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Studie zu Rückenschmerzen: Ärzte röntgen oft zu früh

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Zu früh und ohne Nutzen  

Studie: Bei Rückenschmerzen wird zu oft geröntgt

24.11.2016, 10:52 Uhr | dpa

Studie zu Rückenschmerzen: Ärzte röntgen oft zu früh. Einer Studie zufolge werden Patienten mit Rückenschmerzen zu oft geröntgt. (Quelle: dpa)

Einer Studie zufolge werden Patienten mit Rückenschmerzen zu oft geröntgt. (Quelle: dpa)

Wenn der Rücken weh tut, sofort zum Arzt und möglichst schnell geröntgt werden? Bei Schmerzen im Kreuz reagieren Patienten und Ärzte häufig übertrieben, wie eine Studie zeigt. Denn bildgebende Verfahren können auch kontraproduktiv sein.

Rückenschmerzgeplagte Patienten werden einer neuen Studie zufolge noch immer zu häufig geröntgt oder in den Tomographen geschoben. Die meisten Patienten überschätzen dabei den medizinischen Nutzen von bildgebenden Verfahren bei Rückenschmerzen, so das Ergebnis einer  Studie mitsamt Patientenumfrage der Bertelsmann-Stiftung.

Viele Bildaufnahmen könnten vermeidbar sein

Demnach geht jeder fünfte Versicherte mindestens einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt. Auch wenn die Zahl der Röntgenuntersuchungen bei Rückenbeschwerden seit 2009 leicht rückläufig ist, halten die Experten der Bertelsmann-Stiftung noch immer viele der sechs Millionen Bildaufnahmen mit Röntgengerät, Computer- oder Magnetresonanztomograph (CT/MRT) für vermeidbar.

In über 50 Prozent schon vor Therapie durchleuchtet

Insgesamt wurden 2015 pro 1000 Patienten mit Rückenschmerzen 375 Bilder erstellt - zuviel, kritisiert die Studie. So wurde jeder fünfte Patient bereits im Quartal der Erstdiagnose durchleuchtet. Dabei empfehlen die medizinischen Leitlinien dies frühestens, wenn herkömmliche Therapien wie Schmerzmittel oder Krankengymnastik keinen Erfolg hatten. In über der Hälfte der Fälle hatte es jedoch vor der Bildaufnahme gar keinen Therapieversuch gegeben.

21 Prozent der Patienten wurden in den fünf Jahren nach ihrer Diagnose zwei bis dreimal durchleuchtet - sieben Prozent öfter als viermal. Bei jedem sechsten Patienten veranlassten Mediziner eine Aufnahme, ohne dass es Warnhinweise auf einen ernsthaften Krankheitsverlauf gab, etwa Lähmungen oder Brüche. Ohne solche Hinweise sehen die Leitlinien keinen Anlass für ein Bildgebungsverfahren.

Regionale Unterschiede

Gleichzeitig offenbart die Studie erhebliche regionale Unterschiede im Verhalten der Patienten und Ärzte: So gehen Menschen in Berlin häufiger mit Rückenschmerzen zum Arzt als in Hamburg oder Schleswig-Holstein. Im Osten durchleuchten Hausärzte und Orthopäden Rückenschmerz-Patienten um bis zu ein Drittel seltener als im Rest der Bundesrepublik.

Röntgen oft ohne Nutzen

Allerdings können Ärzte entgegen der Erwartungen einer Mehrheit von Patienten (69 Prozent) auch mit bildgebenden Verfahren meistens keine spezifische Ursache für den Schmerz feststellen. Probleme in Muskeln oder Nerven werden nämlich auf dem Röntgenbild nicht sichtbar, Tatsächlich gelten 85 Prozent der akuten Beschwerden als medizinisch unkompliziert und verschwinden wieder. Dennoch ist jeder zweite der Umfrage zufolge davon überzeugt, dass man bei Rückenschmerzen immer einen Arzt aufsuchen muss. 60 Prozent erwarten schnellstens eine Untersuchung mittels bildgebender Verfahren, um dem Schmerz auf den Grund zu gehen.

Patienten sollten besser informiert werden. Solche Erwartungen rückten die Ärzte häufig nicht zurecht, kritisieren die Experten der Bertelsmann-Stiftung. Weitere unnötige Untersuchungen und eine Verunsicherung des Patienten seien die Folge. Schlimmstenfalls könnten Schmerzen chronisch werden, weil Patienten kränker gemacht werden als sie sind, so die Studienautoren. Stattdessen fordern sie, Patienten besser zu informieren und durch eine bessere Vergütung des Patienten-Gesprächs Fehlanreizen zum vorschnellen Röntgen entgegenzuwirken.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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