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Sonnenschutz mit Markise, Jalousien, Sonnenschutzglas und Co.

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Markisen, Jalousien und Raffstores  

Guter Sonnenschutz lässt Hitze gar nicht erst ins Haus

29.07.2016, 11:11 Uhr | Katja Fischer; rw, dpa-tmn, t-online.de

Sonnenschutz mit Markise, Jalousien, Sonnenschutzglas und Co.. Eine Hand zieht ein Rollo runter (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/brizmaker)

Gute Rollos dienen als Hitzeschutz (Symbolbild) (Quelle: brizmaker/Thinkstock by Getty-Images)

Strahlender Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad sind zwar ideales Grill- und Biergartenwetter, können den Aufenthalt im Haus aber beinahe unerträglich machen. Damit die Hitze gar nicht erst ins Haus kommt, ist ein guter Sonnenschutz das A und O. Wir geben Ihnen Tipps für kühle Räume an heißen Tagen.

Am wirkungsvollsten ist die Verschattung von außen mit Markise, Rollläden und vergleichbaren Sonnenschutz-Lösungen. Eine Alternative können Fenster aus Sonnenschutzglas sein, das bis zu 80 Prozent der Wärmeenergie von Sonnenstrahlen draußen hält. Das sind die besten Sonnenschutz-Lösungen für Haus und Wohnung.

Am effektivsten ist ein Sonnenschutz, der einen Teil des Sonnenlichts und damit die Wärme erst gar nicht ins Innere des Gebäudes eindringen lässt. Außen liegende und in den Scheibenzwischenraum integrierte Sonnenschutz-Systeme halten die Wärme deshalb generell effektiver ab, als innen angebrachter Sonnenschutz wie Rollos, Plissees oder auch Vorhänge.

Sonnenschutz mit Markisen, Jalousien und Raffstores

Sehr effektiv gegen die Hitze wirkt eine Verschattung der Glas- und Fensterfronten von außen. "Gute Ergebnisse erzielt man mit Raffstores, Jalousien, Markisen und sogenannten Screens", sagt Andrea Papkalla-Geisweid vom Technischen Kompetenzzentrum des Bundesverbandes Rollladen + Sonnenschutz (BVRS). "Diese Produkte bieten effektiven sommerlichen Wärmeschutz bei gleichzeitiger Sicht nach außen und leiten zum Teil sogar das Licht nach innen."

Viele Systeme lassen sich automatisch steuern, abhängig von Sonnenstand, den Wetterverhältnissen und den Bedürfnissen der Bewohner. "Auch die Einbindung in sogenannte Smart-Home-Systeme ist möglich." Wer neu baut, sollte möglichst gleich ein leistungsfähiges Sonnenschutzsystem mit einplanen. Denn die Entscheidung für ein bestimmtes System ist Bestandteil des architektonischen Konzepts. Grundsätzlich ist aber auch die Nachrüstung möglich.

Sonnenschutzglas hält bis zu 80 Prozent der Wärme draußen

Beim Neubau oder wenn im Zuge eines größeren Umbaus ohnehin ein Fensteraustausch geplant ist, kann man auch Sonnenschutzglas einbauen lassen. Dieses besitzt eine hauchdünne, metallische Schicht, die nur bei ganz genauer Betrachtung der Scheibenoberfläche erkennbar ist. "Die Beschichtung sorgt dafür, dass auftreffende Sonnenstrahlen gefiltert werden und große Teile der energiereichen Infrarotstrahlung die Innenräume des Hauses oder der Wohnung nicht erreichen", erklärt Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF).

Stark verringerten Lichteinfall müsse der Verwender modernen Sonnenschutzglases dem Experten zufolge nicht fürchten. "Diese Sorge kann man getrost vergessen, denn die heute hergestellten Gläser lassen nahezu genauso viel Licht durch, wie ganz normale Wärmedämmgläser." Sonnenschutzgläser seien in Ansicht und Durchsicht kaum noch von üblicherweise verwendetem Glas zu unterscheiden.

Bei Sonnenschutzglas auf g-Wert und Ug-Wert achten

"Die Wirksamkeit von Sonnenschutzglas hängt von zwei Werten ab, dem g- und dem Ug-Wert", berichtet Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade. Der g-Wert sagt etwas aus über die Menge der Energie, die das Glas in den Raum hineinlässt. Bei hochwertigem Sonnenschutzglas liegt dieser Wert zwischen 0,20 und 0,50, es gelangen also nur noch zwischen 20 und 50 Prozent der Sonnenwärme in das Haus, bis zu 80 Prozent der sommerlichen Hitze bleiben ausgesperrt. Bei normalem Wärmedämmglas liegt der Sonnenenergiedurchlass bei etwa 60 Prozent.

Beim zweiten Wert, dem Ug-Wert, gilt: Je kleiner die Zahl, desto weniger Heizungswärme geht verloren. Effizientes Sonnenschutzglas weist hier mit erreichbaren 1,0 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) annähernd identische Werte auf, wie modernes Zweischeiben-Wärmedämmglas. Mit Dreifachglas sind sind sowohl bei Sonnenschutz- als auch bei herkömmlichen Wärmedämmglas Ug-Werte bis zu 0,5 W/m2K realisierbar.

Fenster können mit Sonnenschutzfolie nachgerüstet werden

Eine vergleichsweise preiswerte Möglichkeit, seine Fensterfronten mit einem Sonnschutz zu versehen, bieten spezielle Folien, die außen oder innen auf die Fensterscheibe geklebt werden. Die Rückseite der Folie und die Scheibe werden mit einem Mix aus Wasser und Spülmittel besprüht und zusammengebracht. "Außen-Folien halten wegen der Witterungseinflüsse nur etwa halb so lange wie Innen-Folien", sagt Peter Kafke von der Verbraucherzentrale Energieberatung. Dafür bieten sie aber eben einen etwas besseren Schutz vor sommerlicher Hitze.

Vor der Anschaffung sollte man bedenken, dass die Folien auch im Winter auf der Scheibe kleben bleiben. "Was im Sommer angenehm ist, kann in der dunklen Jahreszeit erheblich stören", betont Kafke. Denn die Folien verringern den Lichteinfall in die Innenräume erheblich. "Schon bei bewölktem Himmel und auch in der Dämmerung müssen Bewohner dann öfter das Licht einschalten", so die Stiftung Warentest. Im Winter verursachten sie außerdem höhere Heizkosten, weil sie einen Großteil Sonnenstrahlen aussperren.

Auch wenn es frei verkäufliche Folien im Handel gibt, die man selbst anbringen kann, raten die Warentester zum Experten, weil es Laien oft schwer falle, ansehnliche Ergebnisse zu erzielen. Viele Hersteller von Sonnenschutzfolien verlangen deshalb auch die Montage durch einen Fachbetrieb. Einen wichtigen Hinweis ergänzt Verbraucherschützer Kafke: "Sind die Folien metallbeschichtet, reduzieren sie außerdem den Mobilfunkempfang."

Innen angebrachter Sonnenschutz schützt kaum vor Wärme

Es gibt auch diverse Sonnenschutzlösungen, die an der Fensterinnenseite angebracht werden. Jalousien, Plissees oder Rollos fungieren allerdings in erster Linie als Blend- und Sicht, denn als Hitzeschutz. "Innenliegende Systeme schützen kaum vor Wärme", stellt BVRS-Expertin Papkalla-Geisweid klar. Ist die Sonnenstrahlung erst einmal durch die Fensterscheibe ins Innere des Raumes gelangt, reflektieren selbst speziell beschichtete Stoffe oder Lamellen nur einen geringen Teil ihrer Wärmeenergie wieder durch die Fensterscheibe nach draußen.

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