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Bücherregale ohne Bücher: Ein Möbelstück braucht neue Aufgaben

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Bücherregal  

Bücherregale in einer Zukunft ohne Bücher

13.08.2012, 16:06 Uhr | dpa-tmn

Bücherregale ohne Bücher: Ein Möbelstück braucht neue Aufgaben. Wofür braucht man noch Regale, wenn Bücher immer mehr durch E-Books ersetzt werden? (Quelle: dpa)

Wofür braucht man noch Regale, wenn Bücher immer mehr durch E-Books ersetzt werden? (Quelle: dpa)

Das Regal war seit jeher vor allem Eines: ein funktionales Möbelstück zum sachgemäßen Verwahren all der Bücher, die sich im Laufe der Zeit zuhause ansammeln. Und was dort auf den einzelnen Regalbrettern aufbewahrt wurde, sagte stets auch viel über den Besitzer aus: Welche Länder wurden schon bereist? Hat er eine romantische Ader oder bevorzugt er "1000 ganz legale Steuertricks"? Doch mit dem verstärkten Absatz von E-Books, braucht der Möbelklassiker in Zukunft neue Aufgaben.

In Deutschland ist der E-Book-Markt, anders als in den USA, mit einem Prozent des Gesamtumsatzes im Buchhandel zwar noch klein. Aber 2011 wurden mit 4,7 Millionen Netz-Büchern doppelt so viele verkauft wie im Jahr zuvor – ein Zeichen, dass die digitale Revolution im Büchermarkt auch vor Deutschland keinen Halt macht. 90 Prozent der Verlage haben E-Books bereits fest in ihr Programm aufgenommen oder planen dies.

Ikea hat seinen Regal-Klassiker "Billy" schon angepasst

Branchengröße Ikea hat bereits auf die veränderten Lesegewohnheiten seiner Kundschaft reagiert. "'Billy ade", titelte die Neue Zürcher Zeitung, als Ikea im Herbst 2011 bekannt gab, man wolle ergänzend zum guten, alten Regal-Klassiker künftig auch ein Modell mit tieferen Einsätzen für Bildbände und allerlei Deko heraus bringen. "Wir haben da eine duale Strategie", erklärt Sprecherin Annette Wolfstein. Bis auf weiteres halte man am "Billy"-Regal, das sich weltweit insgesamt über 35 Millionen mal verkauft hat, fest. "Bücher sind ja auch etwas, mit dem man sich gerne umgibt."

Das Regal in einer "buchlosen" Zukunft

Beim Regal-Hersteller Interlübke glaubt man an eine Zukunft ganz ohne Bücher aus Papier und nahm konsequenter Weise "Bookless" ("buchlos") ins Sortiment – ein Regal- und Vitrinensystem wie ein moderner Setzkasten. Das Design soll das Leben mit Büchern, Medien und Lieblingsstücken neu interpretieren. Das E-Book trete bei vielen an die Stelle raumgreifender Enzyklopädien, glaubt Geschäftsführer Leo Lübke. Kein Wunder also, dass sich die neuen Regale aus seinem Hause nicht mehr in erster Linie für Bücher konzipiert werden.

Das Bücherregal steht für Bildung und Reichtum

Rafael Horzon, Berliner Autor und Möbelhersteller, glaubt nicht, dass Bücher komplett verschwinden werden. Das Möbelstück demonstriere mitsamt seines Inhalts ja auch Bildung und Reichtum. Man denke nur an all die Fotos von Schriftstellern oder Geisteswissenschaftlern auf den Buchrücken. Im E-Book-Zeitalter müsste für denselben Effekt ein Foto von Marcel Reich-Ranicki vor einem einzigen an die Wand genagelten E-Book-Reader gehängt werden, fügt Horzon augenzwinkernd hinzu. "Das macht nichts her!", ergänzt er belustigt.

Vor Jahren, als Internet und E-Mails in den Alltag einzogen, sei ja auch schon das papierlose Büro ausgerufen worden, erinnert sich Horzon. "Damals hatten wir große Angst, dass nun niemand mehr Regale kaufen würde. Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass in Büros nun täglich Millionen von E-Mails ausgedruckt werden, die dann abgeheftet und in Regale gestellt werden."

E-Book-Reader in Schrein stellen

Noch sei der E-Book-Markt sowieso so klein, dass er sich in der deutschen Bücherregal-Branche kaum bemerkbar mache. Horzon hat eine Vision: "Wenn in einigen Jahrzehnten tatsächlich niemand mehr Bücher, sondern nur noch einen E-Book-Reader besitzt, dann werden wir eine kleine Stele anbieten oder einen kleinen Schrein, aus massiver Bokassa-Eiche, auf Wunsch mit Roh-Diamanten verziert, in den dann dieser Reader gebettet werden kann."

Bücher als heimeliger Faktor

Schriftsteller Ingo Schulze hat gerade 220 Umzugskartons mit Büchern gepackt. Er schätzt die guten, alten Bücher aus Papier, mag allerdings auch das digitale Lesen. "Aber wenn es um Literatur geht, um eben jenen Roman oder jenen Gedichtband, der für Tage oder Wochen zum Begleiter wird, hätte ich Schwierigkeiten mit dem digitalen Lesen." Was ihm persönlich ein Bücherregal bedeutet? "Zu Hause ist ja nicht nur der Ort, an den die Rechnungen geschickt werden, zu Hause ist auch der Ort, an dem die Bücher warten."

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