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Schadstoffe im Haus: wie Sie die Krankmacher finden und beseitigen

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Krankmacher und Schadstoffe in vielen alten Häusern

06.03.2012, 08:35 Uhr | rw, zuhause.de

Schadstoffe im Haus: wie Sie die Krankmacher finden und beseitigen. Vor allem in älteren Häusern verstecken sich oft noch gefährliche Gifte und Schadstoffe. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor allem in älteren Häusern verstecken sich oft noch gefährliche Gifte und Schadstoffe. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele heute als gesundheitsschädlich eingestufte Stoffe wie Asbest oder auch diverse Lösungsmittel wurden noch vor wenigen Jahren standardmäßig für den Hausbau verwendet. In vielen alten Häusern lauern sie heute noch als versteckte Gefahren in Fußböden, Hölzern, Klebern und Lacken. Bei Renovierungsarbeiten können die Schadstoffe freigesetzt werden und schlimmstenfalls Krankheiten auslösen. Doch wo genau verstecken sich die Krankmacher? Und wie wird man sie los?

Viele Baustoffe, die jahrelang auf deutschen Baustellen zu Einsatz kamen, gelten inzwischen als gesundheitsschädlich und werden deshalb nicht mehr verbaut. Asbest, diverse Holzschutzmittel oder auch Teerölkleber, gelten beispielsweise inzwischen als gesundheitlich bedenklich und werden nicht mehr eingesetzt.

Schadstoffe werden bei einer Renovierung wieder freigesetzt

Doch in so manchem Altbau verbergen sich die schädlichen Stoffe bis heute – und können als böse Überraschung bei einer Sanierung zum Vorschein kommen. "Schadstoffe in Innenräumen lassen sich nicht immer sehen oder riechen", weist Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München auf die versteckte Gefahr durch die Wohngifte hin. Daher sollte man vor einer Renovierung überprüfen, ob solche Stoffe und Materialien verbaut wurden, rät Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Vorsicht geboten sei vor allem bei Gebäuden, die zwischen den 1970er und 1980er Jahren gebaut oder intensiv renoviert wurden.

Viele alte Holzschutzmittel sind gefährlich

Ulrich-Raithel weitet die Zeitspanne noch aus: Häuser mit viel Holz, die in den 1960er bis 1980er Jahren errichtet wurden, könnten auch betroffen sein. Hier bestehe die Gefahr, dass verwendete Holzschutzmittel die inzwischen verbotenen Wirkstoffe DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan), Lindan und PCP (Pentachlorphenol) enthalten. Und gerade Giftstoffe aus Holzschutzmitteln hätten eine lange Halbwertszeit. Er rät daher, gezielt beim Bauherren oder der Baufirma nachzufragen und im Zweifel vor Beginn der Renovierungsarbeiten eine Materialanalyse in Auftrag zu geben.

Ist eine Sanierung notwendig, müssen die betroffenen Verkleidungen und Balkenteile möglichst vollständig entfernt werden. Sei das nicht möglich, sollten Holzteile mit einem Schutzanstrich "maskiert" werden, erläutert der Experte. So werde weitgehend verhindert, dass die Schadstoffe aus den Holzschutzmitteln an die Raumluft abgegeben werden.

Krebserzeugende Parkett-Kleber

Auch alter Parkettboden kann gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Nach Angaben der Stiftung Warentest wurden für die Produktion von Parkettklebern zwischen 1900 und 1975 standardmäßig die heute verbotenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) verwendet, ab Mitte der 1950er-Jahre seien sogar noch die heute als krebserzeugend bekannten polychlorierten Biphenyle (PCB) hinzu gekommen.

"Ob und wann ein Parkett mit belastetem Kleber herausgerissen werden muss, hängt vom Zustand des Parketts ab", erläutert Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ist das Parkett mit einer Lackschicht dicht versiegelt, bestehe weniger Anlass zur Sorge. "Anders ist dies bei Parkett mit gelockerten Parkettteilen oder bei Fugen und Ritzen in der Oberfläche", warnt der Verbraucherschützer.

Durch die Lücken könnten winzige Partikel der Klebermasse an die Oberfläche gelangen und die Bewohner so mit den Giftstoffen in Kontakt kommen. Hier sollten Besitzer darüber nachdenken, den Parkettboden zu entfernen. Ob ein Kleber tatsächlich die gefährlichen Schadstoffe enthält, lasse sich über eine Laboranalyse des Hausstaubes oder abgekratzter Reste des Klebers feststellen.

Asbest kann sich beinahe überall verstecken

Auch das besonders gefährliche Asbest versteckt sich bis heute in vielen Häusern. Die hochgiftigen Asbestfasern sind deshalb so ungesund, weil sie beim Einatmen bis tief in die Atemwege und die Lunge gelangen. Dort wirken sie krebserzeugend und könne die Lungenkrankheit Asbestose auslösen. Asbest galt lange Zeit als eine Art Wunder-Baustoff und wurde in fast allen Bereichen des Hausbaus eingesetzt.

Mit Asbestfasern sind unter anderem ältere PVC-Bodenbeläge häufig belastet. Die besonders oft betroffene Bahnenware namens Cushioned-Vinyls wurde bis in die 1980er Jahre hinein verlegt. Nach Angaben der Stiftung Warentest war die Unterschicht dieser PVC-Bahnen häufig mit einer Asbestpappe versehen.

Ist der Boden intakt und voll verklebt, kann einfach ein neuer Boden darüber gelegt werden. Der Belag sollte aber nicht mechanisch bearbeitet werden, da durch Beschädigungen große Mengen der gefährlichen Asbestfasern freigesetzt werden können, warnt Ulrich-Raithel. Nur Spezialfirmen dürften solche Böden entfernen.

Mit Asbest können laut Ulrich-Raithel auch Flexplatten aus PVC belastet sein, die zwischen den 1940er und 1960er Jahren auf den Boden kamen. Ursprünglich fest gebunden, könnten sich die Fasern aus alten, porösen Platten lösen. Aber auch hier gelte: Sind die Platten noch intakt, kann einfach ein neuer Belag darüber gelegt werden. Beschädigte Böden müssten aber unter Beachtung entsprechender Schutzmaßnahmen von Spezialfirmen entsorgt werden.

Auch manch alte Nachtspeicherheizung enthält Asbest. "Um herauszufinden, ob das Gerät belastet ist, muss man die Gerätenummer auf dem Gerät ausfindig machen – notfalls mit Hilfe eines Elektrikers", erläutert Ulrich-Raithel. Über Inhaltsstoffe können Hersteller oder Versorgungsunternehmen Auskunft erteilen. Betroffene Heizungen müssen von einer sachkundigen Firma nach strengen Schutzvorschriften entsorgt werden.

Schadstoffe kommen auch in modernen Häusern vor

Doch nicht nur ältere Häuser, sondern auch moderne Gebäude können mit bedenklichen bis gesundheitsschädlichen Stoffen belastet sein. "Viele Produkte zum Bauen und Renovieren enthalten flüchtige organische Stoffe, die die Gesundheit bei empfindlichen Menschen beeinträchtigen könnten", warnt VPB-Expertin Reinhold-Postina.

Sie rät Verbrauchern, schon beim Einkauf darauf zu achten, nur schadstoffarme Produkte zu erwerben. "Wer neu gebaut oder frisch renoviert hat, sollte zudem besonders sorgfältig lüften, damit Restfeuchte aus Putz und Estrich entweichen und sich eventuelle Schadstoffe aus Klebern und Dichtungsmasse möglichst schnell aus den Räumen verflüchtigen können."

Gesundheitsrisiko Nanotechnologie

Kritisch sehen viele Experten auch den immer weiter fortschreitenden Einsatz von Produkten auf Basis von Nanotechnologie. Nanopartikel sind so klein, dass sie sogar in die Blutbahn gelangen, die Hirnschranke überwinden und sogar Zellwände durchdringen können. Die damit möglicherweise verbundenen Gesundheitsrisiken von Nanotechnologie sind noch weitgehend unerforscht.

Weil man durch den Einsatz von Nanopartikeln aber bei wenig Materialeinsatz große Effekte erzielen kann, setzt die Industrie voll auf die Kleinstteilchen. Ob Fassadenschutz, Wandfarbe oder Moosentferner: Bei vielen Bau-Produkten wird heute schon Nanotechnologie eingesetzt. Eine Kennzeichnungspflicht gibt es nicht.

"Verbraucher können zum einen darauf achten, ob ein Produkt gezielt mit dem Stichwort 'nano' beworben wird", rät Monika Büning, Expertin für Produktsicherheit beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Zum anderen kann man beim Kauf etwa einer Beschichtung oder eines Lackes im Baumarkt gezielt nach Produktdatenblättern fragen.

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