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Fernkälte statt Klimaanlage: Sinnvoll, aber noch zu teuer

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Kühlzentralen sparen Geld und CO2  

Fernkälte oder Klimaanlage: Was ist sinnvoll und machbar?

25.08.2017, 14:21 Uhr | Rolf Schraa, ron, dpa, t-online.de

Fernkälte statt Klimaanlage: Sinnvoll, aber noch zu teuer. Eine konventionelle Klimaanlage hängt in Essen (Nordrhein-Westfalen) an der Hauswand eines Mehrfamilienhauses. (Quelle: dpa/Caroline Seidel)

Eine konventionelle Klimaanlage hängt in Essen (Nordrhein-Westfalen) an der Hauswand eines Mehrfamilienhauses. (Quelle: Caroline Seidel/dpa)

Ein kühles Büro im Sommer – das geht auch ohne brummende Klimaanlage. Zentrale Kühlanlagen und kilometerlange Rohrsysteme mit kaltem Wasser sorgen für angenehme Temperaturen und sparen zudem Geld und CO2, sagen Fachleute. Ist Fernkälte auch ein neuer Trend für die eigenen vier Wände?

30 Grad im Hochsommer – da läuft in vielen Büros die Klimaanlage auf Hochtouren. Das verbraucht teuren Strom und produziert entsprechend viel CO2. Dabei gibt es eine klimafreundlichere Alternative: Mit Fernkälte lässt sich nach Einschätzung von Fachleuten – je nach Anlage – etwa die Hälfte der verbrauchten Energie und damit viel Geld sparen. Der CO2-Verbrauch kann um bis zu 75 Prozent sinken.

Öffentliche Gebäude werden zentral gekühlt

Die Technik ist alles andere als eine Öko-Spinnerei: Der Zentralrechner der Technischen Hochschule Aachen wird genauso zentral gekühlt wie das Berliner Abgeordnetenhaus und das Universitätsklinikum in Heidelberg. Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) verzeichnete bei den deutschen Stadtwerken bereits 251 Megawatt angeschlossene Kühlleistung in Fernkälteanlagen. Ende 2011 waren es noch 160 Megawatt.

Fernkälte funktioniert ähnlich wie Fernwärme

Das Grundprinzip arbeitet wie bei den bekannten Fernwärmenetzen, nur dass nicht heißes, sondern auf wenige Grad heruntergekühltes Wasser durch unterirdische Rohrsysteme fließt und die Gebäude kühlt. Brummende Klimakästen im Keller und auf den Dächern von Hochhäusern, Hochschulinstituten oder Hotels werden damit nicht mehr gebraucht. Die Kälte kommt aus großen Klimazentralen.

Uni-Computerserver brauchen viel Kühlung

Das lohnt sich vor allem bei Großeinrichtungen mit sehr vielen Abnehmern wie etwa an der Technischen Universität Dortmund mit ihren gut 34.000 Studenten und – einschließlich mitversorgter Einrichtungen – rund 100 Einzelgebäuden. "Hörsäle, Labors, die Mensa – zwei Drittel der Gebäude brauchen Kühlung", erläutert TU-Techniker Fredy Schad. Der Bedarf wachse ständig, weil immer mehr Computerserver mit hohem Kühlungsbedarf eingesetzt würden.

Fernkälte in Städten mit hohen Immobilienpreisen

In Innenstädten verläuft der Ausbau bundesweit oft noch schleppend, weil für das Verlegen neuer Kälterohre die Straßen aufgerissen werden müssten. Das sei oft zu teuer, so Boris Lubinski vom AGFW. Das gelte aber nicht für Städte mit sehr hohen Immobilienpreisen wie München. Dort lohne sich die Fernkälte teils auch für Büro- oder große Mietsgebäude – wenn Kühlgeräte in den Häusern selbst wegfielen, werde teurer Platz gespart.

Münchner Fernkältenetz ist 24 Kilometer lang

Die Münchner Stadtwerke profitieren außerdem vom Zugang zu kühlem Wasser über einen unterirdisch fließenden Stadtbach. Das 2004 gestartete Münchner Fernkältenetz mit seiner Zentrale unter dem Stachus, einem Platz im Stadtzentrum, ist bereits 24 Kilometer lang und soll nach den Plänen der Stadtwerke weiter ausgebaut werden.

Potsdamer Platz: "größter Kühlschrank Berlins"

Deutschlands größte Fernkälteanlage steht am Potsdamer Platz – "der größte Kühlschrank Berlins", schreibt der Betreiber Vattenfall stolz. Hier konnte der Energiekonzern beim Neubau des Areals die Wasserrohre gleich zu Anfang verlegen und musste keine Straßen aufreißen. Genau diese aufwändigen Baumaßnahmen sind bisher auch das größte Hindernis, dass mehr Büros und Wohnungen über das Kältenetz gekühlt werden.

Nachträgliches Verlegen der Wasserrohre zu teuer

Bisher sind es in Berlin zirka 12.000 Büros und etwa 1000 Wohnungen, die Fernkälte nutzen. Meist befinden sich diese in der Umgebung des Potsdamer Platzes. Vattenfall-Sprecher Olaf Weidner sagte t-online.de, dass sich solche Kältenetz-Bauprojekte derzeit nur bei der Erschließung neuer Wohngebiete rechnen. In Bestandsgebieten ist das nachträgliche Verlegen der Wasserrohre schlichtweg zu teuer.

Dabei kann sich die Ökobilanz sehen lassen: Bei den Berliner Büros und Wohnungen, die ans Kältenetz angeschlossen sind, würden 9000 Tonnen CO2  jedes Jahr gespart im Vergleich zu Einzel-Klimaanlagen, rechnet Vattenfall vor.

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