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Tückischer Eierstockkrebs: Diagnose beginnt mit Tasten

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Gefährlicher als Brustkrebs  

Eierstockkrebs wird oft erst spät erkannt

| t-online.de, dpa

Tückischer Eierstockkrebs: Diagnose beginnt mit Tasten. Eierstockkrebs ist besonders tückisch, weil man ihn meist erst spät erkennt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eierstockkrebs ist besonders tückisch, weil man ihn meist erst spät erkennt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nach Angelina Jolie erwägt jetzt auch Kelly Osborne, sich die Eierstöcke entfernen zu lassen. Beide Frauen tragen den gefährlichen Defekt am BRCA1-Gen in sich. Das bedeutet, ihr Risiko für Eierstockkrebs ist stark erhöht. Die Krebsart gilt als tückischer im Vergleich zu Brustkrebs, weil es kaum Möglichkeiten der Früherkennung gibt und sich anfangs keine Symptome zeigen. Entdeckt wird der Tumor meist erst, wenn er weit fortgeschritten ist.

Eierstockkrebs verläuft häufig tödlich

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 8000 Frauen an Eierstockkrebs, berichtet die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Im Vergleich zu Brustkrebs mit mehr als 70.000 Neuerkrankungen ist das zwar wenig. Doch Tumore der Eierstöcke gelten als gefährlicher. "Die Sterblichkeit bei Eierstockkrebs ist deutlich höher, weil er nicht so gut erkannt werden kann. Er verläuft bei relativ vielen Frauen tödlich", sagt Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg gegenüber der dpa.

Die sogenannten Ovarialkarzinome werden meist erst dann erkannt, wenn sie schon ziemlich groß sind. Das liegt daran, dass sich der Krebs zunächst in der freien Bauchhöhle ausbreiten kann, wo er kaum Beschwerden verursacht. Erst wenn er so groß ist, dass er auf andere Organe drückt, verschlechtert sich das Befinden der Betroffenen.

Auf diese Warnzeichen achten

Dennoch gibt es auch schon vorher Warnzeichen, die jede Frau sehr ernst nehmen sollte. Dazu gehören zum Beispiel Blutungen außerhalb der Monatsregel oder nach den Wechseljahren. Auch Magenschmerzen, Blähungen oder Verdauungsbeschwerden, verbunden mit Müdigkeit und Erschöpfung, sind bedenklich.

Ebenfalls kritisch sind ein aufgeblähter Bauch oder eine unerklärliche Gewichtsabnahme während gleichzeitig der Bauchumfang zunimmt. Bei diesen Symptome sollten Frauen unbedingt zum Arzt gehen.

Diagnose beginnt mit Tasten

Zur Diagnose beginnt der Arzt mit einer Tastuntersuchung. Dabei tastet er den Gebärmutterkörper, die Eierstöcke und den Gebärmutterhals beziehungsweise den Muttermund auf verdächtige Veränderungen ab. Anschließen kann sich eine Ultraschalluntersuchung, mit deren Hilfe die inneren Organe wie Leber, Nieren, Milz und Darm kontrolliert werden können. Weitere Schritte können Blutuntersuchung oder Computertomographie sein.

Gebärmutter wird ebenfalls entfernt

Um den Eierstockkrebs zu bekämpfen, wird gewöhnlich eine Operation durchgeführt, bei der beide Eierstöcke, die Gebärmutter sowie zuweilen Teile des Bauchs und Lymphknoten entfernt werden. Das Ausmaß der Operation richtet sich nach Ausdehnung und Typ des Tumors, erklärt die DKG. Anschließend folgt meistens eine Chemotherapie, um eventuell noch im Körper verbliebene Krebszellen abzutöten.

Ältere Frauen erkranken häufiger

Genau geklärt sind die Ursachen für Eierstockkrebs noch nicht. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren. So steigt das Risiko einer Erkrankung mit zunehmendem Alter. Bei Frauen unter 50 Jahren wird diese Krebsart selten festgestellt. Zudem sind bestimmte Genveränderungen bekannt, die das Risiko erhöhen.

Niedriger ist das Risiko erfahrungsgemäß bei Frauen, die früh ihr erstes Kind bekommen haben. Es sinkt mit jeder weiteren Schwangerschaft. Auch die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln, die den Einsprung unterdrücken, schützt vor dem tückischen Krebs.

Selbst für Vorsorge-Untersuchung sorgen

Da es für Eierstockkrebs keine gesetzlich vorgesehene Untersuchung zur Früherkennung gibt, das Risiko einer Erkrankung aber mit dem Alter steigt, sollten Frauen fortgeschrittenen Alters von sich aus jährlich eine Untersuchung vornehmen lassen, empfiehlt die DKG. Bei Frauen, in deren Familie gehäuft Eierstock- oder Brustkrebs auftaucht, ist es zudem ratsam, einen Gentest durchführen zu lassen. Werden die entsprechenden Gene entdeckt, sei es ratsam, die Eierstöcke entfernen zu lassen, da dieser Eingriff das Krebsrisiko erheblich senke.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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