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Männerschnupfen – Mythos oder Wahrheit?

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Neue Studie gibt Aufschluss  

Männerschnupfen – Mythos oder Wahrheit?

01.03.2017, 15:07 Uhr | MHa

Männerschnupfen – Mythos oder Wahrheit?. Wenn ein Mann krank ist, leidet er unglaublich. Oder ist das ein Mythos? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/OcusFocus)

Wenn ein Mann krank ist, leidet er unglaublich. Oder ist das ein Mythos? (Quelle: OcusFocus/Thinkstock by Getty-Images)

Wenn Männer krank werden, leiden sie meist wie Hunde. Ist etwas dran am „Männerschnupfen“ oder übertreibt das männliche Geschlecht mit seiner Wehleidigkeit? Erfahren Sie hier, welche Erkenntnisse eine neue Studie liefert und was Experten zu dem Thema sagen.

Was ist Männerschnupfen?

Ist der Mann krank, dann machen sich Frauen gerne über die Wehleidigkeit des starken Geschlechts lustig. „Tatsächlich beschreiben Männer ihre Beschwerden oftmals sehr dramatisch“, sagt der Sozialmediziner Prof. Michael Kunze von der Medizinischen Universität Wien gegenüber t-online.de. Man spricht vom Männerschnupfen oder der Männergrippe,

  • wenn simple Denkprozesse zu einer schier unlösbaren Aufgabe werden;
  • wenn der Mann Gelenk- und Gliederschmerzen hat, wie er sie noch nie zuvor kannte;
  • wenn seine Stimme total versagt;
  • wenn er starke Hals- und Kopfschmerzen hat;
  • wenn ihn ein nicht enden wollender Schnupfen quält, bis er nur noch hilflos in einem Meer aus Taschentüchern im Bett kauert.

Eine Studie liefert neue Erkenntnisse

Ein Forscherteam um die Toxikologin Jackye Peretz von der “Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health“ erlangte durch eine Studie neue Erkenntnisse. Nachdem Sie weibliche und männliche Zellen der Nasenschleimhaut verglichen, fanden sie heraus: Das Sexualhormon Östrogen hat einen entscheidenden Einfluss auf die Virenlast im Körper.

Es fanden sich wesentlich mehr Viren in den Zellen der männlichen Probanden. Östrogen vermindert die Stoffwechselrate der Zellen und verhindert, dass sich die Viren schnell im Körper verbreiten. Das Hormon verschafft dem weiblichen Immunsystem damit mehr Zeit, um gegen die Viren anzukämpfen und die Krankheit im Keim zu ersticken.

Kein Mythos aus medizinischer Sicht

„Es gibt einen physiologischen Östrogenschutz der Frau, welcher aus immunologischer Sicht vorteilhaft bei der Abwehr von Krankheitserregern ist“, sagt Kunze.

Die Gendermedizinerin und “Wissenschaftlerin des Jahres 2016“, Prof. Alexandra Kautzky-Willer, ergänzt: „Tatsächlich ist die Nasenschleimhaut der Frau nach Studien durch Östrogen besser geschützt. Östrogen stärkt die Immunantwort, während Testosteron immunsuppressiv wirkt. Dadurch könnten Männer tatsächlich mehr gefährdet sein, Schnupfen zu entwickeln, beziehungsweise mehr darunter leiden.“

Wenn Männer krank werden, fallen sie in kundliche Verhaltensmuster zurück und möchten zur Mama. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/tatyana_tomsickova)Wenn Männer krank werden, fallen sie in kundliche Verhaltensmuster zurück und möchten zur Mama. (Quelle: tatyana_tomsickova/Thinkstock by Getty-Images)

Rückfall in kindliche Verhaltensmuster

Wenn Männer übermäßig "rumjammern" und in ein kindliches Verhalten zurückfallen, spricht man in der Psychologie von Regression, berichtet Kunze: „Der Mann möchte am liebsten zu seiner Mutter und umsorgt werden, weil er sich sterbenskrank fühlt. Er fällt in ein kindliches Verhalten zurück.“ Kautzky-Willer spricht in diesem Zusammenhang davon, „dass Frauen leidensfähiger sind und dass auch durch die Sozialisierung mehr gewohnt sind. Sie ertragen Beschwerden besser.“

Halb Mythos, halb Wahrheit

Der Männerschnupfen hat also eine medizinische Grundlage. Das ergeben die neuen Forschungsergebnisse. Die Experten sehen das weibliche Immunsystem durch das Östrogen besser geschützt, wenn es sich um Atemwegserkrankungen handelt. Aufgrund der stärkeren Symptome und Beschwerden, kann man an dieser Stelle also eine Lanze für die wehleidigen Männer brechen, denn sie leiden tatsächlich mehr als Frauen.

Aber bedeutet das, dass die Herren der Schöpfung beim ersten Nieser und anfänglichen Schnupfen gleich hoffen müssen, dass sie die kommenden Tage mit der “lebensbedrohlichen“ Krankheit überstehen? Eher nicht! Dennoch, Erfahrungsberichte wie “ich lag in meinem Sterbebett, sah das Licht und dachte das Ende ist gekommen“ schildern, wie sehr das starke Geschlecht leidet.

Liebe Frauen, nehmen Sie den Männerschnupfen ernst und stempeln Sie Ihren Mann nicht als "Memme“ ab. Gönnen Sie ihm die “Lizenz zum Rumjammern“. Er ist ja in der Regel nicht so oft krank. Oder rufen Sie einfach seine Mutter an. Soll sie sich um das Häufchen Elend kümmern, welches das Schlafzimmer und das gemeinsame Bett in Beschlag genommen hat. Aus psychologischer Perspektive ist das ohnehin der beste Weg, denn von seiner Mama umsorgt zu werden, hat der Mann schon als Junge kennen und lieben gelernt.

An die Männer: Ja, wir leiden mehr als Frauen, aber ein bisschen mehr auf die Zähne zu beißen, schadet nicht und bringt vielleicht Pluspunkte bei der Freundin oder Frau. Und, welcher Mann möchte schon als “Weichei“ abgestempelt werden?

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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