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Stromfresser im Haushalt finden und drosseln

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Das sind die heimlichen Stromfresser im Haushalt

27.12.2016, 10:02 Uhr | Katja Fischer; rw, dpa-tmn

Stromfresser im Haushalt finden und drosseln. Weil der Kühlschrank im Dauerbetrieb läuft, kann man hier besonders viel Strom sparen. (Quelle: dpa/Matthias Hübner)

Weil der Kühlschrank im Dauerbetrieb läuft, kann man hier besonders viel Strom sparen. (Quelle: Matthias Hübner/dpa)

In jedem Haushalt gibt es Stromfresser, die völlig unnötig teure Energie verbrauchen. Bei weiterhin steigenden Strompreisen fällt die Verschwendung umso stärker ins Gewicht. Ohne auf irgendeinen Komfort verzichten zu müssen, können Verbraucher Strom und damit Geld sparen, indem sie Stromfresser im Haushalt ermitteln und abschalten beziehungsweise drosseln.

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"Oft ist es den Menschen gar nicht bewusst, wo unnütz Energie verbraucht wird", sagt Birgit Holfert von der Verbraucherzentrale Energieberatung. "Zum Beispiel, wenn im Bad der elektrische Handtuchtrockner den ganzen Sommer durcharbeitet, weil man sich daran gewöhnt hat, dass die Handtücher schön warm sind." Oder wenn der elektrische Boiler sich Tag und Nacht auf die eingestellte Temperatur aufheizt, obwohl nur morgens und abends warmes Wasser benötigt wird. "Besonders Geräte, die irgendwo eingebaut oder im Keller versteckt sind, werden oft vergessen und laufen im Dauerbetrieb", beobachtet Holfert.

Kühlschrank als konstanter Stromverbraucher bietet hohes Sparpotenzial

Es bringt schon viel, die Einstellungen der Geräte ab und zu zu überprüfen. "Oft wird zum Beispiel bei Kühlschränken bei der Inbetriebnahme eine Temperatur gewählt, die eigentlich zu niedrig ist", sagt Irmela Colaço vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Aber das wird aus Gewohnheit nicht verändert. Dabei müssen im Kühlschrank keine null Grad herrschen, sieben bis acht Grad sind völlig ausreichend – und energiesparender."

Da Kühlschränke rund um die Uhr Strom verbrauchen, ist hier auch das Sparpotenzial besonders groß. "Oft hilft es schon, seine Gewohnheiten zu verändern", empfiehlt Claudia Till von der Stiftung Warentest. "Die Lebensmittel sollten nicht zu warm in den Kühlschrank gestellt werden, sonst braucht er zu viel Energie, um sie herunter zu kühlen." Kommen etwa Butter, Käse und Wurst nach einem ausgiebigen Frühstück erst nach 45 Minuten zurück in einen Kühlschrank der Energieeffizienzklasse A++, steigt sein Verbrauch an dem Tag um 11 Prozent, so eine Auswertung der Warentester. Noch viel stärker schlägt das bei heißen Speisen zu Buche. Im Prüflabor brauchte das Testgerät zum Herunterkühlen einer 50 Grad heißen Suppe 14 Prozent mehr Strom als für eine zimmerwarme Suppe.

Strom sparen bei Haushaltsgeräten

Richtig viel Strom und damit Geld lässt sich sparen, wenn die Wäsche nicht im Wäschetrockner, sondern an der frischen Luft getrocknet wird. Wer nicht auf den technischen Helfer verzichten kann oder will, sollte einen Kondenstrockner mit Wärmepumpe verwenden. Der ist in der Anschaffung zwar meist deutlich teurer, verbraucht aber auch nur rund halb so viel Strom wie ein herkömmlicher Trockner. Das macht sich im Laufe seiner Lebensdauer fast immer bezahlt, wie diese Berechnung der Stiftung Warentest zeigt. Doch egal wie effizient ein Wäschetrockner auch arbeitet: Das Trocknen der Wäsche an der Luft ist völlig umsonst. "Die gute alte Wäscheleine ist immer noch die beste Lösung", findet Warentesterin Till deshalb.

Aber nicht immer ist Handarbeit die sparsamste Variante. Die Geschirrspülmaschine nimmt den Bewohnern nicht nur den lästigen Abwasch ab, sie ist auch energieeffizienter. "Im Automatikprogramm erledigen sparsame Geräte den Abwasch für circa 30 Cent, im Sparprogramm kommen gute Modelle sogar nur auf 25 Cent", erklärt Till. "Die gleiche Menge Geschirr mit der Hand zu spülen, kostet durchschnittlich 40 Cent, wenn das Wasser mit Strom erwärmt wird." Für Wäschetrockner, Wasch- und Spülmaschine gleichermaßen gilt, dass man sie immer voll auslasten sollte.

Trotz effizienter Geräte kein geringerer Stromverbrauch

Bisher hatte die so genannte weiße Ware, also Kühl- und Gefrierschränke, Waschmaschinen und Trockner zusammen mit der Beleuchtung stets den Löwenanteil am Stromverbrauch in privaten Haushalten, doch mittlerweile hat die Computer- und Unterhaltungstechnik stark aufgeholt. Sie macht mittlerweile schon ein Fünftel des Gesamtverbrauchs aus. Viele Familien wundern sich, dass ihr Stromverbrauch weiterhin so hoch oder sogar höher als früher ist, obwohl sie sich neue sparsame Kühlschranke, Waschmaschinen und Fernseher angeschafft sowie alle Glühbirnen verbannt und durch Energiesparlampen oder LED ersetzt haben.

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"Das liegt daran, dass ihre Neuanschaffungen nicht unbedingt weniger Energie benötigen", erklärt Holfert. Denn oft würde man denken: Wenn ich ein sparsames Gerät kaufe, kann es auch etwas schöner und größer sein. Das sei aber am Ende ein Nullsummen-Spiel. "Wer seinen alten Röhrenfernseher ausmustert und durch einen großen Plasmafernseher ersetzt, verbraucht am Ende fast so viel wie vorher."

Wann man Stromfresser austauschen sollte

Besonders fatal ist es, wenn neue Technik angeschafft, die alte aber nicht entsorgt, sondern als Zweitgerät weiter verwendet wird. "Der Klassiker ist der Kühlschrank", sagt Irmela Colaço. "Da wird ein energiesparendes Modell mit hoher Effizienzklasse gekauft, und der alte Stromschlucker wandert in den Keller." So verbrauche man am Ende natürlich mehr als vorher.

Ohnehin ist der Austausch alter jedoch voll funktionstüchtiger Geräte zumindest unter ökologischen Gesichtspunkten nicht unkritisch. "Auch wenn man damit Geld sparen kann und die Anschaffung – je nach Nutzung – möglicherweise nach einigen Jahren wieder raus hat, sollten doch die Umweltkosten für die Herstellung eines neuen Gerätes mit einbezogen werden", findet etwa Claudia Bruhn von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Austauschen sollte man alte Geräte am besten erst dann, wenn sie einen nicht zu reparierenden Schaden haben.

Energieeffizienzklassen geben Auskunft über Stromverbrauch von Neugeräten

Steht ein Neukauf an, sollte man sich dann aber in jedem Fall für Geräte mit einer möglichst hohen Energieeffizienzklasse entscheiden. Allerdings werden auch die Energielabel immer wieder kritisiert. Die Stiftung Warentest moniert beispielweise, dass die Label für unterschiedliche Produktgruppen nicht einheitlich sind. Bei Staubsaugern beispielsweise werden die sparsamsten Geräte mit der Effizienzklasse A ausgewiesen, wohingegen ein mit A klassifizierter neuer Kühlschrank in puncto Stromverbrauch allenfalls mittelmäßig dasteht. Hier werden die sparsamsten Geräte mit A+++ gekennzeichnet.

Ladegeräte und Standby-Funktionen als heimliche Stromfresser

Vielfach unbemerkt ins Geld gehen übrigens auch Ladegeräte für Smartphones und Handys, die häufig rund um die Uhr in der Steckdose stecken – ohne dass ein Mobiltelefon geladen wird. "Sie werden ganz warm. Daran merkt man, dass sie Energie verbrauchen", erklärt Holfert. Hier gilt ebenso wie für die Ladegeräte von Fotoapparaten, elektrischen Zahnbürsten, Rasierern und allen anderen Geräten: Ausstecken, sobald der Akku voll geladen ist.

Vor allem bei älteren Geräten fällt auch der Standby-Betrieb auf Dauer ins Gewicht. "Allein die Stereoanlage bringt es leicht auf 20 Euro im Jahr", warnt Colaço. Viele alte Geräte ziehen mehr als zehn Watt im Stand-by-Betrieb. Neue Geräte dürfen seit 2013 nur noch weniger als ein halbes Watt verbrauchen.

Strom sparen bei Computern und smarter Haustechnik

Oft ist es möglich, an den Geräten einen energiesparenden Modus einzustellen oder Funktionen zu deaktivieren, die man nicht benötigt. "Wer beispielsweise seinen Laptop auf Akkubetrieb stellt, aktiviert automatisch die Stromsparfunktion", erläutert Holfert. Router und Setup-Boxen sind meist auf Dauerbetrieb eingestellt und verbrauchen ständig Strom. "In der Regel kann man eine Nutzungszeit programmieren, damit sie zum Beispiel nachts nicht laufen." Allerdings muss der Verbraucher prüfen, ob die Geräte das mitmachen. "Bei manchen ist das schwierig, weil sie nach jedem Ausschalten neu programmiert werden müssen." Beim Smartphone lassen sich Funktionen wie GPS, Bluetooth oder die Internetverbindung abschalten, wenn man sie nicht braucht.

Smarte Haushaltsgeräte, die untereinander vernetzt sind und sich über das Smartphone ansteuern lassen, drängen immer stärker auf den Markt. Sie müssen ebenfalls wie kleine Computer behandelt werden. Sie können nicht nur gut kühlen, kochen oder waschen. Sie kommunizieren auch – ständig. "Sie sind mit dem WLAN verbunden und ackern den ganzen Tag", berichtet Holfert. "Sie erstellen Statusmeldungen, suchen Verbindungen und verbrauchen dabei Strom." Auch sie sollten so programmiert werden, dass sie nur aktiv sind, wenn es notwendig ist.

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