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Fruchtbarkeit: Männer produzieren bis zu 60 Prozent weniger Spermien

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Forscher schlagen Alarm  

Männer produzieren immer weniger Spermien

25.07.2017, 23:24 Uhr | dpa, t-online.de

Fruchtbarkeit: Männer produzieren bis zu 60 Prozent weniger Spermien. Ein Mann sitzt nachdenklich auf dem Bett. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/tommaso79)

Die Zahl der Spermien ist bei europäischen Männern laut einer neuen Studie zurückgegangen. (Symbolbild) (Quelle: tommaso79/Thinkstock by Getty-Images)

Steckt die moderne Welt in einer "Spermienkrise"? Forscher zählen bei Männern immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf die Fruchtbarkeit erlaubt das zwar nicht. Möglicherweise ist der Schwund aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme.

Bis zu 60 Prozent weniger Spermien

Die Zahl der Spermien von Männern aus Europa und anderen Regionen geht immer weiter zurück. Zwischen 1973 und 2011 sei die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma bei Männern aus westlichen Ländern um 52,4 Prozent gesunken, berichten Forscher im Fachmagazin "Human Reproduction Update". Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss betrage der Rückgang sogar 59,3 Prozent. "Angesichts der Bedeutung der Spermien für die männliche Fruchtbarkeit und die menschliche Gesundheit ist diese Studie ein dringender Weckruf für Forscher und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt", sagt Studienleiter Hagai Levine von der Hebrew University in Jerusalem.

"Spermienfunktionalität wie Beweglichkeit, aber auch morphologische Veränderungen wurden in dieser Analyse nicht berücksichtigt", gibt Artur Mayerhofer vom BioMedizinischen Centrum der Ludwig-Maximilians-Universität München zu den Ergebnissen zu bedenken. "Ob sich aus den Daten daher ableiten lässt, dass Männer somit wirklich unfruchtbarer geworden sind, bleibt offen", so die Einschätzung des Forschers, der nicht an der Analyse beteiligt war.

Bedenklicher Trend

Die sinkende Spermienzahl sei aber womöglich nur die Spitze des Eisbergs, so Mayerhofer. Bedenklich sei der Trend, auf den die Arbeit hinweise: eine Zunahme von Hodentumoren, Kryptorchismus (Bauchhoden) und anderen Problemen sowie einen Zusammenhang mit allgemeiner Morbidität und Mortalität.

Die Wissenschaftler um Levine hatten zunächst 7518 Studien mit Daten zur Spermienanzahl in zwei Datenbanken gesichtet. Dann schlossen sie anhand eines strikten Auswahlkatalogs zahlreiche Studien aus, beispielsweise solche, die bei Männern durchgeführt wurden, die zeugungsunfähig waren oder chronische Erkrankungen hatten. Am Ende werteten die Wissenschaftler 244 Spermienzählungen aus 185 Studien aus, die an knapp 43.000 Männern durchgeführt worden waren.

Ist der westliche Lebensstil ungesund?

Wichtige Unterscheidungsmerkmale waren, ob die Männer bereits ein Kind gezeugt hatten (also nachweislich fruchtbar waren) oder ob dies nicht erhoben worden war. Außerdem gliederten Levine und Kollegen die Teilnehmer in zwei Weltregionen: die Länder mit westlichem Lebensstil (Europa, Nordamerika, Australien und Neuseeland) und die übrige Welt, vor allem Asien, Afrika und Südamerika. Aus der übrigen Welt stammten nur 28 Prozent der untersuchten Spermienzählungen. Die Forscher rechneten nach eigenen Angaben mögliche andere Einflussfaktoren aus den Werten heraus.

Im statistischen Mittel ging die Spermienanzahl pro Milliliter bei westlichen Männern von 1973 bis 2011 jährlich um 1,4 Prozent zurück, bei der Gesamtzahl pro Spermaprobe sogar um 1,6 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf die Gruppe derjenigen, bei denen nicht festgestellt wurde, ob sie zeugungsfähig sind. Bei den Männern mit Kindern betrug der jährliche Rückgang bei der Anzahl pro Milliliter und der Gesamtzahl jeweils etwa 0,8 Prozent. In den übrigen Weltregionen war kein statistisch bedeutsamer Trend zu erkennen.

Stark anhaltende Entwicklung

"Diese eindeutige Studie zeigt zum ersten Mal, dass dieser Rückgang stark und anhaltend ist", erklärt Ko-Autorin Shanna Swan von der Icahn School of Medicine am Mount Sinai in New York (USA). Swan hatte im Jahr 2000 eine ähnliche, aber weniger umfangreiche Studie veröffentlicht. Es müsse untersucht werden, wodurch es zu diesem anhaltenden Rückgang komme, um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, schreiben die Forscher.

Die Untersuchung liefere eine gute Diskussionsgrundlage, sagt Stefan Schlatt vom Universitätsklinikum Münster, der nicht an der Studie beteiligt war. Die aufgezeigte Tendenz sei allerdings nur ansatzweise bedenklich: "Wenn man sich die konkreten Zahlen ansieht, liegen sie immer noch weit über den Werten, die die Weltgesundheitsorganisation als Untergrenze der Zeugungsfähigkeit angibt." So beträgt in der Studie im Jahr 2011 die Spermiengesamtzahl westlicher Männer ohne Fruchtbarkeitsnachweis 137,5 Millionen, als Untergrenze des Normalen sieht die Weltgesundheitsorganisation 39 Millionen an.

Gründe sind noch unklar

Die Spermienanzahl sei zwar maßgeblich bei der Beurteilung der Zeugungsfähigkeit. Allerdings spiele auch eine Rolle, wie beweglich die Spermien sind und ob sie vielleicht missgebildet sind – dies sei in der Studie nicht betrachtet worden. Als Ursachen für die Abnahme der Spermienanzahl stehen laut Schlatt zahlreiche Gründe in Verdacht: von der zu warmen Windel bei Säuglingen über Aspirin bis zum Handy in der Hosentasche. Der Mediziner selbst sieht einen wichtigen Grund abnehmender Zeugungsfähigkeit darin, dass Männer immer älter würden, wenn sie eine Familie gründen: Die Spermienqualität sinkt mit steigendem Alter. Deshalb müsse bei einem Kinderwunsch immer häufiger mit künstlicher Befruchtung nachgeholfen werden.

Grund zur Sorge?

Die Gesellschaft für Urologie (DGU) hält die Studie für ernstzunehmend, allerdings gebe es keinen Grund zur Beunruhigung. Unter Experten gelten die neuen Ergebnisse als beste derzeit verfügbare Neuberechnung. Laut DGU müsse nun untersucht werden, was hinter dem Spermienrückgang stecke und was das für die Männergesundheit allgemein bedeute, hieß es.

Zeugungsfähigkeit steigern

Mit diesen Tipps können Sie Ihre Spermienqualität verbessern:

  1. Vermeiden Sie Stress und wenden Sie regelmäßig Entspannungstechniken – wie beispielsweise leichte, sportliche Aktivitäten – an.
  2. Alkohol und Nikotin vermindern die Beweglichkeit Ihrer Spermien. Vermeiden Sie derartige Giftstoffe.
  3. Kraft- und Ausdauersport kann die Ausdauer der Samenfäden positiv unterstützen.
  4. Verzichten Sie auf zu enge Hosen oder einen zu großen Druck auf Ihre Hoden – beispielsweise beim Spinning. Auch hohe Temperaturen beeinflussen die Spermienqualität negativ. Auf heiße Bäder und Saunagänge sollten Sie daher verzichten oder diesen nur in Maßen genießen.
  5. Übergewicht kann sich ebenfalls auf die Qualität Ihrer Spermien auswirken. Achten Sie daher auf Ihr Gewicht und Ihre Gesundheit.

Weitere Tipps finden Sie in unserer Übersicht.

Wie Sie Ihre Spermaqualität zu Hause selbst testen können, erfahren Sie hier.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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