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Heizkörpernische dämmen: Viele einfache Lösungen taugen nichts

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Heizkörpernischen nachträglich dämmen

01.02.2017, 08:47 Uhr | Ralph Wefer sive Evermann, , zuhause.de

Heizkörpernische dämmen: Viele einfache Lösungen taugen nichts. Heizkörpernische dämmen: Eine dünne Reflektorfolie aus dem Baumarkt bringt wenig bis gar nichts. (Quelle: dena)

Heizkörpernische dämmen: Eine dünne Reflektorfolie aus dem Baumarkt bringt wenig bis gar nichts. (Quelle: dena)

In Häusern mit schlecht gedämmten Außenwänden geht im Bereich der Heizkörpernischen viel wertvolle Energie verloren. Eine Dämmung an dieser Stelle kann sich in weniger als vier Jahren rentieren. Viele der im Baumarkt angebotenen Dämmtapeten und Dämmfolien taugen jedoch nichts. Thomas Weber, Bauherrenberater beim Verband privater Bauherren (VPB), erklärt, worauf es beim Dämmen der Heizkörpernische ankommt.

"Grundsätzlich ist die nachträgliche Dämmung umso sinnvoller, je schlechter die wärmetechnische Ausgangssituation der Heizkörpernische ist", erläutert der Experte, warnt aber zugleich vor Schnellschüssen. "Ich rate dringend, sich vor Beginn der Arbeiten mit einem unabhängigen Energieberater in Verbindung zu setzen, damit keine bauphysikalischen Fehler passieren."

Dämmfolien und Dämmtapeten bringen wenig

Sowohl die Auswahl falscher Materialien als auch deren fehlerhafte Verarbeitung können nämlich mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen, so Weber. Ein Dorn im Auge sind dem Fachmann beispielsweise Dämmfolien und Dämmtapeten aus dem Baumarkt, die einfach hinter den montierten Heizkörper geschoben werden. Sie suggerieren dem Verbraucher, Wärmeverluste beinahe ohne Aufwand und zu sehr geringen Kosten reduzieren zu können.

"Sehr oft sind diese Dämmplatten nur wenige Millimeter stark", sagt Weber. Wie gut die Dämmung Wärmeverluste reduzieren kann, ergibt sich aber immer aus der Kombination von der Wärmeleitfähigkeit des verwendeten Materials und der Dicke, in der es verbaut wird. "Eine wenige Millimeter dicke Wärmedämmung kann nicht zu einem nennenswerten Einspareffekt führen", stellt der Bausachverständige klar.

Schimmelgefahr bei fehlerhafter Dämmung der Heizkörpernische

Noch gravierender wirken sich Verarbeitungsfehler aus. "Jede Form der Innendämmung muss sehr sorgfältig und vollflächig verklebt werden, um zu verhindern dass feucht-warme Raumluft zwischen Wärmedämmung und alter Wandoberfläche eindringt", erklärt Weber. Anderenfalls drohe verdeckter Schimmelpilzbefall. "Die vollflächige Verklebung hinter einem noch montierten Heizkörper ist allerdings schwierig bis unmöglich."

Außerdem müssten zur Vermeidung späterer Schimmelprobleme unbedingt auch die Unterseite der Fensterbank und die Laibungen der Nische mit demselben Dämmstoff versehen werden, der auch auf der Rückseite des Heizkörpers verwendet wird.

Wann die Dämmung der Heizkörpernische sinnvoll ist

Weber empfiehlt deshalb, die Dämmung der Heizkörpernischen mit einer generellen Heizkörpersanierung zu koppeln. "Dann kann man eine nennenswerte Dämmstoffdicke aufbringen und die Nische ist gut zugänglich." Richtig ausgeführt, kann ein bestehendes Schimmelproblem durch die bessere Dämmung der Heizkörpernische sogar beseitigt werden.

Weil die Außenwand an dieser Stelle dünner ist, kühlt sie auch schneller aus als die übrigen Außenwände. Wird dies nicht durch den ständigen Betrieb des in der Nische installierten Heizkörpers ausgeglichen, sprießen die Schimmelsporen. "Unterbleibt der Heizungsbetrieb, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der gesamten Nischenfläche mit Schimmelpilzbefall zu rechnen", bestätigt der VPB-Experte. "In dieser Situation ist eine nachträgliche Wärmedämmung sehr sinnvoll."

Kosten und Nutzen der Heizkörpernischendämmung

Zumal sich bei sinnvoller Auswahl der verwendeten Dämmmaterialien und richtiger Verarbeitung durchaus lukrative Energieeinsparungen realisieren lassen. Wie groß das Sparpotenzial genau ist, hängt natürlich von der gegebenen Ausgangssituation ab. Thomas Weber macht eine Beispielrechnung für einen typischen unsanierten 60er-Jahre-Altbau auf.

Bei einer fachgerecht ausgeführten Wärmeisolierung mit einer fünf Zentimeter dicken Polyurethan-Dämmung lasse sich bei einer Ölheizung und einem angenommenen Heizölpreis von 65 Cent pro Liter demnach jährlich rund 16,70 Euro pro Quadratmeter Heizkörpernische einsparen. Hochgerechnet auf ein ganzes Haus mit 10 bis 15 Heizkörpernischen einer Fläche von je zwei Quadratmetern beziffert sich die Gesamtersparnis auf etwa 330 bis 500 Euro pro Jahr, wenn alle Heizkörper über die gesamte Heizperiode hinweg in Betrieb sind.

Demgegenüber steht der Investitionsaufwand. Pro Quadratmeter liegen die Kosten für die Wärmedämmung mit Polyurethan inklusive Verkleidung und Arbeitskosten laut Weber bei etwa 54 Euro. Hochgerechnet auf ein ganzes Haus mit 15 Heizkörpernischen von je zwei Quadratmetern käme man also auf Gesamtkosten von 1600 Euro. Bei einer Ersparnis von 500 Euro pro Jahr hätte sich diese Ausgabe bereits nach etwas mehr als drei Jahren amortisiert.

Voraussetzung ist, dass die Heizkörpernischendämmung wie empfohlen mit einer generellen Sanierung der Heizkörper gekoppelt wird. Sonst müsste man die Arbeitskosten für deren Demontage und den erneuten Einbau nach der Dämmmaßnahme bei den Gesamtkosten noch hinzurechnen.

Rentabilitätsrechnung schafft Sicherheit, ob sich die Investition lohnt

Wie bei allen Sanierungen und Dämmmaßnahmen hängen die genauen Kosten und Einsparpotenziale aber immer vom individuellen Einzelfall ab. Eine wichtige Rolle für die zu erzielenden Kostensenkungen spielen der gegebene Dämmstandard, der Heizenergieträger und die aktuellen Heizstoffkosten, sowie die Effizienz der Heizungsanlage.

Außerdem sollte eine rentable Heizkörpernischendämmung immer in einen Gesamtfahrplan für die energetische Modernisierung des Hauses eingebettet sein. Es bringt zu Beispiel nichts, die Heizkörpernischen zu dämmen, wenn in zwei Jahren ohnehin eine komplette Fassadendämmung durchgeführt werden soll.

Um herauszufinden, ob und wie schnell sich die Heizkörpernischendämmung überhaupt lohnt, sollte man sie also vorher mit einem Energieberater abstimmen. Unabhängige Fachleute in Ihrer Nähe vermitteln neben dem VPB beispielsweise der Bauherrenschutzbund oder die örtlichen Verbraucherzentralen.

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