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Treppenlift einbauen: Kosten, Voraussetzungen und Alternativen

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Mieter haben Recht auf Treppenlift  

Der Treppenlift: Alternativen, Kosten und Vorschriften

19.06.2016, 12:30 Uhr | dpa-tmn

Treppenlift einbauen: Kosten, Voraussetzungen und Alternativen. Mit dem Treppenlift verlieren Treppen ihren Schrecken. (Quelle: dpa/Hiro)

Mit dem Treppenlift verlieren Treppen ihren Schrecken. (Quelle: Hiro/dpa)

Treppen steigen fällt im Alter immer schwerer. Wer im kleinen Eigenheim wohnt oder in einer Wohnung ohne Aufzug, steht dann meist vor einem Problem: Das gewohnte Zuhause verlassen oder sich weiterquälen? Ein Treppenlift kann dann eine praktische Lösung sein. Doch die Kosten für einen Treppenlift sind recht hoch – die regelmäßige Wartung darf nicht vergessen werden. Mit welchen Kosten man rechnen muss, worauf beim Einbau zu achten ist und welche Alternativen zum Treppenlift es gibt.

Treppenlifte gibt es laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ab 3500 Euro, die teuersten können bis etwa 15.000 Euro kosten. Auch für ein und dasselbe Modell können die Preise unterschiedlich ausfallen. An Treppen mit vielen Biegungen kostet der Einbau deutlich mehr. Dazu kommen noch Kosten für Wartung und Service um die 200 bis 300 Euro pro Jahr.

Treppenlift eignet sich nicht für Rollstühle

Für Rollstühle bieten Treppenlifte keinen Platz. Betroffene benötigen deshalb einen Plattformlift, erklärt Peter Burk, der für die Stiftung Warentest ein Buch über altersgerechtes Umbauen geschrieben hat. Dabei wird der Rollstuhl samt Person auf eine Plattform gefahren und entlang der Treppe transportiert. Sitzlifte lassen sich nach Angaben Burks in fast jedem Treppenhaus installieren. Dagegen benötigen Plattformlifte deutlich mehr Platz. Meist sind die Treppen aber zu schmal.

Treppenlift vor dem Kauf testen

Vor dem Einbau sollten sich Bewohner zuerst bei einer neutralen Wohnberatungsstelle über die Möglichkeiten informieren, raten die Verbraucherschützer. Der Betroffene müsse sicher und bequem in und aus dem Treppenlift kommen. Die Anlage sollte man ohne fremde Hilfe bedienen können. Und der Treppenlift hat am besten einen Notfallalarm sowie eine Notabsenkung, die der Fahrer selbst betätigen kann. "Das Fahren mit einem Treppenlift ist sehr gewöhnungsbedürftig, auch das Ein- und Aussteigen", warnt Fachautor Burk. Deshalb sei es notwendig, vor dem Kauf verschiedene Systeme auszuprobieren.

Im Eigenheim gelten auch für den Treppenlift die Bauvorschriften

Wer im Eigenheim wohnt, kann bauliche Änderungen ziemlich problemlos vornehmen. Allerdings muss der Bauherr die im jeweiligen Bundesland geltenden Bauvorschriften einhalten, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Auch Mieter haben ein Recht auf den Treppenlift

"Der Vermieter darf den Einbau eines Treppenlifts in einem Mehrfamilienhaus nicht verweigern, wenn ein Mieter aus körperlichen Gründen seine Wohnung über das Treppenhaus nicht mehr erreichen kann", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Der Vermieter könne dies nur verbieten, wenn der Einbau die Sicherheit der anderen Bewohner auf der Treppe gefährde. Die Kosten für den Treppenlift müsse der Mieter allerdings selbst tragen. Und für den Einbau könne der Vermieter eine zusätzliche Kaution verlangen. Außerdem gelten natürlich auch hier die Bauvorschriften des Bundeslandes.

Handlauf statt Treppenlift

Nicht jeder braucht im Alter gleich einen Treppenlift. "Ein beidseitiger griffsicherer Handlauf an der Treppe kann in vielen Fällen die Mobilität und Selbstständigkeit erhalten", sagt Antje Ebner, Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Treppensicherheit (DIT) in Augsburg. Der Handlauf sollte auf einer Höhe von 85 Zentimetern montiert sein und 30 Zentimeter weit waagrecht über den Anfang und das Ende der Treppe hinausragen. Das bietet beim Betreten und Verlassen der Treppe zusätzlichen sicheren Halt.

Treppen mit rutschhemmenden Belägen ausstatten

Glatte Stufen können ohne großen Aufwand mit rutschhemmenden Belägen überzogen werden, erläutert Susanne Woelk von der Aktion "Das sichere Haus" in Hamburg. Auf Steinstufen seien vor allem Gummistreifen geeignet, auf Holzstufen Teppichmatten. Die Beläge sollten keine Falten schlagen. Sinnvoll sind nachts leuchtende Sicherheitsstreifen, mindestens auf der ersten und letzten Stufe. So erkennt man den Beginn und das Ende der Treppe gut und verfehlt im Dunkeln die Stufen nicht.

Vor dem Eingang eine Rampe anbauen

Kleine Treppen am Hauseingang können mit Rampen überwunden werden, erläutert Thomas Molt vom Regionalbüro Kappeln (Schleswig-Holstein) des Verbandes Privater Bauherren. "Die Rampe darf aber nur eine Steigung von sechs Prozent haben." Um mit einem Rollstuhl sicher darüber fahren zu können, muss sie mindestens 150 mal 150 Zentimeter groß sein. "Hilfreich ist dann auch eine automatisierte Haustür, die man per Fernbedienung öffnen kann", empfiehlt der auf barrierefreies Bauen und Umbauen spezialisierte Architekt.

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