinnen mit Harnswegsinfekten eine ähnliche Wirkung zeigte wie ein herkömmliches Antibiotikum - ganz ohne Nebenwirkungen und die Gefahr von Resistenzen. Das Prinzip ist ähnlich wie bei den Cranberrys: Die lästigen Escherichia Coli-Bakterien werden daran gehindert, sich an der Blasenwand festzusetzen.

Eingenommen wird Mannose als Pulver, das in Wasser aufgelöst wird. Der Zucker, der aus Pflanzen gewonnen wird, ist in Apotheken rezeptfrei erhältlich.

Ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide

Doch es gibt noch weitere natürliche Wirkstoffe, die den Heilungsprozess bei Blasenentzündung unterstützen. So wirken auch bestimmte ätherische Öle in Heilpflanzen wie Johanniskraut und Schafgarbe keimtötend. Gerbstoffe, die in Hopfen und Preiselbeeren enthalten sind, können ebenfalls bei Entzündungen helfen. Petersilie und Löwenzahn dagegen enthalten Flavonoide.

Flemmer weist darauf hin, dass auch diese sekundären Pflanzenstoffe das Wachstum von Bakterien hemmen und das Immunsystem stärken können. Die Expertin empfiehlt, die Heilkräuter getrocknet als Tee aufzugießen. Sie könnten auch ergänzend zu einer konventionellen Antibiotikatherapie eingenommen werden.

Diese Kräuter helfen beim Durchspülen der Blase

Um die Krankheitskeime möglichst schnell aus der Blase zu spülen, ist es ratsam, möglichst viel zu trinken. "Empfehlenswert sind Kräuter, die harntreibend wirken, so genannte Aquaretika", sagt Flemmer. Ideal sei es, circa zwei Liter pro Tag zu trinken. Besonders wirksam seien Birken- und Brennnesselblätter, Goldrutenkraut, schwarze Johannisbeerblätter und Liebstöckelwurzel.

Brunnenkresse und Bärentraubenblätter hätten zudem den Vorteil, desinfizierend zu wirken. Aus den getrockneten Blättern der Heilpflanzen lässt sich im Handumdrehen ein Heiltee zubereiten.

Fazit: Wertvolles Handbuch für Verfechter der Naturmedizin

Flemmers Ratgeber ist ein lehrreicher Exkurs in die Welt der Naturmedizin. Auf anschauliche und verständliche Weise wird erklärt, wie die Pflanzenchemie im Körper wirkt und Heilungsprozesse beschleunigen kann. Daneben gibt die Autorin praktische Tipps zum Trocknen von Kräutern und Herstellen eigener Teemischungen.

Wer bei Blasenbeschwerden nicht gleich zur chemischen Keule greifen will, sondern lieber seine Selbstheilungskräfte auf natürliche Weise unterstützt, wird in diesem Buch mit Sicherheit fündig werden. Einen Arztbesuch bei länger anhaltenden Beschwerden kann der Ratgeber jedoch nicht ersetzen.

"Blasenprobleme natürlich behandeln", herausgegeben von Dr. Andrea Flemmer, ist in humboldt Verlag erschienen, 143 Seiten, 19,99 Euro.

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