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Darmspiegelung: Was taugen Alternativen zur Koloskopie

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Was taugen die Alternativen zur Darmspiegelung?

14.03.2011, 10:14 Uhr | jlu

Darmspiegelung: Was taugen Alternativen zur Koloskopie. Darmspiegelung: Koloskopie erkennt Darmkrebs am zuverlässigsten. (Foto: imago)

Darmspiegelung erkennt Darmkrebs am zuverlässigsten. (Foto: imago)

Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland: Alle acht Minuten erhält ein Mensch diese Diagnose und alle 19 Minuten stirbt jemand daran, so das Robert Koch-Institut (RKI). Die gute Nachricht: Ein Darmkarzinom lässt sich verhindern. Die bekannteste Methode zur Früherkennung ist die Darmspiegelung. Doch es gibt noch mehr Untersuchungsmöglichkeiten. Wir haben Dr. Berndt Birkner gefragt, was die Alternativen taugen. Der Gastroenterologe aus München hat sich auf Magen- und Darmspiegelungen spezialisiert.

Darmspiegelung tut nicht weh

Bei einer Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, wird der Dickdarm auf Tumore und Polypen untersucht. Dazu wird ein Schlauch mit Videochip und Beleuchtung, das so genannte Endoskop, über den After in den Dickdarm vorgeschoben. Der Arzt kann die Darmwände über einen Monitor betrachten und auch Polypen direkt entfernen. "Meistens tut eine Darmspiegelung nicht weh, denn vor der Untersuchung bekommen die Patienten Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht, die sie in eine Art Dämmerschlaf versetzen", weiß Birkner zu beruhigen. Nach 15 bis 20 Minuten ist alles vorbei. Damit der Arzt Auffälligkeiten erkennen kann, muss der Darm leer sein. Vor einer Koloskopie trinken die Patienten deshalb eine spezielle Spüllösung.

Virtuelle Kolografie macht Bilder des Dickdarms

Eine Alternative zur Darmspiegelung ist die virtuelle Kolografie. "In der etwa dreiminütigen Behandlung werden per Computertomografie Bilder des Bauchraums gemacht", erklärt Birkner. Zwar ist diese Methode kürzer als eine Darmspiegelung, um die Darmentleerung kommt der Patient aber trotzdem nicht herum. Außerdem kann die Untersuchung schmerzhaft sein, da der Bauch vorher mit zwei bis vier Litern Sauerstoff aufgepumpt wird. Ein weiterer Nachteil: Kleine Polypen werden bei der Kolografie oft nicht entdeckt. Auch ist es nicht möglich, Gewebeproben zu entnehmen. "Werden Polypen gefunden, muss deswegen trotzdem eine Darmspiegelung gemacht werden", erklärt der Arzt.

Kapselendoskopie schleust Mini-Kamera in den Darm ein

Bilder aus dem Dickdarm liefert auch die Kapselendoskopie. Dabei schluckt der Patient eine kleine Kapsel mit integrierter Mini-Kamera. "Dazu ist keine Narkose nötig und man kann ganz normal seinen Alltagbeschäftigung nachgehen, während die Kamera durch das Verdauungssystem gleitet", erläutert Birkner die Vorteile. Um genaue Bilder zu erhalten, ist aber auch bei dieser Untersuchung eine vorherige Darmentleerung nötig. Ein anderer Nachteil ist, dass es sich bei der Kapselmethode um ein rein diagnostischen Verfahren handelt: Polypen können also nicht entfernt werden.

Bluttest ist nur eine Basisuntersuchung

Wie hoch das aktuelle Risiko für Darmkrebs ist, kann man mit einem Bluttest herausfinden. "Der so genannte Septin9-Test erkennt unter anderem bestimmte Einweißmoleküle, die von Darmtumoren ins Blut abgegeben werden", erläutert Birkner. Werden diese nachgewiesen, könnte der Patient Darmkrebs haben. Gewissheit schafft aber nur eine anschließende Darmspiegelung. Umgekehrt bedeutet ein negativer Befund nicht, dass man nie Darmkrebs erkrankt. Ob der Bluttest auch Krebsvorstufen anzeigt, wird noch in einer Studie überprüft.

Auch mit einem Stuhltest ist es nur möglich, die momentane Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs festzustellen. Der so genannte Hämoccult-Test spürt verstecktes Blut im Stuhl auf. Sowohl Stuhl- als auch Bluttest sind wegen der begrenzten Aussagekraft lediglich Basisuntersuchungen zur Darmkrebs-Vorsorge.

Ab 55 ist die Darmspiegelung Kassenleistung

Fazit: Keine der genannten Alternativen kann die Koloskopie ersetzen. "Die Darmspiegelung ist die zuverlässigste Methode zum Schutz vor Darmkrebs, mit ihr findet der Arzt über 95 Prozent der Karzinome", fasst Birkner zusammen. Außerdem ist sie neben dem Stuhltest die einzige Methode, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Ab dem Alter von 55 Jahren werden zwei Untersuchungen im Abstand von 10 Jahren gezahlt. Für Menschen mit familiärem Risiko zahlt die Kasse die Darmspiegelung altersunabhängig. Ein Stuhltest pro Jahr ist ab 50 Kassenleistung.


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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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