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Rückenschmerzen richtig behandeln

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Operation meist unnötig  

Rückenschmerzen mit alternativen Therapien lindern

08.12.2015, 09:22 Uhr | JL

Rückenschmerzen richtig behandeln. Wer eine Schonhaltung vermeidet, wird Rückenschmerzen oft schnell wieder los. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer eine Schonhaltung vermeidet, wird Rückenschmerzen oft schnell wieder los. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Massagen, Hypnose, Akupunktur: Was hilft wirklich gegen Rückenschmerzen? Mediziner und Buchautor Thomas Heim stellt in seinem Ratgeber "Das Rückenbuch- Aktiv gegen Schmerzen" alternative Therapieformen vor und erklärt, warum Operationen oft alles nur noch schlimmer machen.

Rückenschmerzen sind zu 95 Prozent harmlos und daher mit einfachen Maßnahmen gut in den Griff zu kriegen, heißt es in dem Ratgeber. Oft reiche es, wenn Betroffene körperlichen und seelischen Ausgleich suchen, so der Autor.  

Schmerz kommt meist von verspannten Muskeln

"In weniger als 10 von 100 Fällen beruhen Rückenschmerzen auf einer Nervenwurzelreizung, einer rheumatischen Erkrankung, Stoffwechselerkankung, einem Tumor oder einer Infektion", sagt Heim. Die häufigste Form der Rückenschmerzen kommt von muskulären Verspannungen, Ungleichgewicht in der Wirbelsäule und schmerzverstärkenden Rückkopplungen. 

Um die Muskeln wieder auf Trab zu bringen, empfiehlt Heim Bewegung als erste Maßnahme. Das bedeutet, den Alltag wie gewohnt fortzusetzen und keine Schonhaltung einzunehmen. Gelenkschonende Ausdauersportarten wie Schwimmen, Yoga und Pilates haben sich laut dem Rückenbuch besonders bewährt.

Hypnose hilft bei psychischer Ursache

Das Gehirn entscheidet, ob wir Schmerz empfinden, indem es die auf den Körper einströmenden Einflüsse filtert. Diese Filterfunktion kann durch Angst, Sorge, Stress oder zwischenmenschliche Konflikte geschwächt sein. "Seelische und zwischenmenschliche Spannungen sind oft der Grund, wenn funktionelle Rückenschmerzen lange anhalten" erklärt Heim. Schmerzgeplagte sollten sich deshalb auch psychisch 'den Rücken stärken'.

Das Buch beschreibt dann unter anderem hypnotherapeutische Techniken. Dabei wird der Patient in Trance versetzt, nimmt sein Leiden bewusst wahr und spürt selbst, was er zur Heilung braucht. Wem das zu spirituell ist, kann es mit klassischer Psychotherapie versuchen und seine Lebenseinstellung überdenken. Gelassenheit und Optimismus wirken sich positiv auf die Rückengesundheit aus. 

Vorsicht bei rabiaten Massage-Techniken

Massagen sind eine gute Methode, um Verspannungen in der Rückenmuskulatur zu lösen. Heim empfiehlt, dazu erfahrene Physiotherapeuten oder Osteopathen heranzuziehen. Ayurvedische Massagen, Thaimassagen oder Shiatsu sind derzeit eine beliebte Alternative. Heim warnt jedoch davor, sich dem Masseur allzu vertrauensvoll hinzugeben. Will dieser beispielsweise mit seinen Füßen auf Ihr Kreuz steigen, sollten Sie das verhindern. Unentdeckte Leiden wie etwa an den Bandscheiben, den Wirbelkörpern oder den Blutgefäßen können so einen schlimmen Verlauf nehmen. 

Akupunktur arbeitet mit Stimulation

Als ebenfalls beliebte Methode im alternativen Therapie-Bereich beschreibt Heim die Akupunktur. Bis zu 40 Nadeln stimulieren dabei bestimmte Punkte unter der Haut, was den Heilungsprozess anregen soll. Wie genau die Akupunkturnadeln wirken, darüber sind sich Wissenschaftler jedoch nicht einig. Der Autor ist von der Wirksamkeit trotzdem überzeugt: "In Studien gingen Rückenschmerzen, die seit mindestens zwölf Wochen bestanden, unter Akupunktur zurück".

Heilpflanzen sind beliebte Hausmittel 

Ob Salben und Gele helfen, bezweifeln viele Ärzte, da die Mittel nicht tief genug in die Haut einziehen können. Stattdessen empfiehlt "Das Rückenbuch" wärmende Cremes, Pflaster oder Körnerkissen, denn sie fördern die Durchblutung der Rückenmuskulatur. Auch schmerzlindernde Heilpflanzen erwähnt Heim. Dazu zählen unter anderem Arnika, Brennnessel, Hagebutte, Johanniskraut und Ringelblume, die man als Tee trinken kann.

Operation birgt Risiken

"Operationen an der Wirbelsäule kommen nur dann infrage, wenn die Nervenwurzeln oder das Rückenmark in ernsthafte Bedrängnis geraten sind, und selbst dann sind sie nichtoperativen Verfahren nicht immer überlegen", erklärt Heim. Doch obwohl sich dieses Wissen in der Medizin etabliert hat, raten hierzulande immer noch viele Ärzte voreilig zur Operation oder anderen invasiven Eingriffen, kritisiert Heim. Der Grund: Oft werden gewöhnliche Verschleißerscheinungen als Schmerzursache fehlinterpretiert. 

Häufig beweist die Praxis, dass invasive Verfahren gewaltig nach hinten losgehen können. Denn nicht nur dem Schmerz rückt das Messer zuleibe, sondern auch dem gesunden Körpergewebe. Im schlimmsten Fall folgen dann Blutungen, Nervenverletzungen oder Wundinfektionen. Da Operationen oft nicht die Schmerzursache beheben, begünstigen sie stattdessen chronische Leiden, wie Heim warnt.

Zur Selbstdiagnose nicht geeignet

"Es gibt Tausende guter Ratschläge, viele helfen nicht", stellt "Das Rückenbuch" in seinem Klappentext fest. Doch anstatt die verwirrende Masse an Informationen, die "Tausend Ratschläge", auf die wesentlichen zu reduzieren, entschied sich der Autor, alle erdenklichen Behandlungsmethoden kurz anzureißen. Laien, die nach der passenden Therapie für ihr Rückenleiden suchen, dürfte die Informationsflut überfordern - ein Ratgeber zum schnellen Nachschlagen ist "Das Rückenbuch" deshalb nicht. Wer gerne tiefer in die Materie der Rückengesundheit einsteigen will, findet im Rückenbuch jedoch anschauliches, auf den Punkt gebrachtes Hintergrundwissen.

"Das Rückenbuch - Aktiv gegen Schmerzen" erschien 2015 bei der Stiftung Warentest, 192 Seiten, 19,90 Euro.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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