Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Pflanzen > Blumen >

Frühblüher sind Pflanzen mit Kämpfernatur: Das sind ihre Tricks

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Frühblüher sind Pflanzen mit Kämpfernatur

13.02.2014, 15:58 Uhr | dpa-tmn

Frühblüher sind Pflanzen mit Kämpfernatur: Das sind ihre Tricks. Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokus blühen auch schon vor den warmen Frühlingstagen. (Quelle: imago/blickwinkel)

Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokus blühen auch schon vor den warmen Frühlingstagen. (Quelle: blickwinkel/imago)

Bevor der Frühling so richtig loslegt, zeigen die ersten Frühblüher bereits ihre Blüten. Schneeglöckchen, Winterlinge und Vorfrühlings-Alpenveilchen sind bunte Farbkleckse im sonst noch winterlichen Garten. Die so zart aussehenden Blumen nutzen fiese Tricks, um sich durchzusetzen. So hemmen bestimmte Stoffe die Keimung anderer Pflanzen, wenn die Blätter der Frühblüher verrotten.

"Bei diesen Vorfrühlingsblühern handelt es sich um Geophyten, also Pflanzen mit einem Überwinterungsorgan unter der Erde", erläutert Nikolai Friesen, Kustos des Botanischen Gartens Osnabrück. Darunter gibt es Zwiebel-Geophyten, zu denen das Schneeglöckchen zählt, und Knollen-Geophyten wie Winterling und das erste Alpenveilchen. "Damit nutzen diese Pflanzen einen evolutionären Vorteil aus", erklärt Stephan Anhalt, Direktor von Die Flora, dem Botanischen Garten in Köln. Sie können schon zum Winterende und damit früher als andere Pflanzen austreiben. Denn in ihren Knollen und Zwiebeln haben die Pflanzen Energie gespeichert. Diese benötigen sie in den letzten Winterwochen, um schnell zu wachsen.

Frühblüher wachsen unter Bäumen

Und die Vorfrühlingsblüher nutzen einen Vorteil aus, den der Winter ihnen bietet: Die Bäume sind noch kahl. Denn: "Sie brauchen das Licht zum Wachsen. Und sie treiben direkt nach der Blüte die Blätter – noch bevor das Laub an den Bäumen ausgetrieben ist", erklärt Anhalt. So können die Pflanzen wieder Energievorräte in den Speicherorganen anlegen und anschließend, wenn es schattig, heiß und trocken wird, sich in den Boden zurückziehen. "Besonders früh erwachen die Vorfrühlingsblüher an Stellen, wo Sonne den Boden erwärmt oder die Lage durch Kleingehölze geschützt wird", sagt der Gartendirektor.

Frühblüher hemmen andere Pflanzen

Diese Frühblüher kämpfen aber auch mit fiesen Mitteln, um ihr Überleben: "Sie hemmen das Wachstum anderer Pflanzen und setzen sich auf diese Art und Weise durch", erzählt Friesen. Durch ihre verrottenden Blätter gelangen Hemmstoffe in den Boden, die die Keimung anderer Pflanzen verhindern.

Frühblüher besitzen ein eigenes Frostschutzmittel

Problemlos überstehen die Geophyten Schneefall, denn währenddessen ist die Witterung noch relativ mild. "Meist sind die Temperaturen bei Schneefall um die null Grad", sagt Anhalt. Die Schneedecke schützt die Pflanzen zusätzlich, sie wirkt wie eine Isolierschicht. Darüber hinaus besitzen diese Pflanzen durch hohe Zucker- und Salzkonzentrationen in Blättern und Blüten quasi ein eigenes Frostschutzmittel, erklärt der Botaniker. "Gefährlich wird die Kälte eigentlich erst, wenn es sogenannten Kahlfrost gibt", sagt aber Friesen. Die tiefen Minusgrade ohne Schneefall schwächen die Pflanzen, und die bereits ausgetriebenen Organe können vertrocknen.

Frühblüher lassen sich gut teilen

Gepflanzt werden die Geophyten meist im Herbst. Es hat sich allerdings auch bewährt, die Pflanzen direkt nach der Blüte aus einem Bestand im Garten auszugraben, zu teilen und wieder zu pflanzen. So wachsen sie rasch ein und gewöhnen sich gut an den neuen Standort.

Die Frühlingsboten sind nämlich recht anpassungsfähig. Am besten ist es jedoch, den Geophyten ähnliche Bedingungen zu bieten wie an ihren natürlichen Standorten. "Bei uns sind Geophyten wie Winterlinge, Vorfrühlingsalpenveilchen und Schneeglöckchen nicht heimisch", sagt Anhalt. Das Alpenveilchen ist am Naturstandort heiße, trockene Sommer gewohnt. Bei entsprechender Sommertrockenheit entwickeln sich diese Pflanzen auch unter Bäumen und Sträuchern üppig. "Winterlinge und das Gewöhnliche Schneeglöckchen wachsen in Auenwäldern, vor allem südlich der Donau", erläutert Friesen. Man kann sie also gut in den lichten Schatten oder in einen nach Norden ausgerichteten Vorgarten pflanzen.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Top-Produkte aus der TV-Show "Die Höhle der Löwen"
jetzt entdecken bei Rakuten.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen A bis Z
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Pflanzen > Blumen

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017