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Kann man das persönliche Demenzrisiko senken?

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Demenz - Strategien gegen das Vergessen

27.09.2016, 16:27 Uhr | t-online.de

Kann man das persönliche Demenzrisiko senken?. Das Gehirn braucht geistige Nahrung, um fit zu bleiben.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Gehirn braucht geistige Nahrung, um fit zu bleiben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Tückische an einer Demenzerkrankung: Sie ist zunächst unsichtbar. Doch im Gehirn zeigen sich Veränderungen Jahrzehnte vor den ersten Symptomen. Wie sich das persönliche Demenzrisiko senken lässt und wie wird die Krankheit behandelt wird.

Wie eine Demenzerkrankung entsteht, hat die Wissenschaft noch immer nicht vollständig entschlüsselt. Experten unterscheiden, ob die Nervenzellen des Gehirns degenerieren, also ohne äußerlich erkennbare Ursache absterben (neurodegenerativ), wie etwa bei Alzheimer oder ob die Nervenzellen beispielsweise aufgrund von Durchblutungsstörungen der kleinen Gefäße im Gehirn schwer geschädigt wurden (vaskulär). Daher sprechen Mediziner bei Demenz-Erkrankungen von "vaskulären" und "neurogenerativen" Demenztypen. Mit zunehmendem Alter treten häufig Mischformen von vaskulärer und neurodegenerativer Demenz auf.

Häufig sind Eiweißablagerungen die Ursache

Je nach Demenztyp unterscheiden sich jedoch die Ursachen: In Bezug auf die neurodegenerative Demenz, deren häufigste Form Alzheimer ist, gelten Eiweiß-Spaltprodukte als Auslöser (Amyloide). Diese lagern sich im Gehirn hab und blockieren die Reizübertragung zwischen den Nervenzellen, die fürs Lernen, für die Merkfähigkeit und die Orientierung zuständig sind. Die Folge: Die blockierten Nervenzellen sterben ab. Das führt zu einer schrittweisen, irreparablen Veränderung der Gehirnstruktur. Die damit einhergehenden Symptome beginnen ebenso schleichend - meist nach dem 60. Lebensjahr.

Risiko-Test ist teuer

Zur Früherkennung von Demenz werden Untersuchungen per Magnetresonanztomographie (MRT) angeboten. Bei dieser Untersuchung werden mögliche Veränderungen bestimmter Hirnareale sichtbar: Wie bereits erforscht ist, schrumpfen bei Alzheimerkranken bestimmte Hirnareale schneller als bei gesunden Menschen. Eine Früherkennung muss aus eigener Tasche bezahlt werden und kann mehrere hundert Euro bis zu über 1000 Euro kosten. Der Nutzen einer solchen Untersuchung gilt jedoch als zweifelhaft. Denn aufzuhalten oder gar zu heilen ist die Krankheit nicht.

Kann man das persönliche Demenzrisiko senken?

Eine Garantie, dass man mit dem richtigen Lebensstil von Alzheimer verschont bleibt, gibt es nicht. Nach Ansicht vieler Demenzexperten gibt es jedoch die Möglichkeit, das eigene Erkrankungsrisiko zu senken, indem man auf eine gesunde Lebensweise achtet.

In einer Studie benennen Demenzforscher aus Leipzig sieben Risikofaktoren für die Krankheit:

Diabetes und Bluthochdruck vorbeugen heißt, sich ausreichend zu bewegen und auf ein normales Gewicht zu achten. Dazu gehört eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen. Zucker sollte man nur in Maßen essen. Er stellt zwar keine direkte Gefahr dar, Demenz zu verursachen. Doch wer viel zuckerreiche Nahrungsmittel isst, erhöht damit sein Risiko, an Altersdiabetes - und damit auch an Alzheimer zu erkranken.

Omega-3-Fettsäuren
Zudem raten Experten, mindestens zwei Mal in der Woche Fisch zu essen. Vor allem Seefisch, darunter Lachs und Hering, enthalte besondere Omega-3-Fettsäuren, die sich in Studien als positiv auf das Alzheimer-Risiko herausgestellt hätten. Auch solle man auf eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen achten.

Das Gehirn braucht "Ansprache"
Geistige Herausforderungen halten das Gehirn ebenfalls fit und leistungsfähig. Denn sobald die Denkarbeit für das Gehirn anstrengend ist und über die Routine hinausgeht, werden die Nervenzellen aktiviert. Das gilt auch für sportliche Aktivitäten: Auch diese sollte den Körper fordern und ihn ins Schwitzen bringen. Ein gemütlicher Spaziergang reicht da nicht aus.

Soziale Kontakte pflegen
Wichtig ist außerdem, genügend Schlaf zu bekommen und langes Sitzen zu vermeiden. Wer stundenlang bewegungslos auf der Couch oder vor dem Computer sitze, schade seinem Körper erheblich. Auch soziale Kontakte und Unternehmungen sind für ein fittes Gehirn von großer Bedeutung.

Therapie von Alzheimer-Demenz

Es gibt Medikamente, die den Verfall geistiger Fähigkeiten verzögern können. Beispielsweise sollen so genannte Cholinesterasehemmer für einen besseren Informationsaustausch zwischen Nervenzellen und Gehirn sorgen. Der Wirkstoff Memantin soll bei Patienten den Glutamat-Spiegel im Gehirnn reduzieren. Denn ein Überschuss an Glutamat findet sich häufig im Gehirn von Dementen, was laut Forschern das Absterben von Nervenzellen begünstige.

Auch ein pflanzliches Präparat steht zur Verfügung: Ginkgo. Es wird aus den Blättern des Ginkgo-biloba-Baums gewonnen. Der Wirkstoff gilt als gut für die Durchblutung des Gehirns und soll Nervenzellen schützen.

Medikamentenfreie Therapien

Weitere Therapien zur Behandlung von Alzheimer-Demenz sind beispielsweise: Reflexzonenmassage sowie Aroma- und Musiktherapie.  Einzelne Studien zeigen, dass Aromatherapie etwa bei Unruhezuständen und aggressivem Verhalten entspannend wirken kann. Wirksame Effekte durch Reflexzonenmassagen und Musiktherapie wurden bislang sind nicht eindeutig nachgewiesen.

Trotz der Behandlungsmöglichkeiten gilt: Alzheimer-Demenz ist nicht heilbar. Therapien verzögern bislang nur leicht den geistigen Verfall.

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