Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome >

Ventil der Seele: Was Sie gegen eine Reizblase tun können

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Ventil der Seele  

Darum haben Sie eine nervöse Blase

12.10.2017, 11:20 Uhr | Dr. Stefanie Maeck, dpa-tmn

Ventil der Seele: Was Sie gegen eine Reizblase tun können. Ventil der Seele: Was gegen eine nervöse Blase hilft (Quelle: Inga Kjer/dpa-tmn)

Es gibt Menschen, die andauernd auf die Toilette müssen. So peinlich ihnen das Problem sein mag – sie sollten unbedingt mit einem Arzt darüber sprechen. (Quelle: Inga Kjer/dpa-tmn)

Sie meldet sich in den unpassendsten Momenten – und Menschen mit Reizblase haben deshalb manchmal Angst, aus dem Haus zu gehen. Dabei lässt sich die nervöse Blase behandeln – mit speziellem Training, Entspannungstechniken oder Biofeedback.

Sich vor Angst in die Hose machen – so nennt es der Volksmund, wenn man schrecklich aufgeregt ist. Manche Menschen müssen tatsächlich ganz dringend auf die Toilette, wenn sie gleich ein Vorstellungsgespräch haben. Denn die Blase reagiert nicht nur auf ihren Füllstand. Sie meldet sich auch, wenn der Mensch Stress hat. Experten sprechen von einer nervösen Blase oder Reizblase.

"Unsere Blase ist ein schulbares Organ"

Annette Maleika, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe am GRN Klinikum in Schwetzingen, berät in ihrer Blasensprechstunde betroffene Patienten. Nicht selten verbergen sich hinter ihren Beschwerden seelische Ursachen wie Überlastung, Angst, Stress oder Anspannung. Aber was hat die Blase mit der Psyche zu tun? Beide reagieren aufeinander, weil die Blase vom vegetativen Nervensystem und Zentren im Gehirn gesteuert wird. Von hier aus werden über Nervenbahnen und Neurotransmitter Signale an den Blasenmuskel und Beckenboden gesendet.

Nervosität, Ängste, Stress und Überlastung können so dazu führen, dass der Mensch Urin verliert oder ständig den Drang verspürt, auf die Toilette zu gehen. Umgekehrt sind die Blasenprobleme selbst psychisch belastend für die Betroffenen. Aber: "Unsere Blase ist ein schulbares Organ", erklärt Maleika. Ein Verhaltenstraining und ein Ernährungscheck können als erste Interventionen schon Besserung bringen.

Was bringt Blasentraining?

Bei einem Blasentraining wird Tagebuch über Toilettengänge und Trinkmenge geführt. Ärzte raten, die Abstände zwischen den Toilettengängen immer ein bisschen weiter zu vergrößern. Schon eine Viertelstunde hilft, die Blase zu stärken. Auch an der eigenen Ernährung lässt sich meist schrauben. Vor allem Kaffee reizt die Blase, erklärt Maleika. Zitrusfrüchte dagegen stärken sie. Da es einen Blasenmeridian an den Füßen gibt, ist die Blase zudem empfänglich für Wärme an den Füßen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten 

Erzielen Patienten mit alldem noch nicht den gewünschten Erfolg, verordnen Mediziner in einem nächsten Schritt sogenannte Parasympatholytika. Sie hemmen oder aktivieren über das parasympathische Nervensystem die Blasenfunktion. Auch Antidepressiva kommen zum Einsatz.

Die Urologin Prof. Daniela Schultz-Lampel, Direktorin am Kontinenzzentrum Südwest in Villingen-Schwenningen, berichtet von positiven Erfahrungen mit einer Botox-Injektion in den Blasenmuskel: "Die Botox-Injektion ist eine sehr nebenwirkungsarme Behandlung, die von der Kasse gezahlt wird und zu schnellen Erfolgen führt – allerdings nach etwa sechs Monaten wiederholt werden muss."

Prof. Ralf Tunn, Chefarzt der Klinik für Urogynäkologie am Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin, hilft Menschen mit überaktiver Blase durch ein Beckenbodentraining. Er überprüft zunächst durch Tasten oder mittels Ultraschall, ob ein Patient seinen Beckenboden anspannen kann. Gelingt dies nicht, aktiviert Tunn per Elektrostimulation die Wahrnehmung des Beckenbodens.

Kann der Patient schließlich den Beckenboden anspannen, übt er, die Blasenfunktion wieder selbst zu koordinieren. Dafür eignen sich zum einen gymnastische Übungen. Auch modernes Biofeedbacktraining kommt zum Einsatz. Bei dieser Technik aus der Verhaltenstherapie lernt der Patient, seine Anspannung und Verkrampfung gezielt wahrzunehmen und bei Stress wieder loszulassen.

Um eben dieses Loslassen und einen besseren Umgang mit stressigen Situationen zu trainieren, sind auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training sinnvoll.

Was Sie bei Blasenschwäche tun können, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Warme Strickmode für die kalte Jahreszeit
jetzt bei BONITA shoppen
Shopping
Mit dieser Mousse sehen Sie in einer Minute perfekt aus
jetzt entdecken bei asambeauty
Shopping
Glamouröse Abend-Outfits für jeden Anlass kaufen!
bei MADELEINE
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Meistgesuchte Themen A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017