Sie sind hier: Home > Leben > Essen & Trinken >

New Yorker Luxusrestaurant "Four Seasons" muss schließen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

New Yorker Luxusrestaurant "Four Seasons" muss schließen

15.07.2016, 11:05 Uhr | Christina Horsten, dpa

New Yorker Luxusrestaurant "Four Seasons" muss schließen. Das New Yorker Kultrestaurant "Four Seasons" muss ausziehen. (Quelle: dpa/Jennifer Calais Smith/Archivbild)

Das New Yorker Kultrestaurant "Four Seasons" muss ausziehen. (Quelle: Jennifer Calais Smith/Archivbild/dpa)

Am Samstag geht eine Ära zu Ende: Das "Four Seasons" in New York, seit fast 60 Jahren das Kultrestaurant in Manhatten, muss schließen. Jahrzehntelang war es Treffpunkt von Stars und Sternchen, von Millionären und Politikern. Nun muss es einem deutschstämmigen Immobilien-Mogul weichen.

Immer wieder halten schwarze Limousinen und gelbe Taxis vor dem überdachten Eingang in einer Seitenstraße der New Yorker Park Avenue. Männer in Maßanzügen und Frauen in edlen Kleidern steigen aus und verschwinden hinter der Tür. "The Four Seasons" steht in Großbuchstaben über dem Eingang.

Seit fast 60 Jahren gilt das Edelrestaurant in einem Seitenflügel des Seagram-Hochhauses von Star-Architekt Mies van der Rohe (1868-1969) als Institution, doch am 16. Juli wird es zum letzten Mal an diesem Ort seinen berühmten dreigängigen "Poolside Lunch" für 59 Dollar (umgerechnet rund 53 Euro) servieren.

"Four Seasons" war ein Trendsetter

"Die Schließung markiert das Ende einer Ära", jammert die "New York Times". "Das "Four Seasons" war wahrscheinlich das wichtigste New Yorker Restaurant des 20. Jahrhunderts, es hat die noble Esskultur amerikanisiert und viele Trends gestartet, die die Restaurantszene in den USA bis heute dominieren." Die saisonale Speisekarte beispielsweise, oder das so genannte "farm to table"-Konzept mit frischen Zutaten aus lokaler Quelle, heute allgegenwärtig.

Vor allem aber: Den "Power Lunch". Im "Four Seasons" geht es um sehen und gesehen werden. Prominente wie die "Vogue"-Chefin Anna Wintour, die Moderatorin Barbara Walters, der frühere US-Außenminister Henry Kissinger oder das deutsche Model Heidi Klum sind Stammgäste, dazwischen sitzen steinreiche Banker, einflussreiche Journalisten und Verlagsmanager und Politiker. Das "Four Seasons" meistere die "feine Kunst, New Yorks größte Egos unterzubringen", schrieb die "New York Times".

Innenausstattung vom Star-Designer

In das Lokal, das 1959 eröffnete, wurden damals stolze 4,5 Millionen Dollar investiert. Für die Inneneinrichtung zeichnete der Star-Designer Philip Johnson (1906-2005) verantwortlich, der auch das Wasserbecken in der Mitte des Raums mit der hohen Decke und den bodentiefen Fenstern erdachte. Zum Vergleich: Das Guggenheim-Museum am Central Park, das im selben Jahr eröffnete, kostete drei Millionen Dollar.

Das "Four Seasons" geht nicht freiwillig. Seit 21 Jahren führen Julian Niccolini und Alex von Bidder das Lokal - profitabel, wie es in Medienberichten heißt. Aber 2000 wurde das Seagram-Gebäude an den 1960 in Frankfurt geborenen Immobilien-Mogul Aby Rosen und seine Firma RFR Holding verkauft, und der hat den auslaufenden Mietvertrag des Luxusrestaurants nicht verlängert. "Ich mag die Betreiber sehr gerne", sagte er der "New York Times". "Aber ihre Zeit ist vorbei und manchmal müssen auch großartige Dinge wieder verschwinden."

Inventar des Four Seasons wird versteigert

Einen kleinen Vorgeschmack hatte Rosen schon im vergangenen Jahr geliefert, als er "Le Tricorne" rausgeschmissen hatte - einen etwa sechs mal sechs Meter großen Wandteppich von Pablo Picasso, das größte Werk des Künstlers in den USA. Mehr als 50 Jahre hatte der Teppich das "Four Seasons" geschmückt. "Picasso Alley" wurde der Korridor mit dem Vorhang liebevoll genannt, Kunstexperten schwärmten von der Kombination des Picassos und des lichtdurchfluteten Glasgebäudes. Rosen nicht. "Es ist meine Immobilie. Es ist ein Kunstwerk in meiner Immobilie. Ich sollte das Recht haben, zu verlangen, dass es entfernt wird, aus welchem Grund auch immer."

Als nächstes muss jetzt also das "Four Seasons" gehen. Sein Inventar soll bei einer Auktion Ende Juli versteigert werden - Töpfe ab 300 Dollar, Stühle ab 1000 und ein Kaffeeservice ab 500. In die Räume soll ein neues Restaurant einziehen. Die Betreiber des "Four Seasons" haben versprochen, in einer Entfernung von fünf Minuten Gehminuten ebenfalls ein neues Lokal zu eröffnen. Aber, so titelte bereits die "New York Times": "Das Mittagessen wird nie wieder so sein, wie es einmal war."

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Shopping
Sonderverlosung am 7.11.17 - 20 Mio. € extra
jetzt Glücks-Los bestellen
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017