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Hausmittel gegen Warzen: Was hilft schnell und gut?

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Von Tinktur bis Vereisung  

Diese Mittel helfen gegen Warzen am besten

22.10.2015, 10:47 Uhr | Eva Dignös, dpa-tmn

Hausmittel gegen Warzen: Was hilft schnell und gut?. Warzen haben vor allem bei trockener Haut leichtes Spiel. Trotzdem beugt Pflege nicht immer vor.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Warzen haben vor allem bei trockener Haut leichtes Spiel. Trotzdem beugt Pflege nicht immer vor. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für manche reicht ein Tag im Schwimmbad und schon prangt eine Warze an den Fingern oder der Fußsohle. Mit dem richtigen Mittel lassen sich die knubbeligen Hautwucherungen zu Hause bekämpfen - manchmal jedoch kann nur noch ein Arzt die Viren eindämmen.

Verursacht werden Warzen in den meisten Fällen durch Mitglieder der großen Familie der Humanen Papillomaviren (HPV). Wer nicht sofort handelt, trägt die Viren schnell weiter.

Warzen-Viren lauern auch auf Türklinken

"Übertragen werden sie von Mensch zu Mensch, allerdings können sie auch mal zwei oder drei Tage auf dem Fußboden oder auf einer Türklinke überdauern", erläutert Eggert Stockfleth, Professor für Dermatologie und Direktor der Hautklinik am St. Josef-Hospital in Bochum.

Durch winzige Verletzungen oder Risse dringen die Viren in die obersten Hautschichten ein. "Dort regen sie das Zellwachstum an - denn sie benötigen ein dabei entstehendes Enzym, um sich zu vermehren", beschreibt Stockfleth den Verlauf der Virusinfektion. Stachelwarzen, kleine Flachwarzen, Dornwarzen und Dellwarzen sind Formen der Hautwucherungen, mit denen sich Menschen besonders häufig anstecken.

Schwimmbadwarzen sind besonders hartnäckig

Dellwarzen werden auch Schwimmbadwarzen genannt, die vor allem Kinder oft aus dem Hallenbad mitbringen. "Auf den Böden und im Wasser gibt es viele Erreger, die durch die aufgeweichte Haut leicht eindringen können", erklärt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Ist erst einmal eine Warze gewachsen, ist gerade bei Dellwarzen die nächste nicht weit, denn das Sekret in den kleinen Knubbeln steckt voller Viren. "Wenn die Kinder an den Warzen kratzen oder an den Fingern lutschen, verteilen sie die Viren, und die Infektion schreitet fort", erläutert Kinder- und Jugendarzt Fegeler.

Warzen besser vom Arzt ausdrücken lassen

Behandelt werden sollten Warzen deshalb vor allem dann, wenn sie sich weiter auszubreiten drohen, wenn sie - vor allem an der Hand - im Alltag stören oder wenn Dornwarzen sich schmerzhaft in die Fußsohle bohren. Dellwarzen können abgeschabt oder ausgedrückt werden. "Das darf wegen des hohen Infektionsrisikos nur der Arzt machen", betont Fegeler. Von HPV-Viren verursachte Warzenwerden werden meist entweder vereist oder durch Wirkstoffe wie Salicylsäure allmählich abgetragen. Beide Methoden zerstören das Virus, erfordern aber Geduld und Ausdauer.

Tinkturen sind effektiv, reizen aber auch die gesunde Haut

Die salicyl- oder milchsäurehaltigen Tinkturen und Pflaster gegen Warzen, die in der Apotheke erhältlich sind, müssen oft über Wochen und Monate regelmäßig aufgetragen werden, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Schicht für Schicht weichen sie die verhornte Haut auf, die dann nach einem warmen Bad abgetragen werden kann. "Die Wirkstoffe reizen jedoch auch die gesunde Haut", warnt Apothekerin Sellerberg, "sie sollte deshalb mit Vaseline geschützt werden."

Auch mit Kälte lässt sich Warzen zu Leibe rücken. Frei verkäufliche Vereisungssprays für den Hausgebrauch bringen jedoch oft nicht die erhoffte Wirkung, ist die Erfahrung von Kinder- und Jugendarzt Ulrich Fegeler. Die professionelle Kryotherapie mit minus 200 Grad kaltem flüssigen Stickstoff in dermatologischen Zentren sei jedoch eine sehr effiziente und elegante Methode.

Neue Methode aktiviert das Immunsystem

Neu entwickelte sogenannte Immune-Response-Modifier, die als Creme aufgetragen werden, gehen einen anderen Weg. "Sie reaktivieren das körpereigene Immunsystem an der Stelle, an der die Warze sitzt", erläutert Dermatologe Stockfleth. "Das hat den Vorteil, dass die Behandlung nicht wehtut, keine Narben hinterlässt und es auch seltener zu Rückfällen kommt." Die Salben kommen bisher vor allem bei sehr hartnäckigem Warzenbefall zum Einsatz und müssen vom Arzt verschrieben werden. Bösartig entarten können Viruswarzen nicht, betont Stockfleth. Wer sich bei Wucherungen auf der Haut jedoch nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um eine Warze handelt, sollte sie dem Arzt zeigen.

Feuchtigkeitspflege kann Warzen vorbeugen

Manchmal verschwinden Warzen so plötzlich, wie sie gekommen sind: Der Körper hat die Warze schlichtweg selbst besiegt: "Er bildet Antikörper, die es allerdings wegen der schlechten Durchblutung in der Hornschicht der Haut schwer haben, zur Warze zu gelangen", sagt Fegeler. Warzen, die von selbst wieder abheilen, seien nichts Ungewöhnliches.

Vorbeugen lässt sich kaum, ein geschwächtes Immunsystem ist aber vermutlich ein zusätzlicher Risikofaktor, sagt Eggert Stockfleth. Auch die Hautpflege spielt eine Rolle: Trockene Haut neigt eher zu winzigen Rissen und öffnet auf diese Weise die Tür für die Warzenviren.

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