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Brustamputation: Wann ist sie sinnvoll?

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Brustkrebs  

Wann ist eine Brustamputation sinnvoll?

02.10.2013, 16:01 Uhr | ag/akl

Brustamputation: Wann ist sie sinnvoll?. Nach ihrer zweiten Krebsdiagnose entschloss sich US-Sängerin Anastacia zu einer Amputation beider Brüste. (Quelle: dpa)

Nach ihrer zweiten Krebsdiagnose entschloss sich US-Sängerin Anastacia zu einer Amputation beider Brüste. (Quelle: dpa)

Zweimal wurde bei Anastacia (45) Brustkrebs festgestellt, zweimal hat sie die Krankheit besiegt. Aus Angst, die Krankheit könnte wieder kommen, hat sich die Sängerin jetzt zu einem radikalen Schritt entschieden: Sie ließ sich beide Brüste amputieren. Die Gründe hierfür liegen jedoch anders als bei Angelina Jolie (38), die sich als Trägerin des Brustkrebs-Gens das Brustgewebe ebenfalls vorsorglich entfernen ließ. In welchen Fällen eine Brustamputation sinnvoll ist und welche Alternativen es gibt.

Mastektomie: Die Abnahme der Brust

Die Mastektomie, also die Amputation der Brust, ist dann erforderlich, wenn eine brusterhaltende Therapie aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. Manche Patientinnen entscheiden sich jedoch auch bewusst für diesen Schritt, zum Beispiel weil sie sich höhere Heilungschancen versprechen oder schlichtweg aus Angst vor dem Krebs. Die radikale Brustamputation mit Entfernung des Brustmuskels, wie sie früher praktiziert wurde, wird heute nicht mehr empfohlen. Vielmehr entfernen die Operateure in der Regel das Brustdrüsengewebe mitsamt der darüber liegenden Haut sowie das Bindegewebe des Brustmuskels. Der Muskel selbst bleibt dagegen erhalten.

Überlebenschancen bei Brustamputation nicht größer

Wie der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungsinstituts in Heidelberg auf seinen Internetseiten berichtet, sind die Überlebenschancen bei Abnahme der Brust im Vergleich mit einer brusterhaltenden Operation und nachfolgender Bestrahlung gleich hoch: "Patientinnen, deren Brust amputiert wird, leben nach der Operation statistisch genauso lange wie nach brusterhaltender Operation und Radiotherapie", heißt es hier.

Gegenüber der brusterhaltenden OP hat die Mastektomie aber auch Nachteile: Die vollständige Abnahme der Brust stellt einen größeren Eingriff dar. Sie verursacht eine größere Narbe quer über die Brust und möglicherweise mehr Schmerzen. Außerdem kann die Veränderung des Körperbildes durch das Fehlen der Brust die Lebensqualität der Patientin beeinträchtigen. Bei Wiederaufbau der Brust mit einer Silikonprothese oder körpereigenem Gewebe zu einem späteren Zeitpunkt wird außerdem eine zusätzliche Operation nötig.

Vorbeugende Brustamputation ist nur selten sinnvoll

Der Gedanke, sich vorbeugend die Brüste entfernen zu lassen, kommt vor allem familiär vorbelasteten Frauen in den Sinn. Sie müssen bei jeder Früherkennungsuntersuchung fürchten, dass der Arzt einen Tumor entdeckt. Der Entscheidung zur radikalen Brustamputation aus Angst vor Krebs stehen Mediziner jedoch skeptisch gegenüber. "Eine vorbeugende Amputation der Brust, wenn die Frau noch keinen Brustkrebs hat, ist nicht ratsam", sagt Professorin Rita Schmutzler vom Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs in Köln.

Es gebe nur wenige Fälle, in denen Ärzte gemeinsam mit der Patientin über einen solchen Schritt nachdenken. "Das ist bei Frauen der Fall, die krankheitsauslösende Veränderungen, also Mutationen, in den Hochrisiko-Genen BRCA1 beziehungsweise BRCA2 in sich tragen", erklärt Schmutzler. Sind in der Familie Brustkrebsfälle bekannt, kann der Arzt die Patientin gezielt auf dieses Gen untersuchen. Trägt die Patientin keine solche Genmutation in sich, ist eine Amputation in der Regel unnötig.

Ein Teil der Hochrisikopatientinnen erkrankt nie

In Deutschland wird jedes Jahr bei etwa 74.500 Frauen die Diagnose Brustkrebs gestellt. Experten gehen davon aus, dass fünf bis zehn Prozent der Fälle auf erbliche Faktoren zurückzuführen sind. Trägt die Patientin eine Genmutation in sich, ist eine Amputation zwar eine Möglichkeit, aber "der Arzt sollte die Betroffene genau aufklären und gemeinsam mit ihr weitere präventive Möglichkeiten besprechen", sagt Schmutzler. Die Entscheidung, sich die Brüste abnehmen zu lassen, liege dabei ganz allein bei der Erkrankten. Die Ärzte sollten bei der Entscheidungsfindung helfen, aber nicht zu solch einem drastischen Schritt raten. Denn, so Schmutzler: "Ein Teil der Hochrisikopatienten erkrankt nie an Brustkrebs".

Ausführliche Beratung und Information nimmt die Angst

Wichtig ist, dass sich die Patientinnen informieren und ausführlich beraten lassen, bevor sie eine Entscheidung treffen: In Deutschland gibt es derzeit 15 Zentren des Verbundprojektes "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs". An diese Zentren können sich Frauen wenden, die befürchten, eine erbliche Veranlagung für Brustkrebs zu haben. Die Adressen sind über die Homepage der Deutschen Krebshilfe aufrufbar. Eines der Ziele ist es, unnötige Ängste zu nehmen. Denn: "In der Regel schätzen Frauen ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, höher ein als es tatsächlich ist", so Schmutzler.

Krebsfrüherkennung ist eine sinnvolle Maßnahme

Wird Brustkrebs frühzeitig entdeckt, liegen die Heilungschancen bei bis zu 90 Prozent. Neben der Selbstuntersuchung können sich Frauen ab 30 Jahren einmal im Jahr ihre Brust von einem Arzt abtasten lassen. "Frauen ab 50 sollten alle zwei Jahre das Mammographie-Screening der Brust durchführen lassen. Dieser Zeitraum ist bei unauffälligem Befund völlig ausreichend", sagt Schmutzler. "Nur bei auffälligen Befunden oder erblicher Vorbelastung sollten die Untersuchungszeiträume enger zusammenliegen. Das sollte dann aber individuell mit dem Arzt entschieden werden." Zu den Hauptrisikofaktoren für Brustkrebs zählt neben dem Alter - ab 50 Jahren steigt das Risiko deutlich an - auch das Trinken von Alkohol. Wer raucht, erhöht sein Risiko ebenfalls.

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