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Verhütung damals und heute: Vom Schafsdarm zum Flügel-Kondom

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Verhütung damals und heute: Vom Schafsdarm zum Flügel-Kondom

25.02.2013, 15:14 Uhr | vdb, mew, ema

Verhütung damals und heute: Vom Schafsdarm zum Flügel-Kondom. Verhütung: Das Beate-Uhse-Kondom "Wingman" hat Flügel für leichteres Abrollen. (Foto: Wingman) (Quelle: Hersteller)

Das Beate-Uhse-Kondom "Wingman" hat Flügel für leichteres Abrollen. (Foto: Wingman) (Quelle: Hersteller)

Nie war die Auswahl an Verhütungsmethoden so groß wie heute. Und nie war ihre Anwendung so einfach und praktisch. So sollen sich Latex-Neuheiten wie das Flügel- oder das Origami-Kondom besonders leicht abrollen lassen. Bis zur Erfindung des Latexkondoms 1930 versuchten Frauen mit fragwürdigen Tränken, Scheidenspülungen und eifrigem Hüpfen nach dem Schäferstündchen, Schwangerschaften zu verhindern. Männer griffen zu Kondomen aus einer Fischblase oder Schafsdarm. So sah Verhütung früher aus.

Flügel-Kondom für einhändiges Überstreifen

Latex-Kondome sind eine große Errungenschaft in der Schwangerschaftsverhütung und sie schützen zudem vor Geschlechtskrankheiten. Dennoch sind sie bei vielen Männern und Frauen nicht sonderlich beliebt. Zu groß ist die Angst vor einem Riss, zu unhandlich oft das Überstülpen. Neueste Patente auf dem Kondom-Markt können Abhilfe schaffen. So hat das "Wingman" Kondom von Beate Uhse einen flügelartigen Clip, an dem Mann oder Frau das Kondom mit einer oder zwei Händen festhält, um es überzustreifen. Ist der "Wingman" vollständig abgerollt, löst sich der Clip ganz von alleine. So sollen Fehler in der Anwendung vermieden werden. Ein besonderer Vorteil ist, dass die Hände gar nicht erst das Latex berühren. Daher kann der "Wingman" auch dünner sein als herkömmliche Kondome - für "gefühlsintensiven und sicheren Sex fast wie ohne Kondom", so das Unternehmen.

"Origami-Kondom" entrollt sich fast von selbst

Mit ihrem "Origami-Kondom" wollen die Amerikaner Ray Chavez und Danny Resnics dem lästigen Fummeln ebenfalls ein Ende bereiten. Ausgerollt erinnert das "Origami-Kondom" an eine Ziehharmonika. Die spezielle Falttechnik sorgt dafür, dass sich das Kondom nahezu von selbst entfaltet, sobald es auf der Eichel sitzt. Für ein herkömmliches Kondom braucht es meist beide Hände und etwas mehr Geduld. Ein spezielles Rückschlagventil soll das Herausfließen des Spermas verhindern. Das Ventil sei sicherer als die typische Ausbuchtung an der Spitze von Latex-Kondomen, so die Erfinder. Die haben aber nicht nur an die Sicherheit gedacht. Ihre Kondome sollen auch mehr Spaß machen, weshalb die Innenseite mit einem Gleitgel beschichtet ist und so das Innere einer Vagina imitiert. Außen sind die Präservative mit Rippen und Strukturen versehen, damit auch die Damen mehr spüren. Die Markteinführung ist für 2014 geplant.

Von Krokodil-Dung und wildem Hüpfen nach dem Sex

Das Thema Verhütung beschäftigt den Menschen schon so lange wie es Prostitution gibt, und die gilt bekanntlich als ältestes Geschäft der Welt. Wenig verwunderlich ist deshalb, dass Frauen schon in der Antike einiges getan haben, um nicht schwanger zu werden. So gibt es Hinweise, dass Krokodil-Dung als Verhütungsmittel angewendet wurde. Dafür wurde der zerstoßene Kot in Pflanzenschleim getunkt und in die Vagina eingeführt. Klingt ziemlich unschön, doch heute weiß man, dass Stoffe des Dungs das Milieu der Vagina tatsächlich verändern und die Beweglichkeit der Spermien so reduziert wird. In Griechenland glaubten Frauen, es würde helfen, nach dem Geschlechtstakt heftig auf- und abzuspringen. So sollte das Sperma wieder aus dem Uterus heraus geschleudert werden. Auch einem Niesen nach dem Sex wurde diese Wirkung zugeschrieben.

Verhütung mit Schwämmchen und Pessaren

Griechen und Römer unterstellten den Anti-Baby-Effekt außerdem Schwämmchen und verschiedenen Substanzen. In der Antike tauchten sie Schwämmchen oder Baumwollbauschen in ein Gemisch aus Granatapfelkernen, Wurzeln, Öl, und Harzen - sie sollten das Vorantreiben der Spermien in den weiblichen Uterus vermeiden. Es wurden auch schon Scheidenpessare wie Diaphragmen, angewendet, die den Muttermund tatsächlich verschließen und auch heute als einigermaßen sicheres Mittel zur Verhütung gelten.

Bio-Pariser aus Schafsdarm

Nicht nur Damen, auch die Herren taten was sie konnten, um Schwangerschaften zu verhindern, schließlich nahm Mann es mit der Treue nicht allzu genau. Eine Horde Bastarde als Beweis der außerehelichen Aktivitäten war vorprogrammiert, aber nicht gewünscht. Auch nicht von Casanova, der im 18. Jahrhundert Kondome aus Baumwolle übergestreift haben soll. Präservative aus Schafsdarm waren besonders Anfang des 19. Jahrhunderts populär. Bereits im Jahr 1824 gab es genaue Anleitungen zu Herstellung und Recycling von Parisern. Es wurde ein Stück Schafsdarm eingeweicht und in eine alkalische Lösung getaucht, bevor die Schleimhaut abgeschabt wurde. Dann musste man es über Schwefel räuchern. Danach waschen, kürzen, trocknen und am Ende abnähen - fertig ist das Bio-Verhüterli. Vor dem Gebrauch sollte man den präparierten Darm noch in Wasser einweichen, nur so wird er geschmeidig.

Das Bidet ist eine Vaginalspülung

Der Vaginal-Spülung wurde lange Zeit eine verhütende Wirkung nachgesagt. Die heutige Annahme, das Bidet diene der Reinigung des Allerwertesten, sei an dieser Stelle übrigens entkräftet. Fakt ist, dass es erste Bidets schon in der Antike gab - und zwar zur Ausspülung der weiblichen Genitalien. Die weitere moderne Entwicklung begann im frühen 18. Jahrhundert. Wegen ihres ursprünglichen Zweckes galten Bidets bis ins 19. Jahrhundert hinein als verpönt. Besonders in Amerika und England wurden sie als unmoralisch abgelehnt. Keine wirkliche Einbuße für die Frauenwelt, denn es gab zahlreiche tragbare Varianten von Spülapparaturen. Doch das änderte nichts an der heutigen Gewissheit: Die Vaginalspülung verhindert keine Schwangerschaft.

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