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Zika-Virus: Symptome, Übertragung und weitere Fakten

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Auch sexuell übertragbar  

Die wichtigsten Fakten zum Zika-Virus

22.06.2017, 17:57 Uhr | cch, AFP, dpa, tze

Zika-Virus: Symptome, Übertragung und weitere Fakten. Die Gelbfiebermücke ist Überträger des Zika-Virus. (Quelle: Reuters)

Die Gelbfiebermücke ist Überträger des Zika-Virus. (Quelle: Reuters)

Seit 2015 hat sich das Zika-Virus in mehr als 40 Ländern in Mittel- und Südamerika in Südostasien und weiteren Ländern ausgebreitet. In den ersten Monaten 2017 ist die Zahl der Zika-Erkrankungen zurückgegangen, das Risiko einer Ansteckung bleibt in den betroffenen Gebieten aber weiterhin bestehen. Wie gefährlich ist das Zika-Virus? Was bedeutet das für Deutschland? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Zika-Virus bleibe langfristig ein Problem

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im November 2016 das Ende des weltweiten Gesundheitsnotstands wegen der Zika-Epidemie erklärt. Dennoch bleibe Zika demnach "langfristig ein äußerst gewichtiges Problem", es gebe aber keinen Notstand von globalem Ausmaß mehr. Die Zahlen der Neuinfektionen sind 2017 deutlich zurückgegangen.

Was für ein Virus ist das?

Das Zika-Virus gehört zur Familie der Flaviviren und ist ein alter Bekannter. Es wurde erstmals 1947 in Uganda bei einem Affen entdeckt. Der erste Fall beim Menschen wurde Angaben der WHO 1968 bekannt. Das Zika-Virus ist verwandt mit Viren, die Gelbfieber und Dengue-Fieber auslösen.

Wo traten Zika-Fälle auf?

Seit dem Jahr 2015 hat sich das Zika-Virus ausgebreitet in:

  • Brasilien
  • weiten Teilen Süd- und Mittelamerikas
  • der USA (Florida und Texas)
  • der Karibik
  • großen Teilen Südost-Asiens (u.a. Thailand, Vietnam, Philippinen)
  • Ländern im Südpazifik und den Kapverdischen Inseln

In Europa traten nur importierte Fälle nach Auslandsaufenthalt und bei Reiserückkehrern auf.

Diese Mücken übertragen das Zika-Virus 

Übertragen wird das Virus durch infizierte Stechmücken der Gattung Aedes: Die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) ist in tropischen Ländern weit verbreitet. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) lebt auch in gemäßigten Klimazonen und hat sich auch schon in einigen Teilen von Süddeutschland ausgebreitet.

Kann das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden?

Dass das Virus durch Bluttransfusionen übertragen werden könnte, ist bisher nur ein Verdacht. Die Möglichkeit einer Übertragung über ungeschützten Sex wurde  bestätigt. Weltweit haben 13 Länder Fälle von sexuell übertragenen Infektionen gemeldet, gibt das österreichische Bundesministerium für Gesundheit und Frauen an. Das Robert-Koch-Institut berichtet, dass eine Übertragung ausgehend von Männern auch noch Wochen und Monate nach der Infektion möglich ist.

Das sind die Symptome einer Zika-Infektion

Symptome treten meist drei bis sieben Tage nach der Infektion durch einen Mückenstich auf. Sie ähneln einem grippalem Infekt: leicht erhöhte Körpertemperatur, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Manchmal kommt es auch zu Hautausschlag und Juckreiz, Bindehautentzündung oder Schwellungen an Händen oder Füßen. Üblicherweise klingen die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen ab.

Experten gehen allerdings davon aus, dass ein Großteil der Infektionen unbemerkt verläuft.

Wie kann das Zika-Virus nachgewiesen werden?

Bis zu drei Tagen nach Symptombeginn kann das Zika-Virus mittels RT-PCR im Blut nachgewiesen werden. Danach ist der Nachweis im Blut nur mittels Antikörpernachweis möglich.

Ist das Zika-Virus gefährlich?

Eine Behandlung im Krankenhaus ist bei einer Ansteckung meist nicht notwendig. Todesfälle, die bei Zika-Infektionen beschrieben wurden, traten laut Angaben des Robert-Koch-Instituts offenbar bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen auf.

Bei Schwangeren kann das Zika-Virus zu Schädelmissbildungen (Mikrozephalie) beim ungeborenen Kind führen. Betroffene Kinder kommen mit einem auffällig kleinen Kopf zur Welt, der Umfang liegt deutlich unter 32 Zentimetern. Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklungsstörung, wenn das Kind älter wird, aber der Kopf nicht mitwächst. Auch das Gehirn ist bei einer Mikrozephalie nicht richtig entwickelt.

Wie groß ist die Gefahr in Deutschland?

"Für Deutschland ist die Gefahr als gering einzuschätzen, da die Tigermücke bislang nur sporadisch gefunden wurde. Ein Ausbruch wie in Brasilien ist nicht zu erwarten." Das ist die Einschätzung von Professor Jonas Schmidt-Chanasit, dem Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Auch das Robert-Koch-Institut hält die Wahrscheinlichkeit, sich in Deutschland mit dem Zika-Virus zu infizieren, für "sehr gering". Demnach wurde die Tigermücke punktuell in Freiburg, Heidelberg, Hena und Sinsheim nachgewiesen.

Christian Drosten, Virologe an der Universität Bonn, ergänzt: "In Südeuropa halte ich die Gefahr für größer, aber auch nicht für groß." In den gemäßigten Breiten gebe es kein Zika-Virus.

Können Reisende das Virus einschleppen?

Es gibt eine sehr theoretische Variante: Wenn Reiserückkehrer, die das Virus in sich tragen, in Deutschland von Asiatischen Tigermücken gestochen würden, könnten die Mücken das Zika-Virus weiter verbreiten. Dieses Szenario hält RKI-Experte Klaus Stark für "statistisch unwahrscheinlich".

Diese Situation könnte sich in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten ändern, wenn sich die Asiatische Tigermücke flächendeckend in Süddeutschland ausbreite und zugleich mehr Zika-Virus-Infektionen importiert würden, fügte Stark hinzu.

Menschen, die von einer Reise zurückkehren und das Virus in sich tragen, können dies allerdings auf sexuellem Wege auf einen anderen Menschen übertragen.

Wie viele Zika-Fälle gab es in Deutschland?

Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Zika-Virus in Deutschland beläuft sich seit Oktober 2015 auf über 200. Seit 2016 herrscht Meldepflicht. In fast allen Fällen handelt es sich bei den Erkrankten um Reiserückkehrer, die sich in tropischen Ländern aufgehalten hatten.

Was hilft bei einer Zika-Infektion?

Es gibt weder einen Impfstoff noch ein gezieltes Medikament zur Behandlung. Allenfalls lassen sich die Beschwerden mit Schmerzmitteln und fiebersenkenden Mitteln lindern.

Was müssen Reisende beachten?

Vor Antritt einer Reise können aktuelle Informationen über Länder, in denen das Zika-Virus lokal übertragen wird, über folgenden Link abgerufen werden: http://ecdc.europa.eu/en/healthtopics/zika_virus_infection/zika-outbreak/Pages/Zika-countries-with-transmission.aspx

Menschen, die an einer schweren chronischen Krankheit oder einer Immunstörung leiden, sollten sich von einem Arzt hinsichtlich Präventionsmaßnahmen beraten lassen. Das RKI und das Auswärtige Amt warnen schwangere Frauen vor Reisen in Länder, in denen das Zika-Virus grassiert. Ansonsten gilt: "Gesunde und vor allem auch nichtschwangere Frauen müssen vor dieser Infektion im Allgemeinen keine Angst haben", sagt Tropenmediziner Schmidt-Chanasit.

Reiserückkehrer mit Verdacht auf eine Zika-Infektion sollten zum Arzt gehen und auf einen möglichen Zusammenhang mit der Reise hinweisen.

Wie kann man sich schützen?

Reisende in tropische Länder auf allen Kontinenten sollten sich über die Infektionslage vor Ort informieren. Die einzig mögliche Schutzmaßnahme ist, Mückenschutz sowohl im Freien als auch in geschlossenen Räumen zu verwenden: Lange Kleidung tragen, Insektenschutzmittel auftragen, Fliegengitter an den Fenstern anbringen und unter einem Moskitonetz schlafen.

Das Zika-Virus in Lateinamerika (Quelle: dpa)Das Zika-Virus in Lateinamerika (Quelle: dpa)

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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