Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Hausstauballergie >

Hausstauballergie: Mehr als ein harmloser Schnupfen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group
 (Quelle: Milbopax)

Auslöser von Asthma  

Eine Hausstauballergie ist mehr als ein harmloser Schnupfen

28.10.2016, 13:28 Uhr | pag

Hausstauballergie: Mehr als ein harmloser Schnupfen. Gefahr für Allergiker: Im Hausstaub befinden sich Reste von Milben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gefahr für Allergiker: Im Hausstaub befinden sich Reste von Milben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit Fließschnupfen fängt die Hausstauballergie oft an. Auslöser sind Hausstaubmilben. Wer betroffen ist, sollte schnell etwas gegen die Überreaktion des Immunsystems unternehmen. Andernfalls droht ein "Etagenwechsel" in Bronchien und Lunge.

Wer im Herbst oder Winter auffällig oft beim Staubsaugen niest oder tränende Augen bei sich feststellt, ist womöglich gegen Hausstaubmilben allergisch. Die kaum sichtbaren Tiere hinterlassen ihren Kot im Wohnzimmer-Staub oder zerfallen selbst zu Staub. Werden die Partikel eingeatmet, kommt es besonders bei familiär vorbelasteten Menschen zu allergischen Reaktionen.

Symptome während der Heizperiode

Wenn im Winter die Nase läuft, denken viele zuerst an einen grippalen Infekt. "Darauf wird nicht reagiert und eine Allergie erst gar nicht in Betracht gezogen", sagt Michael Barczok, Sprecher des Berufsverbandes der Pneumologen (BdP). Zu den weiteren Vorzeichen zählen brennende oder rote Augen. Betroffene bemerken die Symptome meist zuerst nachts im Bett. Dort tummeln sich die Milben gerne. Sie leben von Wärme, Feuchtigkeit und Schuppen, die der Mensch über Nacht absondert. Wer in Federbetten schläft, bekommt dies noch deutlicher zu spüren.

Die Jahreszeit spielt bei der Hausstauballergie eine entscheidende Rolle. Die Beschwerden treten verstärkt während der Heizperiode auf, in der viel geheizt, doch wenig gelüftet wird. "Das liegt an der Luftwalze, die sich über dem Heizkörper entwickelt. Staub aus Teppichen kann mit der warmen Luft aufsteigen und fällt mit der erkalteten Luft wieder zurück", erklärt Barczok. So verteilen sich die Milbenreste in der ganzen Wohnung und "die Staubpartikel mit dem Milbenanteil werden in der trockenen Luft besser einatembar".

Asthma droht

Etwa 30 Prozent der Mitteleuropäer sind von ihrer familiären Anlage her Allergiker. Das ist eine Menge. Ob ein Hausstaubmilbenallergie vorliegt, klärt ein sogenannter Prick-Test beim Allergologen oder Lungenfacharzt. Bestätigt der Test, dass der Körper auf Milben reagiert, sollte schnell eine geeignete Therapie erfolgen. Lungenfacharzt Barczok warnt davor, die Diagnose Hausstauballergie auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn bei etwa 50 Prozent der Betroffenen wandert die Allergie von der Nase in die Bronchien. Das nennt sich dann "Etagenwechsel".

Auslöser für ein Absteigen der Allergie in die Bronchien ist meist ein Infekt, der über die vorgeschädigte Nasenschleimhaut eindringt und auf die Bronchien überspringt. Das Tückische daran ist, dass der Betroffene zuerst Erleichterung verspürt, weil sich andere Symptome abschwächen. Barczok erzählt: "Bei einigen röten sich die Augen plötzlich nicht mehr so stark, dafür fangen sie an, Atembeschwerden zu entwickeln."

"Nächtliches Pfeifen beim Atmen" kündigt an, dass die Allergie nun größere Ausmaße annimmt. "Der Körper legt den Fokus auf die tiefen Atemwege. Die Müllabfuhr der Bronchien wird gestört, da die Flimmerhärchen verkleben," erläutert Barczok. Es kommt zu Asthma. Die Erkrankung kann im ungünstigsten Fall ein Leben lang bestehen bleiben.

Was tun, damit es nicht so weit kommt?

Der Lungenarzt empfiehlt, frühzeitig auf die ersten Warnzeichen zu achten und "nicht erst so lange warten bis man keine Luft mehr bekommt". Gleich nach der Diagnose sollen Hausstauballergiker ihre Schleimhäute intensiv behandeln, dann gibt es eine gute Chance, dass der Etagenwechsel nicht stattfindet. Betroffene sollten selbst aktiv werden und beispielsweise Patientenschulungen besuchen. Bisher werde das Angebot jedoch nur von einem Bruchteil der Patienten wahrgenommen, bedauert er.

Ziel einer medikamentösen Therapie ist es, die aktivierten Entzündungszellen längerfristig zu minimieren. Die allergische Reaktion des Immunsystems wird auf diese Weise gestoppt. Auch mit einer Hyposensibilisierung lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Dabei wird das Allergen in stark abgeschwächter Form unter die Haut gespritzt. Oder der Patient nimmt den Wirkstoff in Tablettenform ein.

Maßnahmen gegen die Hausstaubmilben

Der Lungenfacharzt empfiehlt außerdem, nicht auf Medikamente allein zu setzen. So helfe es, milbenhaltigen Staub aus Matratzen und Kissen zu entfernen und spezielle Milbenschutzüberzüge zu verwenden. Betten ohne Gänsefedern, Wasserbetten oder Matratzen aus Hartschaum verhindern ebenfalls, dass sich Milben einnisten, so der Experte. Allergiker sollten in der Wohnung auf Teppiche und Kissen verzichten. Die Überreste der Milben lassen sich hier schlechter entfernen. Glatte Böden, die sich gut reinigen lassen sind ideal. Eltern rät Barczok dringend, in Gegenwart ihrer Kinder nicht zu rauchen. Dies begünstige neben der familiären Anlage das allergische Asthma.

Regionale Unterschiede bei der Hausstauballergie

Mitteleuropa gehört zum Hauptverbreitungsgebiet der Hausstaubmilben. Erst ab einer Höhe von 1600 bis 1700 Metern sterben die Tiere. Barczok spricht vom "Davos-Effekt", da der bekannte Luftkurort in den Schweizer Alpen wie auch andere hochgelegene Regionen milbenfrei ist. Während Pollenallergiker gerne im Reizklima an der Nordsee Urlaub machen, ist dies für Hausstaubmilbenallergiker Gift. Die Milben finden auf Meereshöhe besonders günstige Lebensumstände, so der Lungenfacharzt.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Shopping
Jetzt testen: 2 bügelfreie Hemden für nur 55,- €
bei Walbusch
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017