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Prostatakrebs: Neuer Urintest zur Früherkennung

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Prostatakrebs  

Neuer Urintest zur Krebs-Früherkennung

03.08.2011, 17:27 Uhr | dpa, dpa

Prostatakrebs: Neuer Urintest zur Früherkennung. Prostatakrebs: Neuer Urintest zur Früherkennung. (Foto: imago)

Ein neuer Urintest könnte Prostatakrebs zukünftig zuverlässiger vorhersagen. (Foto: imago)

In Deutschland erkranken jährlich 60.000 Männer neu an Prostatakrebs. Das Problem: Oft wird die Krebsart erst spät entdeckt, dabei ist sie im Frühstadium gut heilbar. Früherkennung ist deshalb besonders wichtig. Der so genannte PSA-Test ist derzeit die zuverlässigste Methode. US-Forscher wollen jetzt ein Verfahren entdeckt haben, das den Krebs noch besser diagnostizieren soll. Dadurch könnten fehlerhafte Diagnosen und unnötige Operationen verhindert werden, berichteten die Wissenschaftler im Fachblatt "Science Translational Medicine".

Prostatakrebs: PSA-Wert als Indiz

Bisher gilt ein erhöhter Wert eines bestimmten Enzyms, des Prostataspezifischen Antigens (PSA), als Indikator für eine mögliche Krebserkrankung. Dieses in der Prostata produzierte Eiweiß wird in die Samenflüssigkeit abgegeben. Allerdings können auch andere Faktoren den PSA-Wert steigen lassen, etwa Entzündungen, Fahrradfahren oder eine gutartige Prostatavergrößerung. Eine zuverlässige Unterscheidung zwischen gesunden und erkrankten Patienten ist daher oft nicht möglich.

Urintest findet mutierte Gene

Scott Tomlins und seine Kollegen von der University of Michigan entwickelten einen Urintest, der das Identifizieren von Risikopatienten vereinfachen soll. Dazu machten sie sich eine genetische Anomalie zunutze: Ihr Test spürt Zellen auf, in denen zwei bestimmte Gene miteinander verschmolzen sind. Frühere Untersuchungen haben den Forschern zufolge gezeigt, dass bei Prostatakrebs die Zahl dieser mutierten Gene höher ist.

Test gibt Hinweise auf Aggressivität der Tumore

Die Wissenschaftler verglichen die Resultate des neuen Urintests bei etwa 1300 Männern, die alle erhöhte PSA-Werte hatten, mit den Ergebnissen anschließender Gewebeproben. Das Ergebnis: Die neue Methode konnte zahlreiche Tumore aufspüren. So hatten 69 Prozent jener Männer, bei denen das neue Verfahren ein besonders hohes Risiko anzeigte, tatsächlich Prostatakrebs. Die neue Methode lieferte den Forschern zufolge auch Hinweise auf die Aggressivität der bösartigen Tumoren.

"Hoffnungsschimmer am Horizont"

Der Präsident der Deutschen Urologischen Gesellschaft, Professor Joachim Steffens, sieht die Ergebnisse seiner amerikanischen Kollegen als einen "Hoffnungsschimmer am Horizont". Für einen routinemäßigen Einsatz sei es jedoch noch zu früh. Zunächst müsse die Alltagstauglichkeit des neuen Tests in weiteren klinischen Studien untersucht und bewertet werden. Auch wenn der Test noch nicht offiziell als Untersuchungsmethode eingesetzt wird, sehen die US-Mediziner für die Zukunft darin einen wichtigen diagnostischen Zwischenschritt vor einer Operation. Einige Patienten könnten so vor überflüssigen Eingriffen bewahrt werden, schreiben die Wissenschaftler.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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