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Bluthochdruck kann zu Erektionsstörungen führen

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Potenzprobleme nicht verschweigen

26.08.2011, 11:22 Uhr | jlu

Bluthochdruck kann zu Erektionsstörungen führen. Impotenz ist der Albtraum vieler Männer. (Quelle: zoonar)

Impotenz ist der Albtraum vieler Männer. (Quelle: zoonar)

Bluthochdruck ist nicht nur eine große Gefahr fürs Herz, er kann auch Potenzprobleme verursachen. "Die Krankheit schädigt alle Blutgefäße, auch die feinen Arterien im Penis", sagt Professor Bernhard Schwaab, Kardiologie an der Klinik Höhenried und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Männer sollten ihre Erektionsstörungen nicht verschweigen und von einem Arzt klären lassen, ob hoher Blutdruck hinter der mangelnden Manneskraft steckt. Denn sonst drohen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Haben Sie Bluthochdruck? Risikotest für Männer.

Bluthochdruck verengt die Gefäße

Wie viele Männer wegen hohem Blutdruck unter Erektionsstörungen leiden, ist nicht bekannt. Fakt ist aber: Etwa zehn Prozent der Männer zwischen 50 und 60 Jahren haben Potenzprobleme und die Deutsche Hochdruckliga schätzt, dass etwa zwölf Millionen Deutsche Bluthochdruck haben. Er liegt vor, wenn bei drei Messungen die Werte über 140/90 mmHg liegen. Zwischen sieben und zehn Millionen Betroffene wissen allerdings nicht, dass sie dauerhaft zu hohe Werte haben, sagen Experten der Deutschen Herzstiftung. "Wird die Krankheit nicht behandelt, verlieren die Gefäße die Fähigkeit sich zu erweitern und es kommt zu Durchblutungsstörungen", beschreibt Schwaab das Problem.

Erektionsstörungen als Indiz für hohen Blutdruck

Die schlechte Blutversorgung, die bei den Herzarterien einen Herzinfarkt begünstigt und bei den Hirnarterien das Risiko für einen Schlaganfall erhöht, kann bei den Penisarterien zu Erektionsstörungen führen. Denn durch die Gefäßverengung verringert sich die Blutzufuhr in die Schwellkörper. Die Folge: "Der Penis kann nicht mehr richtig steif werden", erklärt der Kardiologe. Dieses Problem beginnt jedoch bereits bevor die Gefäße verengt sind, also bevor eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) nachweisbar ist. 

Potenzprobleme nicht verheimlichen

Schwaab rät Männern deshalb, bei Potenzproblemen stets zu einem Arzt des Vertrauens zu gehen. Er kann herausfinden, ob hinter den Beschwerden hoher Blutdruck oder eine andere Ursache steckt. Denn je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto weniger schadet sie der Potenz. "Erektionsstörungen durch Bluthochdruck verschlechtern sich, wenn der Blutdruck nicht gut eingestellt ist. Schlimmstenfalls droht Impotenz", warnt der Kardialoge. Wichtig ist zudem, andere Risikofaktoren für Bluthochdruck auszuschalten. Dazu gehören Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress und eine ungesunde Ernährung.

Keine Angst vor Blutdruckmedikamenten

Blutdrucksenkende Medikamente lösen entgegen der landläufigen Meinung keine Erektionsbeschwerden aus. "Für kein Medikament ist dies wissenschaftlich belegt", beruhigt der Herzspezialist. „Dennoch sollten die Patienten mit ihrem Arzt diese Bedenken offen ansprechen, damit man in begründeten Einzelfällen die Medikamente anpassen kann“ rät Schwaab.

Wann man Erektionsstörungen hat

Bluthochdruck ist aber nicht die einzige Ursache für Potenzstörungen. Auch Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Stress oder Leistungsdruck gefährden die Manneskraft. Doch ab wie vielen missglückten Erektionen hat ein Mann Potenzprobleme? Die Deutsche Gesellschaft für Urologie spricht von einer Erektionsstörung, wenn in den vergangenen sechs Monaten mehr als 70 Prozent der versuchten Geschlechtsakte nicht stattfinden konnten, weil sich der Penis nicht ausreichend oder nicht lang genug versteifte. Potenzmittel können in diesen Fällen den Betroffenen helfen, ergänzt Schwaab. „Die Medikamente sollten jedoch nie ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden“, betont der Kardiologe. (Blutdruck messen: Wann und wie oft ist es sinnvoll?)

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